Neubiberg / München. Mag man nun von Halloween halten, was man mag: diese Nacht vom 31.10. auf den 1.11. wird gerne dafür mißbraucht, um Dinge zu zerstören. Ich selbst habe es heute erlebt, als Vorder- und Hinterrad meines Fahrrads völlig verbogen worden waren in dieser Nacht. Aber nicht nur das: über 25 Fahrrädern erging es so, die am Bahnhof Neubiberg abgestellt waren, und das in einem kleinen münchner Vorort, der mehr als bürgerlich ist. Der Nachbarort Ottobrunn zeichnete sich unlängst sogar durch die höchste „Akademikerdichte“ Europas aus, die mitunter durch den Arbeitgeber EADS hervorgerufen wurde.
Das hindert jedoch offenbar gewisse Menschen nicht daran, ihrer Zerstörungswut zu frönen. Wer dies nun gewesen ist, ist fraglich: Fussballfans, Hotelgäste ? Möglich. Wahrscheinlicher ist m.E. jedoch, dass die Täter im Bereich von Jugendlichen, möglicherweise sogar von Schülern zu suchen sind. Einen Eindruck vom Ausmaß der Zerstörungswut kann man > hier bekommen – verbunden mit der Bitte, dass Zeugen sich an die Polizeiinspektion Ottobrunn wenden und einen Antrag auf Strafverfolgung stellen mögen.
Warum kommt aber dieser Artikel nun auf einer theologischen Seite ? Zum einen, weil ich selbst betroffen bin, zum anderen aber besonders deswegen, weil hier im Kleinen deutlich wird, was sich auch im Grossen zeigt: ungezügelte Aggressivität und Vandalismus, der, wenn ihm kein Einhalt geboten wird, stärker um sich greifen wird. Täter, deren Taten nicht verfolgt werden, können nämlich zu dem Schluss kommen, das nächste Mal jeweils einen Schritt weiter zu gehen.
Es geht also letztlich darum, Gewalt und Gewaltbereitschaft bereits im Kleinen zu erkennen und ihr zu begegnen. Dies ist auch eine ethische und moralische Frage, denn man kann sie übertragen auf größere Dinge: auf Amokläufe in Schulen, die dadurch auch mitverursacht werden, dass (mitunter noch latente) Aggressivität übergangen und unbeachtet bleibt – bis sie vehement ausbricht. Vergewaltigungen, Überfälle.
Es zeigt sich hier im Kleinen, was später möglicherweise im Großen geschehen wird. Und es gilt der alte Spruch: wer schweigt, stimmt zu. Deswegen ist es wichtig, an diesem Beispiel auf die Problematik von Vandalismus hinzuweisen. Es ist ein Aufruf an jeden, der etwas von der Sache mitbekommen hat, seinen Mund aufzumachen. Und es ist ein Aufruf an all diejenigen, die ähnliches erlebt haben oder erleben, ebenfalls nicht mehr zu schweigen. Es geht letztlich um Zivilcourage und darum, wie wir Menschen als Staat und Gesellschaft zusammenleben wollen. Es geht um Ethik und Moral im Kleinen, die schnell die Ethik und Moral einer ganzen Gesellschaft werden könnte: wie soll Ihr Kind morgen leben und unter welchen Bedingungen ? Machen Sie den Mund auf !
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Bild: Henrik G. Vogel,pixelio.de



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