Schlichten wollte er und wurde selbst zum Opfer. Zwei Jugendliche schlugen gestern Nachmittag gegen 16 Uhr einen 50-jährigen Mann in einem Münchner S-Bahnhof brutal zu Boden. Wenig später starb er an seinen schweren Verletzungen.
Eine schlimme Sache. Und normalerweise würde sich gern die rechtsradikale Seite „Politically incorrect“ solcher Themen bedienen, um einseitig gegen Moslems zu hetzten. Aber ‚leider‘ handelt es sich um deutsche Täter. Was einen als Leser jedoch nicht weniger betroffen macht. Wie kommt es zu solcher – wiederholten – Gewalt, noch dazu in einer der sichersten Städte Deutschlands ? Wir trauern um den mutigen 50-jährigen, der seine Zivilcourage mit dem Leben bezahlte. Wenn Sie in ähnlichen Situationen nicht stumm zuschauen wollen (was das Gebot der Stunde ist), dann unternehmen Sie nichts, was Sie in Gefahr bringt. Benachrichtigen Sie den S-Bahnfahrer und ggf. per Handy die Polizei. Steigen Sie nicht dort aus, wo die ‚Aggressoren‘ aussteigen. Gehen Sie durch den Wagen bis direkt hinter die Schaffnerkabine, er kann Sie hören dort. Handeln Sie, aber gefährden Sie sich nicht selber dabei.
Sollten Sie Zivilcourage beweisen müssen – in manchen Fällen ist es zu spät, zu warten, bis die Polizei eintrifft und es geht in manchen Fällen um ein Menschenleben beispielsweise – , dann sprechen Sie vorher andere Menschen an: „Sie, helfen Sie mir ! Helfen Sie mit „. Sprechen Sie sie direkt an und schaffen Sie durch diese direkte Ansprache einen Kreis von Menschen, die wissen, dass sie Ihnen helfen sollen. Nur in den Raum zu sagen „Hilfe !“ ist wenig effektiv.
Im vorliegenden dramatischen Fall hätte es sicher geholfen, wenn nicht nur das Opfer, sondern 10 andere Männer plötzlich vor den Tätern gestanden hätten. Die Täter, die so in der Überzahl waren, wären dann in der Unterzahl gewesen. Verteilen Sie Aufgaben: „Sie, rufen Sie die Polizei !“. Will heißen: Wenn Sie manchmal nicht schweigen können, weil die Situation es nicht zulässt, dann schaffen Sie sich vorher Verbündete: „Helfen Sie mir mit !“ > Hier zum Bericht.
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foto: claudio matsuoka,flickr.com



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