Ukraine: natürlich ist der Krieg mit Waffen lösbar

Was würden Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer sagen?

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Es geht ein tiefer Riss durch die transatlantische Koalition in Bezug auf das weitere Vorgehen in der Ukraine.

Während Steinmeier und Merkel nicht müde werden, zu betonen, der von Russland begonnene hybride Krieg in der Ukraine könne nicht militärisch gelöst werden, so sprechen die Fakten eine völlig andere Sprache. Putin hat längst erkannt, dass er den Krieg für sich militärisch löst, indem er ihn gewinnt und Fakten schafft.

Völlig scheinheilig ist die deutsche Argumentation, der Krieg könne militärisch nicht gelöst werden, da es sich letztlich um reine Appeasementpolitik handelt. Man hofft, dass Putin sich irgendwann mit seinen Geländegewinnen begnügen könnte. Das kann ein fataler Fehler sein. Bei Hitler hatte Europa einst den selben Fehler gemacht und bitter bereut.

Nachdem die Ukraine 1994 ihre Atomwaffen freiwillig an Russland abgetreten hatte, immerhin das drittgrößte Atomwaffenarsenal der Welt, hatten sich die USA, Großbritannien und Russland dazu verpflichtet, die territoriale Integrität der Ukraine zu sichern.

Wie viel wert ein solches Versprechen ist, kann man an dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sehen. Das Abkommen ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde.

Es wäre allein aufgrund dieses Abkommens nicht nur freundlich, sondern absolute Verpflichtung, der Ukraine auch mit Defensivwaffen zur Seite zu stehen. Niemand in der Ukraine beabsichtigt, eine Offensive gegen russisches Territorium vorzunehmen. Aber man ist dringendst darauf angewiesen, das eigene Territorium gegen den russischen Aggressor verteidigen zu können. Die Krim fiel Putin bereits zum Opfer, die Ostukraine ebenfalls.

Aus welchem Grund sollte Putin denn sonst auch aufhören?

Putin „löst“ den Krieg, der in vielen Medien noch „Konflikt“ genannt wird, mit Waffen. Man kann diesem Krieg Waffen entgegensetzen. Deshalb kann man sagen, der Krieg kann mit Waffen natürlich gelöst werden.

Man könnte auch versuchen, diesen Krieg mit echten Sanktionen Einhalt zu gebieten. Aber dazu kann sich Europa nicht durchringen. Reisebeschränkungen für ein paar vereinzelte Separatisten sind nicht viel mehr als schwarzer Humor.

Durch Waffenlieferungen an die Ukraine würde das Risiko für Putin stark zunehmen, zudem ist sein Reich zu groß, als dass er es sich leisten könnte, sein Militär langfristig allein im Westen zu binden.

Allerdings mag es sein, dass dadurch das Risiko für Europa wächst, ebenfalls in den Krieg hineingezogen zu werden.

Wenn man aber nicht handelt und Putin weiterhin gewähren lässt, so wie man das seit einem Jahr macht, kann dies zum selben Ergebnis führen: Putin könnte die Überzeugung erlangen, dass Europa schlicht und einfach handlungsunfähig ist. Warum dann nicht auch noch das Baltikum und Polen annektieren? Oder Ostdeutschland? In der russischen Duma wurde jüngst ein solcher Vorschlag indirekt eingebracht, in welchem klargestellt werden sollte, dass die Bundesrepublik Deutschland Ostdeutschland unrechtmäßig annektiert habe. Im Klartext übersetzt würde das heißen, dass Russland auch Deutschland die territoriale Integrität abspricht. Der Vorschlag ist in der Duma noch nicht beschlossen worden , bietet aber eine Vorahnung auf das, was Putin noch einfallen könnte.

Theologisch interessant ist die Sicht Martin Luthers zu diesem Thema. Eigentlich soll doch nach Jesu Verkündigung die Bergpredigt und ihr radikaler Pazifismus für das Handeln eines Christen ausschlaggebend sein.

Martin Luther interpretiert dies jedoch so, dass jeder Christ für sich selbst im Sinne der Bergpredigt Unrecht einstecken und erdulden soll.

Sobald aber ein Mitmensch bedroht wird, könne man dies nicht einfach so hinnehmen. Dies würde vielmehr auch den Einsatz von Waffengewalt legitimieren.

Auch Dietrich Bonhoeffer sieht es ähnlich. In Bezug auf Hitler vergleicht er diesen mit einem Irren, der durch die Stadt fährt und wahllos mit seinem Auto Leute tötet. Es könne doch nicht die Aufgabe eines Pastor sein, nur die Hinterbliebenen zu vertrösten. Vielmehr müsse man dem Rad in die Speichen fallen, damit das wahllose Töten ein Ende habe.

In der Ukraine starben durch den hybriden Angriffskrieg Russlands circa 6.000 ukrainische Zivilisten, insgesamt geht man jedoch davon aus, dass um die 50.000 Menschen bereits getötet wurden, Zivilisten, ukrainische und russische Soldaten.

Lesen Sie hier mehr zum Thema:

http://welt.de/politik/ausland/article137245964/Muenchen-offenbart-tiefen-Riss-im-westlichen-Lager.html


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