Vor wenigen Tagen hat die McKinsey-Wirtschaftsberatung eine Studie zu den Kosten von Klimaschutzmaßnahmen veröffentlicht. Auftraggeber dieser Studie war der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
McKinsey ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine 30%ige Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bis 2020 relativ einfach – ohne Einbußen für Wirtschaftswachstum und Lebensqualität – erreichbar seien. Zwei Drittel davon könnten mit Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen erreicht werden, die sich langfristig von selbst amortisieren, ein Drittel mit noch vertretbaren Kosten.
Das Klimaschutzziel einer Reduzierung um 40%, welches mindestens notwendig ist, um den Klimawandel in einem vertretbaren Ausmaß zu halten, würde aber erhebliche Aufwendungen mit sich bringen und sei unzumutbar. Wenig verwunderlich, dass der BDI dem 40%-Ziel daraufhin natürlich sofort eine deutliche Absage erteilte.
Es ist also festzuhalten, dass der BDI Klimaschutz nur so lange als akzeptabel betrachtet, so lange er nahezu zum Nulltarif erhältlich ist. Eine Gegenkosten-Rechnung, welche die zu erwartenden Schäden in Betracht zieht, die eintreten werden, wenn wir weiterhin so mit Gottes Schöpfung umgehen, wie bislang, wurde m.W. nicht aufgemacht.
Das wundert mich aber auch nicht. Denn wie sollte man sie auch beziffern: die nicht wieder gut zu machende Vernichtung von Lebensraum für derzeit noch heimische Flora und Fauna, die zusätzlichen Gesundheitsrisiken (z.B. Ausbreitung von wärmeliebenden Insekten und Krankheitserregern bis in unsere Breitengrade durch die steigenden Temperaturen), der Anstieg des Meeresspiegels, der auch deutsche Küsten betreffen wird, das weitere Abschmelzen der Gletscher, … welche der Klimawandel mit sich bringt (vgl. auch die Informationen von Greenpeace zum Thema).
Außerdem zeigt ja das Gerangel um die aufgebrochene Schiffs-Passage in der Arktis (hieß das nicht mal „Ewiges Eis“?) exemplarisch, dass nicht vorrangig der Lebensraum der dort lebenden Eisbären und deren Existenzgrundlage von Interesse sind, sondern die ökonomischen Möglichkeiten, welche sich durch dieses Ergebnis des Klimawandels ergeben (Schiffe könnten die Nordwest-Passage als kostengünstige Alternative zu anderen Routen nutzen; außerdem vermuten Experten, dass 25 Prozent aller unentdeckten Öl- und Gasvorkommen in der Arktis liegen; Amerika, Russland, Kanada, Norwegen und Dänemark rangeln bereits heftig darum, wem das Gebiet gehört, und wer also hier die natürlichen Ressourcen abbauen darf – vgl. Spiegel-Bericht „Kalter Krieg am Nordpol“).
Lasst uns tanzen um das Goldene Kalb!



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