BIBEL-VERBOT: Berlin, wie haste dir verändert!

Josef BordatDie Bibel. In Berlin nicht Kulturgut, sondern Werbung.

Der Internationale Gideonbund ist bekannt dafür, dass er kostenlos Taschenbibeln weitergibt – nicht nur, aber auch in Schulen, nicht nur, aber auch in Berlin.

Für diese Weitergabe der Bibel an Schulen dankte im Jahre 2004 der damalige Berliner Senator für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Klaus Böger (SPD), und brachte seine Hoffnung darüber zum Ausdruck, dass „auf diese Weise ein wichtiges Gut unserer abendländischen Kultur bei jungen Menschen große Verbreitung findet“.>mehr.

foto: Sean MacEntee,flickr.com


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Kommentare

2 Kommentare zu „BIBEL-VERBOT: Berlin, wie haste dir verändert!“

  1. Avatar von Thomas König
    Thomas König

    Es wurde kein „Bibelverbot“ an Berliner Schulen ausgesprochen. Es wurde lediglich eine Verteilungsaktion des Gideonbundes untersagt. Und dies, wie ich meine, aus gutem Grund. Ich zitiere aus den Empfehlungen des Fachbereiches „Sekten- und Weltanschauungsfragen“ der Erzdiözese München und Freising zum Umgang mit Aktionen des Gideonbundes:

    •grundsätzlich ist gegen die Verteilung der Bibelausgabe nichts einzuwenden
    •da in der Schule i.d.R. Schulbibeln vorhanden sind und im katholischen Raum mit der Einheitsübersetzung gearbeitet wird, sollte vorher der Einsatz der Bibel kritisch überdacht werden
    •an katholischen Konfessionsschulen ist die Aktion nicht dienlich und soll unterbleiben
    •es ist sinnvoll, dass die Lehrerkräfte die Schülerinnen und Schüler ihrerseits darüber informieren, um was für eine Aktion es sich dabei handelt
    •wenn die Anfrage kommt, ob die Bibeln im Unterricht (z.B. im Religionsunterricht) verteilt werden können, sollten die Lehrkräfte überlegen, ob das gerade in die Unterrichtsreihe passt
    •eine Extrastunde für die Bibelverteilung sollte nicht eingeplant werden
    •im Sinne der Ökonomie und Ökologie sollten nur die Schülerinnen und Schüler eine Bibel erhalten, die sie auch haben wollen – es ist zu Schade um das Geld und das Material, wenn die Bibel nachher im Mülleimer landen
    •eine missionarische Tätigkeit ist in jedem Falle zu unterbinden; die Schule und vor allem der Unterricht dürfen dafür nicht missbraucht werden

    Diesen Kriterien genügen Aktionen des Gideonbundes in der Regel nicht

  2. Danke für den Hinweis, Herr König! Auch die Hinweise von „Einarsen_Berlin“ [http://theolounge.wordpress.com/2012/10/03/bibel-verbot-berlin-bald-keine-kulturhauptstadt-mehr/#comment-12769] sind bedenkenswert und sprechen nicht unbedingt für eine besonders gute Durchführung der Weitergabe der Heiligen Schrift durch den Gideonbund. Allerdings kenne ich dessen Vorgehen nicht, so dass ich darüber kein eigenes Urteil fällen kann und möchte. Sicherlich wird man auch vom Gideonbund Stellungnahmen einholen können, wenn man sich für die Aktionen selbst interessiert.

    Mir ging es aber weniger um den Gideonbund als vielmehr um den Wandel in Berlin, der sich in den letzten Jahren vollzogen hat. Die „Sicht auf die Bibel und ihre Weitergabe hat sich geändert: Vom Kulturgut zur Werbung [so sah/sieht man die Bibel, J.B.], vom Lob zum Verbot [so sah/sieht man deren Weitergabe, J.B.]“. Ich meine, in den letzten fünf, sechs Jahren eine deutliche Tendenz in Richtung „Machen wir es den Religionsgemeinschaften möglichst schwer!“ bemerkt zu haben. Das war früher anders. Die Verordnung von 2011 steht für mich in diesem Zusammenhang. Ich denke, dass auch eine Bibel-Verteilaktion des Erzbistums Berlin, der Kopten oder der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz untersagt werden würde.

    Interessant dazu auch die Sicht von Geistbraus [http://www.geistbraus.de/2012/10/deutscher-christ-in-brasilien-werbeverbot-in-berlin/], dem meint, der Senat sei „seit 2004 einen Schritt in die richtige Richtung gegangen“, denn er bezeichne „die Bibel nicht mehr als ,abendländisches Kulturgut’, sondern als religiöse Werbeschrift“, was sie, die Bibel, schließlich auch sei. Hat was, Herr Kollege!

    Josef Bordat

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