Theologisieren heute – eine dringend nötige Besinnung

theologyquestion-dom-dadaVon Manfred Reichelt. Wer sich getrieben fühlt, theologische Aussagen zu machen, d.h. Aussagen aus „göttlicher Sicht“, sollte sich über die Grundlagen im klaren sein, auf denen er das tut. 
Der Naturwissenschaftler hat es im Gegensatz zum Theologen leicht. Er hat mit einer Wirklichkeit zu tun, die weitgehend greifbar, sichtbar, aber auf jeden Fall, meßbar ist. Bildet ein Naturwissenschaftler Hypothesen, so werden diese früher oder später an der Realität verifiziert oder ad absurdum geführt. Anders bei einem Theologen: Er geht von einer Realität aus, die nur in geringem Maße erfahren, im wesentlichen jedoch lediglich geglaubt, d.h. als. vorhanden angenommen wird.

Die Interpretation dieser Wirklichkeit und der Zeugnisse (bsw. der Bibel), die von dieser handeln, scheint deshalb mehr oder weniger menschlicher Willkür zu unterliegen. Es ist ganz klar, daß auf d i e s e r Grundlage die Ansichten derer, die theologisieren, seien es nun ausgebildete Theologen oder „Laien“, divergieren müssen. 

Aber die Ausgangssituation der Naturwissenschaft war durchaus eine ähnliche, wie sie heute für die Theologie noch ist. Naturwissenschaftliche Zusammenhänge, wie sie uns heute selbstverständlich sind, wurden erst allmählich entdeckt. Die Kriterien, an oder mit denen Wirklichkeit meßbar ist, und mit denen Naturprozesse nachvollzogen oder gar neue Prozesse ausgelöst werden konnten (Experiment) mußten erst gefunden werden. Nur langsam entwickelte sich eine naturwissenschaftliche Weltsicht. 

Daß heute diese Sicht beherrschend geworden ist – nicht zuletzt durch die freilich schon wieder fragwürdig erscheinenden Erfolge auf technologischem Gebiet – ist darauf zurückzuführen, daß Erkenntnisse gewonnen wurden, auf denen sich bauen ließ und die immer neue Erkenntnisse evolvierten. Im Vergleich dazu sind die Ergebnisse der Theologie beschämend. Nach einer nahezu zweitausendjährigen Geschichte der christlichen Theologie sind wir, was die erkenntnismäßige Vertiefung der wesentlichen Aussagen des christlichen Glaubens – wie sie etwa im athanasischen Glaubensbekenntnis zum Ausdruck kommen – anbelangt, nicht weiter als am Anfang. Im Gegenteil, es gibt nahezu nichts im christlichen Glauben, das nicht durch die (moderne) Theologie in Frage gestellt wurde. Doch auch die evangelikale Theologie brachte keine neuen Erkenntnisse. Ihre Tätigkeit besteht lediglich in einem Arrangieren von Bibelstellen. 

Daß hier etwas mit der Ausgangssituation, den Grundlagen des Theologisierens nicht stimmen kann, müßte jedem in die Augen springen. Aber es gibt ja so etwas wie eine Betriebsblindheit. Dazu gehört, daß im allgemeinen übersehen wird, daß die Beschäftigung mit dem „Wort Gottes“ nicht die Erforschung d e r Wirklichkeit ist, die in diesem ausgedrückt ist. Andere Theologen gehen davon aus, daß es nur das naturwissenschaftlich erforschbare Dasein gibt und interpretieren in diesem Sinne die Aussagen der Bibel. 

Diese Irrwege können vermieden werden, wenn man sich klarmacht, daß, wie in der Naturwissenschaft, wirkliche Aussagen über eine Realität nur gemacht werden können, wenn man immer und immer tiefer in diese Realität selbst eindringt, sie also selbst Gegenstand der Forschung ist. 

