Darf ein Christ eine Nichtchristin heiraten ?

Zufällig fand ich einen Artikel auf einer christlichen Seite, die nicht so sehr auf meiner Linie liegt. Ein Leser fragt, ob er denn mit einer Nichtchristin zusammen sein dürfe. Die Antwort des Autors lautet: gemäß der Bibel: wohl eher Nein. Die Antwort stammt von einem Physiker, der meint, sich in Glaubensdingen gut auszukennen. Deshalb antwortet er dem Leser

verbindlich. Kein sonderlich differenziertes Urteil, das nachfragt, wie die Lage genau ist, keine Dialektik, sondern ein klares Urteil in einer ach so unklaren Welt. Ein Urteil, das die Bildzeitung nicht viel klarer abgeben könnte. Schwarz ist schwarz und weiß ist weiß. Es gibt das Gute und das Böse – Zwischentöne aber sind nicht erlaubt.

Das Ganze wirkt irgendwo sehr dogmatisch und schulmeisterlich. Kein Arzt und kein Psychotherapeut würde sich trauen, solch eine Ferndiagnose zu erstellen (außer vielleicht „Doktor Sommer“ von der Bravoredaktion). Zumal diese Diagnose wohl tatsächliche Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Person haben wird.

Natürlich ist es sinnvoll und auch einfacher, wenn in einer Ehe oder Partnerschaft beide Partner mit dem Glauben etwas anfangen können. Man hat eine gemeinsame geistliche Welt und man fühlt sich etwas Höherem verpflichtet.

Aber ist es nicht fast schon fahrlässig, dies in dieser Art jemandem zu raten, nur aufgrund von Bibelzitaten ? Die Bibel fühlt sich in ihrer Gesamtheit natürlich insgesamt gesehen einer Sache verpflichtet: Gott. Und dieser zeigt sich letztendlich in Jesus.

Aber die Bibel ist zudem auch ein inhomogenes Buch, zusammengestellt wohl in der letztlichen Fassung erst aufgrund der nachösterlichen Geschehen, also erst, nachdem von der Auferstehung Jesu berichtet wurde. Die Bibel thematisiert also eine Geschichte des Glaubens und findet ihren Höhepunkt schließlich in dem Geschehen der Auferstehung Jesu. Aber innerhalb der verschiedenen Bücher des biblischen Kanons gibt es zudem auch viele unterschiedliche Denklinien. Was äußerlich als Einheit auftritt und dies vom großen Thema her auch ist, ist innerlich sehr differenziert.

Die Frage also: darf man einen solchen Rat jemandem erteilen ? Und vor allem: kann man diese Verantwortung übernehmen, dass man damit das Leben eines anderen vielleicht verändert ? Natürlich ist jeder frei in seiner Enscheidung – denkt man zumindest. Man glaubt, er könne das eine annehmen, das andere aber ablehnen.

So einfach ist es aber oft nicht. Wenn dieser Jemand nämlich eine gewisse Achtung vor Instanzen hat, dann wird er die Weisungen dieser Instanzen auch aufnehmen. Insofern übernehmen diese Instanzen also eine sehr verantwortungsvolle Rolle – auch eine solche Website.

Ist es also legitim, dass auf einen Leserbrief so geantwortet wird: „Wenn Du ein wahrer Christ bis, dann trennst Du Dich lieber von Deiner Liebe, die Du eben kennengelernt hast. Glaub uns einfach, wir wissen schon, was für Dich richtig ist, wir legen die Bibel richtig aus für Dich.“

Ich halte diese Art von Auslegung für eine ziemliche Anmaßung. Und sie hat Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, Auswirkungen, die kein Arzt per Ferndiagnose und kein Psychotherapeut so auf sich nehmen wollte und würde.

