Das erste Mal Shabbat gefeiert
Gestern bin ich zu einem Synagogenbesuch und Shabbatessen hier in Berlin eingeladen worden. Die Atmosphäre war zwischen exotisch, feierlich und heimelig. Beim Wein drehten sich die Gespräche um Alltägliches, was echte Kerle sind und wie gut besonnene Freunde doch tun können.
Am Tisch kam es mir in den Sinn:
Tradition kann etwas Schönes sein. Die Familie kommt jeden Freitag zusammen. Die Mutter zündet die Kerzen an. Der Vater liest einen kurzen Text aus der Bibel vor. Dann wird das Shabbatbrot verteilt und buchstäblich über Gott und die Welt geredet. Nun in unserem Falle wir waren keine echte Familie, doch es fühlte sich so an.
Zwischen Fisch, Brot und Wein
Nach dem Shabbatbrot, einem Zopf ähnlich, gab es Meereslachsforelle, Kartoffeln und Blanc de Blanc. Wein, weisser als weiss. Eric, ein talentierter Kenner des Judentums, erklärte uns dabei die Symbolik des Shabbats. Man kann es so zusammenfassen: Der Shabbat ist ein Ausdruck der Liebe Gottes, der uns in das Gefüge einer Gemeinschaft gestellt hat. Wo ein Kerl ein Kerl sein darf, eine Frau eine Frau, ein Mensch ein Mensch. Von einem Gott, der uns zu sich ziehen möchte und der uns mit Frieden, Ordnung und Ruhe verwöhnt. Was für ein Vorrecht!
Was kann ich persönlich mitnehmen
Nun ich bin kein Jude, eigentlich waren wir alle Christen. Mitgenommen habe ich, dass Gott uns als Familie sieht. Leider erleben wir hier in Berlin dieses Shabbatgefühl nur einmal im Jahr an Weihnachten. Shabbat ist vielleicht wie Weihnachten einmal in der Woche.
Persönliche Lernerlebnisse und neue Perspektiven
- Vielleicht gibt es einen Raum in unseren Familien solche Traditionen einzuführen. Jeder auf seine Weise. Es muss ja nicht gleich Shabbat heissen. Mal schauen.
- Wir treffen uns regelmäßig gemeinsam in Hausgruppen. Vielleicht ist dies die Berliner Version des jüdischen Shabbats.
Heute habe ich mich bei meinem Gastgeber bedankt. Während des Gespräches kam uns die Idee, ob wir diese einmal begonnene „Tradition“ nicht in anderer Form mittwochs in Berlin-Mitte weiterführen könnten. Mal schauen.
Wer Interesse hat und sich angesprochen fühlt, kann sich gerne per Email bei mir melden bzw. anmelden.
Günther, Inmeinerstrasse.de
Bild: Menora – Grace Winter – © pixelio.de
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