Dieses Prinzip auch für die Theologie in Anspruch zu nehmen ist nicht Vermessenheit, sondern trägt die Verheißung: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen“ (Joh. 8,32). Theologische Aussagen werden dann zu dem, was im Wesentlichen ihre Funktion sein soll: Hilfsmittel auf dem Weg in und zur Erforschung einer Realität, die sich dem Sinnenschein entzieht (einschließlich ihrer Bezüge zur physisch – sichtbaren Welt), und einer Realität, die erst durch Jesus Christus auch für uns in vollem Maße Wirklichkeit werden kann (1. Kor. 2,6-15; 1. Kor. 1-3 und viele andere). 

Durch das vertiefte Eindringen in die nur dem physischen Auge unsichtbaren Welten und die immer tiefer werdende Verwirklichung des Heils (Heiligung) erhalten die Hypothesen der Theologie ihre Korrekturen, so daß sie zu einem immer geschmeidigeren Werkzeug werden. 

Es versteht sich von selbst, daß eine solchermaßen r e a l i t ä t s b e z o g e n e Theologie nicht konfessionsgebunden sein kann. Im Gegenteil wird sie alle durch Nichtverständnis bedingten Barrieren überwinden können, und so die „Einheit im Glauben“ (Eph. 4, 13) ermöglichen. Dieses für unsere Zeit neue Verständnis der Theologie bedingt nicht nur eine grundsätzliche Neuausrichtung des Theologen – er selbst in seinem Streben nach Heil und der damit verbundenen Transformation seiner selbst, ist primäres Studienobjekt, das ihn in unmittelbaren Kontakt zu oben genannten Realitäten bringt – sondern auch eine gewichtsmäßige Verlagerung und Ausweitung der theologischen Studienfächer.

Zu ihnen wird nicht nur die vergleichende Beschäftigung mit Leben und Aussagen christlicher Mystiker aller Konfessionen gehören, oder die Beachtung christlicher Erfahrungen, sondern auch an den Erscheinungen und den Aussagen des Spiritismus und der Parapsychologie wird der Theologe nicht oberflächlich Kenntnis nehmend vorbeigehen können. Wenn sie ihm auch keine unmittelbar christologischen Erkenntnisse vermitteln können, so können sie doch geistig-seelisch-materielle Zusammenhänge offenbaren. 

Das Wichtigste, selbstverständlich neben dem eigenen Streben nach Heiligung, wird schließlich die Zusammenschau des so gewonnenen Wissens sein. Diese wird dem Theologen in echt wissenschaftlicher Weise sagen können, unter welchen Bedingungen diese oder jene Ergebnisse zu erwarten sind.“ 
Manfred Reichelt

Bild: dom dada, flickr.com


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Kommentare

43 Kommentare zu „Theologisieren heute – eine dringend nötige Besinnung“

  1. Avatar von Manfred
    Manfred

    Nun ja, ob das so Schwachsinn ist, wage ich zu bezweifeln. Jürgen Moltmann schrieb mir jedenfalls anerkennde Worten wollte allerdings den Text noch etwas verändert haben. Da ich das ablehnte, wurde er nicht veröffentlicht.
    Ich gebe später einen Beispieltext.

  2. wie gesagt, ich finde den Text interessant ! sonst hätte ich ihn nicht veröffentlicht….

    Danke 😉

  3. @Manfred:

    Klar, wenn ich so was Jürgen Moltmann schicke, dann wird er schon aus seiner ihm eigenen puren Höflichkeit erst einmal „annerkennende Worte“ schreiben. 😀 Die Änderungen, die er an dem Text gerne gehabt hätte, kann ich mir allerdings recht gut denken – ich kenne Moltmann zufällig. 😀

    Ob Du nun bezweifelst, daß Dein Beitrag Schwachsinn ist oder nicht, ist ja nun Deine Sache, da mische ich mich nicht ein. Nicht bezweifeln kannst Du jedenfalls, daß ich das so sehe. 😉 Zugegeben, damit haben wir noch keine objektive Wertung erreicht, war aber auch nie meine Absicht.

    Einigermaßen objektiv dagegen läßt sich feststellen, daß Du auf meine Argumente bislang nicht eingegangen bist, daß Du z.B. „die evangelikale Theologie“ in unzulässiger Weise pauschalisiert hast und dazu nicht einmal Belege anführen konntest.