Zwar mag die Antwort von der Sache her richtig sein: „Ja, es kann leichter sein, mit jemandem zusammenzuleben, der auch an Gott glaubt. Und in der Bibel gibt es auch Passagen, die man zu diesem Thema hinzuziehen und auslegen könnte. “

Aber die implizite Aufforderung – und das noch im Sinne einer Ferndiagnose – , von dieser Liebesbeziehung Abstand zu nehmen, erscheint mir verantwortungslos. Schon Luther fiel es nicht gerade leicht, die Bibel richtig auszulegen. Schließlich kam er zum Schluß, dass jeder sie selbst auslegen könne, wenn er die entsprechende Bildung mitbrächte. Er meinte aber auch, dass sie stets im Sinne der Liebe – also auch der Mitmenschlichkeit – ausgelegt werden solle, denn sonst verkenne man ihren Kern, die Grundaussage Jesu: Gott kam in diese Welt für jeden Einzelnen von uns, und zwar im Sinne der Liebe zu den Menschen.

Können wir uns also anmaßen, solche Ratschläge und Ferndiagnosen über das Leben eines Anderen zu geben, noch dazu auf Distanz ? Ich halte dies für sehr kritisch. Meine Antwort lautet: nein. Sonst geschieht hier nämlich das, was man im negativen Sinne als „Gemeindezucht“ versteht: dass Menschen sich über andere erheben und sie aburteilen, indem sie sich selbst auf die hohe Stufe stellen, von der herab sie dann sprechen können: „Ich weiß, wie es läuft. Ich wahrer Christ. Du aber musst noch viel lernen.“

Ist das noch im Sinne der Liebe und der Botschaft Christi ?

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Kommentare

63 Kommentare zu „Darf ein Christ eine Nichtchristin heiraten ?“

  1. Avatar von TrüLo

    Bloggerhedge,

    „Denn mit diesem ganzen Zirkus will ich nun ÜBERHAUPT NICHTS MEHR ZU TUN HABEN!“

    Dafür bist Du aber ziemlich aktiv hier unterwegs und versprühst Gift, obwohl immer und immer wieder nett auf Dich eingegangen wird. Deine Pauschalverurteilungen werden Dich nicht weiterbringen, außer, dass man keine Lust mehr hat, Deine Beiträge zu lesen.

    Dass sowas passiert, wie Du erzählst ist möglich und passiert. Das passiert aber überall wo Menschen Macht wittern und Dinge/Ansichten/Ideen instrumentalisieren.

    Mir tut das auch leid, dass Dir das passiert ist. Ich habe generell mit dem Thema Missbrauch zu tun und Du beschreibst geistlichen Missbrauch, eine richtig schön fiese Abart des MBs, da hier auch mit der „Wahrheit“ gearbeitet wird. Eine richtig miese, subtile Sache, aus der sich viele nicht selber befreien können. Wo über Menschen drübergetrampelt wird, immer mit der Bibel unterm Arm als Legitimation…
    Aber bitte hör doch auf, nur verbittert loszuschießen, wo Menschen versuchen auf Dich als Person einzugehen und verurteile nicht gleich jeden mit, der Dir in die Quere kommt.

    Liebe Grüße
    TrüLo

  2. @ TrüLo
    Danke, hast Du sehr gut in Worte gefasst ! Morgen kommt ein Artikel dazu heraus auf der theolounge !

  3. Avatar von Fackel04
    Fackel04

    hi . . .ich hab auch so einen Artikel gelesen . . ähnlich .. .und doch genau dasselbe Thema . ..

    Ich finds gut wenn man drüber spricht . . .auch die Ansichten von Christen+Nichtchristen sind unterschiedlich zu diesem Thema . . .

    Am Ende muss man doch selbst die Entscheidung treffen =)

    hier noch mehr Antworten, Tipps und Ratschläge zum gleichen Thema. . .

    http://neun.scm-digital.net/foren/readframe.html?f=15&i=1768419240&loc=0&t=1768419240&doflat=&prod=no

    Liebe Grüße, Fackel04

  4. Hallo Henning
    bin heute zum ersten mal hier daher lese ich erst jetzt deinen Thread.
    Im Brief an die Kor. schreibt Paulus aber auch in Vers 12.
    Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr
    Ich stelle da Gottes Wort doch über das des Paulus.

    Hallo Theolounge
    für mich war die Antwort „Nein“ in Ordnung
    den Ferndiagnose hin oder her es steht so in der Bibel.
    Das ist für mich vergleichbar mit.
    Darf ich in eine Einbahnstrasse auch von der anderen Seite fahren?
    Nein darfst Du nicht.
    Ob die Antwort aus der Ferne kommt oder Dir jemand gegenüber sitzt die Antwort bleibt die gleiche.
    Liebe Grüße Jens

  5. …zur Einbahnstrasse: ja, Du darfst – wenn Du mit dem Fahrrad unterwegs bist !

