Manche Vokabeln kennt man(n) nicht aus dem normalen Sprachgebrauch – und das ist auch gut so. Wissen Sie, was „Labelsex“ ist? Nein? Macht nichts. Aber wenn Sie die heutige Ausgabe von „20Minuten“ aus der Schweiz gelesen hätten, wüssten Sie´s vielleicht…
Junge Leute prostituieren sich, um sich das nötige Kleingeld für teure Designerklamotten anzuschaffen (im wahrsten Sinn des Wortes). Möglich ist das in der Schweiz, weil es die Rechtslage zulässt, dass Prostitution ab 16 Jahre erlaubt ist. Kinder im Bordell oder auf der Strasse – und danach können sie sich das neue Outfit leisten. Mehr darüber können Sie hier lesen.
Die andere Vokabel hörte ich zum ersten Mal in einem Gespräch. Es ging um eine Familie im Nachbardorf, die mein Gesprächspartner auch kannte. Wir unterhielten uns darüber, wie schade es ist, dass diese Familie nach 20 Jahren Ehe zerbricht. Der Familienvater und Ehemann war immer weniger zu Hause anzutreffen, hatte eine intime Beziehung zu einer anderen Frau. Danach lernte er wieder jemand anderes kennen. Und noch jemand. Zum Zeitpunkt des Gesprächs waren es schon eine stattliche Anzahl „Damen“ gewesen, mit denen er zeitweise sehr eng zusammenlebte. Und daneben musste seine Frau und seine Kinder mit dieser Situation fertig werden…
Die lakonische Bemerkung meines Gegenüber auf die traurige Situation der Familie lautete: „Na und, wenn der Mann halt Ergänzungssex braucht…!“
Ich war so geschockt von dieser Sicht der Dinge, dass mir nichts Passendes als Erwiderung in dieser Situation einfiel. Ergänzungs-Sex, das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Die eigene Partnerschaft reicht dafür nicht mehr aus, man(n) muss noch einige andere Frauen zusätzlich zu laufen haben…
Mit welchem Recht nehmen sich eigentlich Manche heraus, so gravierend die Vertrauenssphäre des Miteinander zu zerbrechen und den Partner dermassen zu verletzen, dass es diesem sehr schwer wird, den Alltag zu bewältigen.
Mir ist bewusst, dass es 1000 Ursachen geben kann, wieso Ehen langsam auseinander driften. Und ich will hier auch keine Klischees aufgreifen. Aber ich weiss auch, dass sich Gott, als er die Ehe erschuf – und auch die Sexualität – echt Gedanken darum gemacht hatte. Es sollte ein gelingendes, befriedigendes Zusammenleben zweier Personen werden. Und das kann es auch, wenn wir uns die entsprechenden Ziele setzen, unserem Partner die Treue zu halten.
Was mich in der heutigen Zeit immer wieder schockiert ist nicht, dass Menschen zu Schlimmen fähig sind (das fing gleich mit Adam und Eva an), sondern dass die Akzeptanz in den Medien und in der Gesellschaft für gemeinschaftsschädigendes Verhalten so zugenommen hat, dass eben moralisch fragwürdiges Verhalten als normal durchgeht. Das abendliche Fernsehprogramm zeigt es immer deutlicher.
Aus Seelsorgegesprächen weiss ich, wie Menschen an solchen kaputten Beziehungen oft jahrzehntelang leiden und Seitensprünge nicht einfach so wegstecken. Die tiefen Wunden heilen bei manchen Menschen niemals.
Und doch bietet Gott auch in solchen Situationen Hilfe an: Umkehr zu ihm und zum Partner. Er hat selbst die grösste Freude daran, wenn seine Geschöpfe nach den Leitplanken leben, die ihrem täglichen Alltag Schutz verleihen…
Foto: hofschlaeger / pixelio



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