    Und wenn ich dann sehe, wie Du z.B. bei Jesus.de reichlich wirre Beiträge (die glücklicherweise dort gleichermaßen auf dankenswert eindeutige und einhellige Ablehnung stoßen) über die Vereinbarkeit des christlichen Auferstehungsglaubens mit der Reinkarnationslehre, ein angeblich biblisch gerechtfertigtes „Hellsehen“, darüber, daß Sexualität als „Begierde des Fleisches“ nach und nach abzulegen ist (Kinderkriegen ist demnach natürlich auch sündhaft und nicht im Schöpfungswillen Gottes verankert) und dergleichen mehr ablieferst, dann kann ich einfach nicht anders, als hier wenigstens die Frage zu stellen, inwieweit Du wenigstens auf rein intellektueller Ebene qualifiziert bist, über eine „Grundlegung für eine neue Theologie“ zu philosophieren. Entschuldige, aber das mußte ich einfach mal loswerden.

    Daß theolounge darauf reinfällt, ist eine andere, traurige Sache.

  4. Avatar von Manfred
    Manfred

    Na, ja das jesus.de lassen wir mal beiseite. Die sind dort so gut im argumentieren, dass sie mich grundlos gesperrt haben, weil ihnen offensichtlich meine Argumentation zu gefährlich wurde.
    Ob meine Sachen wirr sind, wird ein anderer beurteilen. Dass Kinderkriegen sündhaft wäre, habe ich nirgends geschrieben. Bitte schön bei der Wahrheit bleiben!

    Hier mein Beispieltext:
    Der Mensch wird allgemein unterteilt in Geist, Seele und Leib (1.Thess. 5,23). Das ist eine recht grobe Einteilung, die wir uns etwas genauer ansehen wollen.
    Der Leib ist zunächst das physisch – sichtbare des Menschen, also das, was auch noch eine Zeit nachdem er gestorben ist, als Leiche, sichtbar ist.
    Dieser Leib ist aus materiellen Stoffen aufgebaut, die nach dem Tod „ihre eigenen Wege gehen.“
    Solange der Mensch noch lebt sind diese physischen Stoffe anderen als den ihr innewohnenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Das macht der Vergleich zwischen einer Leiche und einem lebenden Menschen deutlich.
    Man könnte deshalb diese lebendige Kräfteorganisation „Lebensleib“ nennen.
    Einen solchen Lebensleib haben auch die Pflanzen und die Tiere. Kennzeichen dieses Lebensleibes sind Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung.
    Aber der Mensch ist mit diesen Tätigkeiten ja noch nicht erschöpfend beschrieben.
    Ein Mensch hat auch, wie das Tier, Gefühle.
    Was drücken Gefühle aus? Die Beziehungen, also das Verhältnis, das dieses Lebewesen zu anderen Lebewesen oder leblosen Dingen hat. Grob eingeteilt: Das, was geliebt wird, wird aufgesucht; das, was gehasst wird, gemieden.
    Beim Tier geschieht das instinktiv, beim Menschen bewusster. Deshalb sagt man auch, das Tier sei eine Seele, aber der Mensch habe eine Seele. Was wiederum zeigt, dass der Mensch mit Leib und Seele noch nicht ausreichend beschrieben ist.
    Der Mensch kann nämlich über sich selbst reflektieren, d.h. er kann sich quasi selbst gegenüberstehen und betrachten. Das ist durch den Geist möglich. Synonym für Geist könnte man auch das Wort „Ich“ setzen. Wenn wir das tun, dürfen wir aber nicht unter „Ich“ dieses oder jenes verstehen, wie „Ich bin geizig“, „ich bin klug“ sondern nur jene allgemeine Energie, die es mir überhaupt erst ermöglicht, solche Aussagen zu machen. Was ist das für eine Energie? Es kann keine andere sein, als die die mir auch alle bisher genannten Funktionen ermöglichte, also Lebenstätigkeiten wie bei Pflanze und Tier und Beziehungen haben wie sie auch das Tier hat. Geist aber ist das pure Leben, das Leben an sich. Zur Verdeutlichung ein Vergleich mit den Radiowellen: Damit wir einen Sender hören können, muss ein Programm auf die Trägerwelle moduliert werden. Die Programme entsprechen den verschiedenen Funktionen, die genannt wurde. Sie sind das Spezifische. Nun kann man aber eine Trägerwelle auch ohne Programme aussenden. Dann würden wir zwar nichts hören. Aber die Trägerwelle an sich, würde trotzdem da sein.
    Was ist nun das Wesen des Geistes? Es ist ewig und es ist schöpferisch. Es ist Gott (der Vater). Damit will ich aber nicht sagen, dass Du oder ich Gott sind. Wir sind es deshalb nicht, weil unsere Liebe sich noch auf vergängliche Dinge, also die Schöpfungen des Geistes bezieht. Aber der Mensch könnte unmöglich Gottes Kind, oder ein Sohn Gottes werden – wie es uns verheißen ist – wenn nicht Gott in uns schon immer „anwesend“ gewesen wäre. Es gibt nichts, was völlig außer ihm wäre. Nur durch ein falsches Bewusstsein, und was daraus resultiert ist der Mensch von Gott getrennt.
    Mit dem hier geschilderten Aufbau des Menschen wird es möglich sein, zu verstehen was nach dem Tod geschieht, aber auch die Geistesentwicklung der Menschheit vom Sündenfall bis zur heutigen Zeit. Wer also vom Glauben zum Verstehen, zum Gottschauen gelangen möchte, tut gut, sich in die hier gemachte Schilderung zu vertiefen.