    Das Bild kann man weiter verfeinern: wer mit dem Rad fährt, bewegt sich aus eigener Kraft fort. Mit dem Auto dagegen lässt man sich von der Kraft des Motors fahren.

    Wenn man sich also um ein differenziertes Urteil aus eigener Kraf bemüht (Fahrrad), kann man zu einem anderen Ergebnis gelangen, als wenn man sich bequem dem Urteil anschließt, von dem man glaubt, es sei nun einmal einfach so – und keine eigene Kraft aufwendet (Auto).

    Gott selbst hat nicht die Bibel geschrieben. Sie enthält sicher viel Gotteserkenntnis. Aber es scheint mir gefährlich, was Du machst: sie völlig unhinterfragt zu lesen, zumal in solch wichtigen Fragen.

  6. Avatar von margarita
    margarita

    hallo ihr lieben und gottes segen an ech alle!! ich habe ein anliegen sehr wichtig und zwar bin ich chrisrin und ich habe jemanden kennen gelernt der moslem ist und ich will mit ihm zusammen sein aber mein glaube sprich bibel erlaubt es mir nicht so viel ich weiss darf ich nur ein christen heiraten ich weiss nicht was ich machen soll dazu gesagt ich bin freichristin!für uns heisst es muslime beten götzenbilder an und bei uns darf mann das nicht ich liebe diesen mann sehr will aber auch nicht mein herr entäuschen will gern das richtige tun!

  7. Also da wirst Du sehr verschiedene Meinungen hören.

    Ich denke, es kommt drauf an, wie Du mit diesem Menschen kannst und ob er tolerant ist beispielsweise. Wenn er Dir Deinen Glauben lässt und Du ihm seinen: wo ist das Problem ?

    Schwierig wird es, wenn er radikal gläubig ist und Dich quasi immer bekehren will. Dann müsstest Du Dir überlegen, ob Du das willst.

    Ich selber habe da eine recht unorthodoxe Meinung: ich denke, wenn Dinge in Liebe geschehen, dann können sie eigentlich nicht verkehrt sein. Wenn Du Dich mit ihm gut verstehst, und Deine Gemeinde Dir das aber verbieten will….sorry, lebst Du im Mittelalter ?

    Ich denke, es kommt drauf an, wie ihr Euch als Menschen versteht und wie tolerant ihr seid. Wenn ihr Euch jeweils Eure religiöse Meinung zugesteht, dann sollte das kein Problem sein. Wenn er Dich aber zb dauernd bekehren will, dann ist es vielleicht schwierig. Dann solltet ihr darüber ins Gespräch kommen und schauen, ob ihr einen Konsens finden könnt, der da heißen könnte: Dir Dein Glaube, mir meiner, wir tolerieren die Andersartigkeit, die wir haben. (Die habt ihr ja nicht nur im Glauben: auch Mann und Frau sind ja ohnehin schon andersartig).

    Man denke auch dran, dass die 3 Abrahamsreligionen SOOOO unterschiedlich nicht sind, wie sie immer gern gepriesen werden. Sie gehen alle vom Stammvater Abraham aus und haben ein ähnliches Gottesbild. Die Christen haben einen dreieinigen Gott, was den Moslems sehr suspekt erscheint, aber was solls. Diese Dreieinigkeit wurde irgendwann einmal auf einem Konzil so beschlossen (ich glaube, es war Nizäa im Jahr 325, wenn ich das recht im Kopf habe), weil man das so aus der Bibel zu erkennen glaubte. Das mag auch richtig sein. Man sollte sich aber stets im Kopf halten, dass wir alle an den einen Gott glauben, auch, wenn wir uns unterschiedliche Gottesbilder von ihm machen. Das ist zumindest meine Sicht.

    Gefährlich wird es immer dort, wo Menschen zu Fundamentalisten werden, wo zb Moslems meinen, sie müssten Gewalt anwenden, oder wo Christen meinen, sie müssten „gewaltsam“ missionieren.

