Allerheiligen – zum Teufel mit dem Feiertag ? oder zu: MTV ?

kerze-stefanie-prager.jpgMünchen schickt den Feiertag zum Teufel: Allerheiligen. Es verkauft ihn an die Unterhaltungsindustrie, genauer: an den Musiksender MTV. Das Problem der Gegner dieses Vorhabens scheint zwar einerseits ein religiöses Anliegen zu sein, diesen Tag in Ruhe erleben zu können. Etwas ganz anderes sollte aber hellhöriger machen, es könnte sich nämlich ein Dominoeffekt einstellen: wenn nämlich Feiertage ihren Ursprung verlieren, ist es bis zu ihrer Abschaffung nur noch ein kleiner Schritt. Sie sind dann nämlich nur noch leere Fassade.
Wenn München – und vornweg OB Christian Ude als Schirmherr Münchens – an Allerheiligen MTV nach München holt, eine laute und schrille Veranstaltung, dann entfremdet er den Feiertag von seinem ursprünglichen Zweck. Wie hieß es doch gleich: der Sabbat sei für den Menschen da, und nicht umgekehrt ? Nun, man könnte argumentieren: aber die Menschen freut die MTV Musik. Richtig. Aber nicht an diesem Tag. Denn dieser religiöse Feiertag hat den Zweck, dass der Mensch zur Ruhe kommen kann, zu sich selbst finden kann. Er ist ein Stop im dauernden Gegängel der Medien- und Arbeitswelt, er signalisiert: Mensch, begegne Dir wieder selbst und denke nach, worüber Du sonst in der Hektik Deines Alltags nicht nachzudenken im Stande bist. Ziehe Dich in Deinen Hafen zurück, anstatt wie eine Maus im Laufrad weiterzurennen.

Wenn also OB Ude MTV heute nach München holt, heißt das nichts anderes als folgendes: Bürger, stellt Euch darauf ein, dass in 10 Jahren dieser Feiertag kippen wird, wie auch viele andere – denn er wird keine Legitimation mehr besitzen. Es ist dies einer der Anfänge, die einer wirtschafts- und mediengesteuerten, gewinnorientierten Gesellschaft aus dem Herzen spricht: arbeite mehr, konsumiere mehr, denke weniger nach.

Der Dominoeffekt hat damit begonnen. Oder nein, er hat längst begonnen, vielerorts. Aber hier wird ein weiteres Exempel gesetzt. Ein Exempel, das eigentlich auch an anderen Tagen wiederholt werden könnte. Wie wäre es mit dem 24. ? Also Dezember ? Ein Tag, wie jeder andere ?

In den nächsten Jahren könnte somit die Frage, die derzeit in den Gassen noch ungläubig umherläuft, die glaubt, gestellt zu werden, die meint, sie sei es wert, von Mund zu Mund zu wechseln, die bittet, nicht zertreten zu werden, diese Frage könnte in ein paar Jahren laut werden, sie könnte schreien und klagen und jammern und unseren OB in München fragen: „Ude, warum hast Du uns damals verkauft ?“

Hier zum Hintergrund-Artikel.


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