    Der Mensch besteht aus physischen Leib (Materie), Lebensleib (das, was den physischen Leib durchorganisiert und die materiellen Gesetzmäßigkeiten in einen ganzheitlichen Zusammenhang stellt), Seele (das was Beziehungen schafft), Geist (Das Ewige).
    Wie können wir uns nun den Menschen im Paradies vorstellen, also unmittelbar nachdem er geschaffen wurde?
    Seine Seele war noch völlig beziehungslos, sein Geist noch nicht tätig. Damit war der Mensch ein völlig reiner Spiegel der ihn umgebenden Realität.
    Der Geist wurde aber sofort mittels des physischen Leibes tätig. Der eigene Leib wurde von des Menschen Geist durchdrungen.
    Dadurch entstand eine geistige Vorstellung vom Leib. Dieses innere Bild ( = Vorstellung ), das der Mensch so gewonnen hatte, wurde mit den anderen Vorstellungen verglichen, die ihm durch den Anblick der Tiere gegeben wurden.
    Dadurch, dass man das eine mit dem anderen vergleicht und so das Gemeinsame aber auch das Trennende feststellt, entsteht ja jede Erkenntnis. So erkannte also zunächst der Mensch die Tiere und konnte sie deshalb mit Namen benennen.
    Nachdem er die Tiere mit Namen benannt hatte war dieser Erkenntnisvorgang beendet. Folgerichtig fällt der Mensch nun in einen Schlaf, da nichts mehr seine Aufmerksamkeit erregt. In diesem Schlaf aber begegnet sein Geist der Vorstellung des eigenen Leibes (s. oben).
    Der Mensch steht damit erstmals sich selbst gegenüber, und da des Menschen Geist noch nicht von Gottes Geist getrennt ist, ist dieser Geist in einem noch unbeschränkten Sinne schöpferisch. Die Vorstellung, die der Mensch zuvor von sich selbst hatte, ihm aber nicht bewusst war, wird nun substantiell herausgesetzt.
    Nun ist aus dem bisher ungeschlechtlichem Menschen Mann und Frau geworden.
    Da nun der Mensch sich gegenüber steht, kann er auch sich selbst erkennen.
    Das Erkennen dringt nun noch mehr dem Ursprung zu – denn wie bereits gesagt wurde, begann der Erkenntnisprozess mittels des menschlichen Leibes, und nun ist er wieder bei ihm angelangt. Der Mensch erkennt nun, dass er erkannte. Dieser bisher stattgefundene Prozess zeigt sich ihm im Bild der Schlange. (Es ist ganz klar, dass es sich hier um einen inneren Vorgang handelt und die Schlange hier nicht eine physisch greifbare Schlange ist. Aber alle Schlangen sind physischer Abbilder lebendiger Kraftrichtungen, Bilder kanalisierter Energie, psychisch ausgedrückt: der Triebe.)
    Da nun das Erkennen auf tieferes ausgerichtet ist, kommt es wieder an eine Grenze, und zwar der zwischen Erkennbaren und (vorläufig) Nichterkennbarem, nämlich der zwischen dem Geschaffenen an sich und dem Schaffenden, oder anderes ausgedrückt zwischen Form und Energie (die formlos ist). Da der Mensch nichts anderes tat und „wollte“ als erkennen steht er nun dem Unerkennbaren gegenüber. Sein Erkenntnistrieb stößt also auf eine „Mauer“. Der Erkenntnistrieb wird ohnmächtig. Die Urangst und damit der Tod waren „geboren“. Das beendete den Zustand der Harmonie mit Gott (Paradies).