    Eine meiner Studienkolleginnen hat mit mir evangelische Theologie studiert, wurde also Religionslehrerin und ist mit einem Moslem verheiratet. Wo ist das Problem ?

    Das Ganze funktioniert, wenn ihr tolerant seid. Wenn nicht, dann könnt ihr allerdings Probleme bekommen, aber nicht nur in religiöser Art.

    Schau auch mal , wie sein Umfeld ist, also ob die Menschen um ihn herum ihn stark in seinen Glauben hineindrängen und von ihm eine gewisse Linie fordern, zb dass er Dich bekehrt. In einem solchen Fall könnte es auch schwierig werden.

    Ansonsten könnte man Dir vielleicht den Denkanstoss geben: lebt doch erstmal so eine Zeit zusammen und schaut, wie es für Euch passt. Wenn ihr nach ein paar Jahren merkt, das funktioniert so gut, dann könnt ihr heiraten. Denn heiraten sagt ja nichts darüber aus, wie eine Beziehung beschaffen ist, ob gut oder schlecht. Sondern es ist eine rechtliche Sache.

  8. Avatar von Andreas
    Andreas

    Hallo theolounge

    deine tolerante Haltung gemäß der modernen Theologie in allen Ehren. Aber bei Gott gibt es das Wort „Toleranz“ nicht, Gott hält nichts von Kompromissen. Er will, dass wir ihm entweder ganz nachfolgen oder es ganz sein lassen. Dazu könnte ich einige Bibelstellen zitieren (2.Mose 34,14. Offenbarung 3,15-16.usw.). Du kritisierst den „Physiker“, dass er die Bibel zu ernst nimmt? Das kann doch nicht dein Ernst sein.

    „Aber die Bibel ist zudem auch ein inhomogenes Buch“, für mich ist die Bibel absolut homogen, ein Buch, indem sich Gott uns Menschen offenbart und uns durch seinen Sohn Jesus Christus die Errettung anbietet!

    Auch dein Argument, die Bücher der Bibel wären auch nur von Menschen geschrieben ist irgendwie komisch. Denn wenn du nicht daran glaubst, dass die Bibel das von Gott insprierte Wort Gottes ist, dass Gott also der Autor ist, dann verstehe ich nicht, warum du überhaupt glaubst und auf was für einem Fundament du deinen Glauben aufbaust. Wie erklärst du die erfüllten Prophetien? Hatten die Propheten eine Zeitmaschine?

    Und wenn du den Leuten rätst, dass es egal ist, wen sie heiraten, hauptsache sie sind alle tolerant, dann ist dieser Rat sicherlich nicht basierend auf der Bibel sondern auf deiner eigenen Meinung.

    Denn Paulus (Gott 🙂 ) sagt in 2.Korinther 6,14-15:

    “ Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“

    Was ist mit dieser Bibelstelle, gilt die nicht? Auch wenn hier vielleicht nicht explizit die Ehe gemeint ist, so geht aus dem Text doch klar hervor, dass Christen keine geistlichen Unternehmungen und Beziehungen mit Nicht-Christen starten sollten.

    „Man denke auch dran, dass die 3 Abrahamsreligionen SOOOO unterschiedlich nicht sind, wie sie immer gern gepriesen werden.“
    Warum bist du dann Christ und nicht z.B. Moslem? Christen und Moslems glauben definitiv nicht an den gleichen Gott. Nur weil es einige Parallelen im Koran zur Bibel gibt, heißt das nicht automatisch, dass Gott im Koran der gleiche wie in der Bibel ist.

    Der Gott der Bibel ist ein Gott der Liebe, der Vergebung. Ein Gott, der den teursten Preis, den es nur geben kann für unsere Erlösung bezahlt hat. Ein Gott, der von seinen Kindern sehr hohe Maßstäbe wie Nächstenliebe und Feindesliebe verlangt, und uns dabei helfen will, dies zu erfüllen. Ein Gott, der für uns eine Ewigkeit in unvorstellbarer Schönheit mit seiner Anwesenheit versprochen hat. Ein Gott, der seinen heiligen Geist auf die Erde geschickt hat, um mit seinen Kindern schon auf dieser erde zusammen sein zu können.

