Antisemitismus aus Polen

img_7377.jpgIn einigen Fällen regiert der heilige Stuhl aus Rom sehr schnell, konsequent und manchmal hart. In dem folgenden Fall hat sich die katholische Kirche mit einer öffentlichen Rügung zurückgehalten: Pater Tadeusz Rydzyk aus Polen gründetet nun dort seine eigene Universität, womit er automatisch nach EU-Abkommen Fördergelder in Millionenhöhe bekommt. Dagegen ist natürlich noch nichts auszusetzen. Nur vertritt der mächtige polnische Mönch europafeindliche und besonders antisemitische Einstellungen.
Demnach sei die EU „ein Hort von Kommunisten, Juden, Freimaurern und Homosexuellen“. Des Weiteren lobte er Präsident Lech Kaczynski, dass er die „jüdische Lobby“ im Lande zum Glück fest im Griff hätte. Trotz nationaler und internationaler Kritik, wird Pater Tadeusz Rydzyk vor einer Verurteilung durch die Justiz geschützt und bekommt durch das zuständige polnische Ministerium nun doch seine EU-Gelder in Millionenhöhe.

Kein Wunder wenn man sich vor Augen hält, dass bald Wahlen sind. Die Wahlen vor zwei Jahren gewannen die Kaczynski-Brüder ja nur mit heftiger Unterstützung von Rydzyks Kampagnen. Damals dankten sie ihm noch aller Öffentlichkeit. Die polnische Bischofskonferenz drückt sich leider bis heute um eine öffentliche Rügung. Nun wäre es an der Zeit, dass sich Rom in die Debatte einschaltet. Schließlich war man beim ökumenischen Kirchentag in Berlin vor einigen Jahren ganz schnell katholische Priester ihres Amtes zu entheben, weil sie die heilige Kommunion entgegen der Order aus Rom an Nicht-Katholiken austeilten.

Einen Pater, der mit seinem eigenen Medienapparat Juden diskriminiert und dem korrupten polnischen Führungs-Duo öffentlich die Hand reicht, sollte man da nicht gewähren lassen. Der Mann ist einfach nur peinlich und kann so einigen Schaden am Bild der katholischen Kirche anrichten.

2 Gedanken zu “Antisemitismus aus Polen

  1. Mich erstaunt eigentlich immer wieder, wie besonders religiöse Menschen ihren so oder so gerichteten Zorn/Hass Wort verleihen,undmeinen,damit etwas gutes zu tun. Gerne wird dabei „religiös-kulturelles Erbe“ oder die Schrift selbst als Begründung herangezogen.
    Wer so fühlt,kann er noch in einem inneren, gottgegebenen Gleichgewicht sein? Andernorts gab es einen Beitrag zumaufrichtigen Beten; geht dies mit einer deratigen Mördergrube im Herzen?

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