  5. @Manfred:

    Ich bleibe gerne bei der Wahrheit! Daher zwei Zitate von Dir aus dem Jesus.de-Forum:

    „Sexualität gehört zu den „Begierden des Fleisches“, wie es im N.T. heißt. Ja, Sexualität ist häufig sogar die größte Begierde des Menschen. Weil sie so groß ist, wird dem Christen empfohlen nicht zu hart gegen sich selbst zu sein, also nicht nur zu beten, sondern auch mal wieder diesem Bedürfnis nachzugeben (Das wurde im Wissen darum empfohlen, dass verdrängtes sexuelles Verlangen Unheil anrichtet (worüber ja Freud mehr ans Licht brachte).
    Trotzdem besteht im Christen das Ziel alle Begierden zu überwinden. Also auch die Sexualität. Das geht natürlich nicht mit einem Schlag, sondern indem man immer mehr die illusorischen Grundlagen des sexuellen Begehrens durchschaut.
    Ziel ist auf keinen Fall immer mehr Spas am Sex zu haben und nach Wegen zu suchen, um diesen zu stimulieren (wie hier leider auch von vielen Christen empfohlen wird).
    Am Schönsten ist keinen Sex zu haben, auch wenn man mit einem Partner zusammenlebt! “

    „Es ist ein Unterschied, ob ich Kinder zeugen will, oder ob ich Sex regelrecht pflege (und damit abhängig werde, wie bei jeder Sucht).“

    Ich glaube, ich muß diese Zitate nicht weiter kommentieren, bis auch der letzte merkt, womit wir es hier zu tun haben.

  6. ich hab nix gegen Sexualität….
    aber es gehört hier eigentlich nicht zum artikel…

  7. paulus sah es aber ähnlich, wie in dem zitat. zumindest für sich persönlich.
    für andere sah er die ehe für sinnvoll an, wenn ich das richtig im hinterkopf habe…

  8. @theolounge:

    Ich sage auch gar nicht, daß das was zum Thema tut. Ich wollte nur einmal darauf hinweisen, daß der Artikel, den Du hier veröffentlicht hast, inklusive der folgenden Kommentare, in Sachen Nonsens keine Ausnahme ist.

    Zu Deiner Anmerkung: es macht einen bedeutenden Unterschied, wie Du zu konstatieren, daß Paulus selbst die Enthaltsamkeit gewählt und anderen empfohlen hat (Stichwort: Naherwartung), oder ob man – wie Manfred Reichelt – regelmäßig praktizierte Sexualität als „Sucht“ und sündhaft bezeichnet. Von den anderen oben angesprochenen Themen ganz zu schweigen.