    Der Gott des Islams dagegen fordert stumpf, dass du seine Gesetze befolgst und dann auf seine Gnade hoffst. Er befiehlt seinen Kindern den Kampf gegen die Ungläubigen. Und diese beiden Götter sollen der gleiche Gott sein?

    Ich brauch nicht auf Gottes Gnade zu hoffen, weil ich weiß, dass sie da ist und jeder Mensch sie annehmen darf. Es gibt nur einen Weg zum Vater, und der ist Jesus Christus.

    Ich bin mir sicher, dass Gott einen wunderbaren Plan für das Leben eines jeden einzelnen hat. Und in diesem Plan ist auch die Frau bzw. der Mann vorgesehen der ihn oder sie glücklich macht. Und Gott für jeden Christen, da bin ich mir ziemlich sicher, eine Christin vorgesehen und andersherum natürlich.

    (1.Korinther 11,Anfang+Epheser 5,22)
    Der Mann soll das Haupt der Familie sein und die Frau soll sich ihrem Mann unterordnen. Wie soll das gehen, wenn der Mann kein Christ ist und keine Beziehung zu Gott hat? So eine Ehe wird über kurz oder lang nicht funktionieren, es sei denn ich mache als Christ Kompromisse…

    Das keiner, auch kein Pastor oder sonstwer uns eine Entscheidung aufzwingen darf, da bin ich absolut deiner Meinung. Wir Menschen haben einen freien Willen und das ist von Gott gewollt. Er weill dass wir unsere eigenen Entscheidungen treffen. Er will keine Marionetten oder Roboter. Aber er will auch, dass wir unsere Entscheidungen mit ihm treffen.

    @Margarita:Ich kann deine Situation sehr gut verstehen (falls du noch in dieser bist, ist schließlich schon über nen Monat her 🙂 .
    Das Wichtigste, bevor du mit Menschen über das Problem sprichst, ist, dass du Gott um Rat fragst. Er ist der beste Ratgeber, er weiß, was am besten für deine Zukunft ist.
    Wenn du ihm ganz vertraust, dann wird er dir zeigen, wen du heiraten sollst und wen nicht.

    Die Entscheidung liegt dann aber immer noch bei dir. Die wird dir Gott nicht abnehmen. Und die Konsequenzen musst du dann tragen, ob positiv oder negativ.

    Meine Meinung zu dem Thema ist, dass es nie gut ist, einen Nicht-Christen oder eben eine Nicht-Christin zu heiraten. Weil die Lebensziele andere sind, weil die Prioritäten woanders liegen. Das birgt so viel Konfliktpotenzial. Klar, es kann gut gehen, wie z.B. im Fall meiner Eltern. Mein Vater war ungläubig als er meine Mutter geheiratet hat und mittlerweile hat er sich nach 20 jahren Eher bekehrt. Aber das ist, glaube ich, seltener der Fall. Wahrscheinlicher ist, dass der Christ oder die Christin in solch einer Ehe immer weiter von Gott weggeht.

    Ich kenne deine Gemiende nicht, aber ich würde mit jemandem darüber reden, der Erfahrung hat und dem du vertraust.

    Liebe Grüße
    Andreas

  9. @Andreas

    deine tolerante Haltung gemäß der modernen Theologie in allen Ehren. Aber bei Gott gibt es das Wort “Toleranz” nicht, Gott hält nichts von Kompromissen. Er will, dass wir ihm entweder ganz nachfolgen oder es ganz sein lassen. Dazu könnte ich einige Bibelstellen zitieren (2.Mose 34,14. Offenbarung 3,15-16.usw.). Du kritisierst den “Physiker”, dass er die Bibel zu ernst nimmt? Das kann doch nicht dein Ernst sein.

    Naja, man sollte auch am Menschen orientiert sein. Und Bibelstellen kann man jedem um die Ohren schlagen -damit lässt sich alles mögliche beweisen – und zugleich oft auch widerlegen.

    “Aber die Bibel ist zudem auch ein inhomogenes Buch”, für mich ist die Bibel absolut homogen, ein Buch, indem sich Gott uns Menschen offenbart und uns durch seinen Sohn Jesus Christus die Errettung anbietet!