    Ich denke eigentlich, ich stehe mit meiner Auffassung nicht ganz alleine, daß wirre Meinungen wie diese nicht unbedingt dafür qualifizieren, bei einem Internetangebot, das sich christlicher Theologie verpflichtet weiß, gefeatured zu werden. Aber gut, das ist Deine Sache. Ich gebe mehr und mehr die Hoffnung auf, mit theolounge.de noch einen wirklich sinnvollen theologischen Mehrwert zu haben … 😉

  9. Um das noch etwas zu profilieren:

    Ich freue mich wirklich, mich an Artikeln zu reiben, Widerspruch zu finden, ungewöhnlichen, herausfordernden und neuen Sichtweisen zu begegnen. Ich halte nichts von Zensur und Abgrenzung und möchte nicht den Eindruck erwecken, ich würde hier danach rufen.

    Aber Thielickes Satz, den ich darin vorbildhaft finde, nämlich: „Man muß Häresien wagen, um die Wahrheit zu gewinnen “ setzt ein gewisses argumentatives Niveau von Häresien voraus, während ich hier den Eindruck gewinne, daß Niveau letztlich keine Rolle spielt.

    *kopfschüttel*

  10. Hmmmm, ja dann…..gibts eigentlich nur eins: dann schreib doch einfach hier mit auf der theolounge ! Dann kannst Du die Richtung mit bestimmen. Wie wärs ?

  11. Avatar von Manfred
    Manfred

    @ theolobias
    Die Bibel gibt gewisse Eckpunkte an oder man kann auch sagen, sie ist dem „Drahtgerüst“ einer virtuellen Landschaft vergleichbar, das ausgefüllt werden muss.
    In diesem Sinne sind die „neuen Erkenntnisse“ Bestandteil des Rahmens.
    „Neu“ sind insofern die Erkenntnisse, dass sie nicht explizit in der Bibel stehen, sondern das Verbindende zwischen ihnen sind.
    Mit „meiner“ Theologie kann zum Beispiel die Auferstehung logisch nachvollzogen werden. Auch kann ganz klar gesagt werden, wie sich das jenseitige Leben gestaltet.
    Die Aussagen sind so zuverlässig wie naturwissenschaftliche Aussagen. Sie verifizieren sich durch die ihnen immanente Logik und die Erfahrung.
    Es ergeben sich Schnittpunkte mit der Naturwissenschaft, an denen sich aufzeigen lässt, wie Materielles in Spirituelles übergeht und umgekehrt.

  12. @Manfred:

    Na, dann viel Spaß mit Deiner „Theologie“ – die, nachdem Du ja explizit geäußert hast, „k e i n e gute Theologie“ zu kennen, eigentlich nur schlecht sein kann … 😉

    Ich betreibe da lieber munter und froh meine Theologie weiter und weiß im Zuge dessen auch um die Grenzen von Logik und Erfahrung, versteige mich nicht in pseudowissenschaftliche Anmaßungen, gleichermaßen „zuverlässige“ Aussagen wie die Naturwissenschaften machen zu können etc. Seltsam eigentlich, daß Du der einzige zu sein scheinst, dem solche „zuverlässigen“ Aussagen gelingen und darüber hinaus auch noch einleuchten … 😀 Und spätestens im „jenseitigen Leben“ kannst Du mir dann sicherlich darlegen, daß Du es ja schon immer gewußt hast. Oh Mann. *kopfschüttel*

    @theolounge:

    Das muß ich mir mal durch den Kopf gehen lassen. Grundsätzlich habe ich da nichts dagegen – wobei für mich klar ist, daß ich über das hinaus, was ich auf meinem eigenen Blog veröffentliche, derzeit keine Kapazität für weitere Artikel habe. Aber eine Parallelveröffentlichung könnte ich mir ggf. vorstellen. Ich lasse es Dich wissen, sobald ich mal was habe, was sich für theolounge eignen würde!

  13. Die Diskussion macht einmal wieder die Problematik des heutigen Glaubens bzw. einer Theologie, die nur in Buchstaben, jenseits von weltlich-naturwissenschaftlicher Logik, blättern kann deutlich.

    Doch wenn ich den Papst recht verstehe, dann beruht der Grund des Evangeliums nicht dort, wo heute Evangikale blättern oder sich innerer Stimmungen bzw. Meinungen, persönlicher Mystik… hingeben.

    Laut dem Chefwissenschaftler hat der christlichen Glauben seinen Grund in der griechischen Ratio, einer schöpferischen Vernunft, die im Fluss allen Lebens als logischer Verlauf verstanden wurde und somit zur Reform, inhaltlichen Füllung des jüdischen Monotheismus führte. Und genau die Mechanismen des evolutonären Lebensflusses werden heute als Grammatik des Lebens, Alphabet, Genentische Buchstaben… erklärt.

    Doch nimmt hieraus einer der Evangelikalen seine Besimmung? Wer fragt, ob nicht das, was in der Antike als Wort Gottes galt, nicht genau dort zu hören wäre, wo die Wissenschaft die Welt erklärt?

  14. Avatar von Manfred
    Manfred

    Klar, theolobias, dann machten also die Apostel auch nur unzuverlässige Aussagen, weil man ja Deiner Meinung nach als Theologe keine anderen machen kann…
    Du gehst eben zu sehr von Ist-Zustand aus, und da hast Du natürlich recht. Desweg schrieb ich ja, dass mir kein guter Theologe in der heutigen Zeit bekannt ist.
    Schön, dass Du mich in meiner Aussage bestätigst!

  15. @theologie-der-vernunft.de:

    Du wirfst da einiges durcheinander:

    1. Ich vertrete mit Sicherheit keine Theologie, die sich „nur in Buchstaben, jenseits von weltlich-naturwissenschaftlicher Logik“ bewegt.. Ich habe z.B. ausführlich Pannenberg studiert und schätze ihn sehr.

    2. Der Grund des Glaubens liegt auch für den Papst nicht in der „griechischen Ratio“, sondern im Wirken des Heiligen Geistes in Verkündigung und Sakramenten, die ratio dagegen hat die Funktion des Nachdenkens über und Eindringens in dieses „Geheimnis des Glaubens“. So unähnlich sind sich Protestantismus und Katholizismus in diesem Punkt nicht. Christlicher Glaube ist so keineswegs irrational, geht aber auch nicht einfach in der ratio auf und kann von dieser nicht vollständig erfaßt werden.

    3. Und noch einer, der munter pauschalisierendes Evangelikalen-Bashing betreibt. Bitteschön, auch von Dir möchte ich erst einmal Namen und Inhalte hören, bevor ich Dir abnehme, daß Du weißt, wovon Du redest. Ich bin selbst im evangelikalen Bereich großgeworden und habe meine Bildung diesbezüglich nicht nur aus irgendwelchen Low-Budget-ZDF-Dokus, wo ahnungslose Journalisten auf Themenbereiche angesetzt werden, mit denen sie noch nie auch nur im entferntesten etwas zu tun hatte. Es ist ein Zerrbild, Evangelikale seien entweder nur Vertreter einer modernen Verbalinspirationslehre oder aber vernunftlose Mystiker. Die mag es geben – wie es auch in der röm.-kath. Kirche Kreuzzugfundamentalisten gibt und in den evangelischen Landeskirchen ein paar Träumer, die bei Datumsangaben immer noch die ’68 hinten stehen haben.

    4. Was Du hier als „evolutionären Lebensfluss“ bezeichnest, ist auch nach lehramtlich-päpstlicher Auffassung nicht einfach Inbegriff der Religionsgeschichte. Christlicher Glaube ist Offenbarungsglaube – und Offenbarung hat, so sehr sie auch (wie z.B. bei Pannenberg) plausibilisiert werden kann, immer auch kontingent und somit eben nicht einfach methodisch greifbar.

    Bevor Du also fragst, ob „hieraus einer der Evangelikalen seine Besinnung“ nimmt, würde ich fragen: warum studierst Du nicht erst einmal ordentlich Theologie (ob nun in Eigenregie oder an irgendeiner Fakultät), bevor Du Dich auf Felder wagst, auf denen Du außer ein paar verzerrter populistischer Allgemeinplätze und pseudointellektueller Scheinweisheiten offensichtlich nicht allzu viel beitragen kannst?

    Nur mal so als Hinweis: manchmal merkt man schon an der Terminologie, wo der Hammer hängt, sprich: ob jemand wichtigtut, oder wirklich Ahnung hat – eine Überschrift wie “ Aufforderung an den Papst, die Aufklärung neu nach dem Auferstandenen suchen zu lassen und weitere Belege für eine kreative Logik als historischen Heilsbringer, u. a. durch das AT 2006″ zeugt nicht gerade von einer realistischen Selbsteinschätzung und fachlicher Kompetenz. Wenn ich mir dann noch den Inhalt solcher Geschreibsel betrachte, breche ich endgültig in schallendes Gelächter aus! 😀

    Sorry, aber mir drängt sich hier langsam immer mehr der Eindruck auf, daß ich mit Personen (namentlich Manfred und Du) diskutiere, die aufgrund irgendwelcher Selbstwertkomplexe und möglicherweise auch einem zweifelhaften überhöhten Sendungsbewußtsein es für nötig befinden, sich zu den großen Erneuerern der Theologie zu stilisieren, dabei aber in jedem Satz aufpassen müssen, „Theologie“ richtig zu schreiben …

    Jungs, jetzt mal ehrlich: wenn Ihr jemanden beeindrucken wollt – sucht Euch ein paar Leute, die von Theologie noch nie etwas gehört haben und verzweifelt nach einem Guru suchen, die könnt Ihr damit vielleicht beglücken. Aber gebt Euch, bitte, nicht der Illusion hin, ich könnte auch nur irgendwas von Euren Weisheiten ernstnehmen. 😀

  16. Sorry, zwei kleine Verbesserungen:

    Unter 3. muß es bei den Journalisten hinten „hatten“ statt „hatte“ heißen. Unter 4. meine ich natürlich, daß Offenbarung immer auch kontingent „ist“, nicht „hat“ … 😉 Wenn schon, denn schon.

  17. @Manfred:

    Du solltest langsam einmal damit anfangen, lesen zu lernen. Das würde unter Umständen dann auch Deinem Schreiben guttun. Ich habe nirgendwo behauptet, der Apostel oder die Theologie könnten nur unzuverlässige Aussagen machen. Ich habe darauf hingewiesen, daß die „Zuverlässigkeit“ theologischer Aussagen notwendig eine andere Art von Zuverlässigkeit ist als die naturwissenschaftlicher Aussagen.

    Ehrlich, ich hab’s langsam satt, mich mit so viel Blödheit auseinandersetzen zu müssen. 😀

  18. Auch wenn das jemand als Einmischung empfindet, möchte ich an die erste Regel der Netiquette erinnern:

    Schreibe nie etwas, was Du dem Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würdest.

    http://www.chemie.fu-berlin.de/outerspace/netnews/netiquette.html#neti-01

  19. @useibert:

    Danke für den Hinweis, der richtig und notwendig ist! Ganz ehrlich: ich würde das, was ich hier geschrieben habe, genau so auch öffentlich an die beiden richten. Ich weiß, daß das nicht alles „nett“ ist, was ich hier geschrieben habe – aber es gibt Grenzen des Zumutbaren, die hier für mich definitiv überschritten wurden. Ich kann mit ebenso deutlicher Gegenkritik gut umgehen, so lange das Argument im Vordergrund steht. Daß Manfred und „theologie-der-vernunft“ zu letzterem nicht bereit sind, hat der Verlauf der Diskussion ja gezeit. Ich sage nur: „die Evangelikalen“ …

  20. @theologias,

    warum gleich mit Steinen werfen?

    Mit keinem Wort habe ich Dich als „Evangelikalen“ angegriffen. Ich bin nur gewiss, dass „Theologiesieren als notwendige Bestimmung“ völlig an der Welt vorbeigeht, wenn nur eigene alte Glaubentexte besonnen werden

    Viele Grüße
    Gerhard

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