    Auch dein Argument, die Bücher der Bibel wären auch nur von Menschen geschrieben ist irgendwie komisch. Denn wenn du nicht daran glaubst, dass die Bibel das von Gott insprierte Wort Gottes ist, dass Gott also der Autor ist, dann verstehe ich nicht, warum du überhaupt glaubst und auf was für einem Fundament du deinen Glauben aufbaust. Wie erklärst du die erfüllten Prophetien? Hatten die Propheten eine Zeitmaschine?

    > lies mal hier:

    http://theolounge.wordpress.com/2008/03/11/was-ist-der-dekalog/

    http://theolounge.wordpress.com/2008/01/30/ist-die-bibel-gottes-wort/

    Und wenn du den Leuten rätst, dass es egal ist, wen sie heiraten, hauptsache sie sind alle tolerant, dann ist dieser Rat sicherlich nicht basierend auf der Bibel sondern auf deiner eigenen Meinung.

    > ich rate nicht, dass es egal ist, wen sie heiraten, aber ich rate von solchen Ferndiagnosen ab, die auf Bibelzitaten beruhen.

    Denn Paulus (Gott ) sagt in 2.Korinther 6,14-15:

    ” Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?”

    Was ist mit dieser Bibelstelle, gilt die nicht? Auch wenn hier vielleicht nicht explizit die Ehe gemeint ist, so geht aus dem Text doch klar hervor, dass Christen keine geistlichen Unternehmungen und Beziehungen mit Nicht-Christen starten sollten.

    > wie soll das bitte gehen ? Dürfen wir nicht mit “Ungläubigen” reden beispielsweise ?

    “Man denke auch dran, dass die 3 Abrahamsreligionen SOOOO unterschiedlich nicht sind, wie sie immer gern gepriesen werden.”
    Warum bist du dann Christ und nicht z.B. Moslem?

    >Primär aufgrund meiner Sozialisation, wenn man ehrlich ist.
    Sekundär aufgrund dem Bild, das ich mir im Theologiestudium von der christlichen LEhre gemacht habe.

    Christen und Moslems glauben definitiv nicht an den gleichen Gott. Nur weil es einige Parallelen im Koran zur Bibel gibt, heißt das nicht automatisch, dass Gott im Koran der gleiche wie in der Bibel ist.

    > Ich wüde sagen: wir glauben an den selben Gott !
    Nur das Bild, das wir uns von ihm machen, ist unterschiedlich.

    Der Gott der Bibel ist ein Gott der Liebe, der Vergebung.

    > ja

    Ein Gott, der den teursten Preis, den es nur geben kann für unsere Erlösung bezahlt hat.

    > oder der seinen Sohn hat kreuzigen lassen….eine schreckliche Vorstellung beispielsweise für Moslems, wenn ich mich nicht täusche…denn sie sagen: ein Mensch kann nicht Gott sein, Jesus also nicht Gott, nur ein Prophet….

    Ein Gott, der von seinen Kindern sehr hohe Maßstäbe wie Nächstenliebe und Feindesliebe verlangt, und uns dabei helfen will, dies zu erfüllen. Ein Gott, der für uns eine Ewigkeit in unvorstellbarer Schönheit mit seiner Anwesenheit versprochen hat. Ein Gott, der seinen heiligen Geist auf die Erde geschickt hat, um mit seinen Kindern schon auf dieser erde zusammen sein zu können.

    > ja…

    Der Gott des Islams dagegen fordert stumpf, dass du seine Gesetze befolgst und dann auf seine Gnade hoffst.

    > ist eben mehr eine Gesetzesreligion. Das Christentum dagegen eher eine Befreiungsreligion, wenn man das so sagen will…

    Er befiehlt seinen Kindern den Kampf gegen die Ungläubigen. Und diese beiden Götter sollen der gleiche Gott sein?

    > der gleiche Gott wohl schon. Aber die Menschen haben sich ein unterschiedliches Bild von ihm gemacht…

    Ich brauch nicht auf Gottes Gnade zu hoffen, weil ich weiß, dass sie da ist und jeder Mensch sie annehmen darf. Es gibt nur einen Weg zum Vater, und der ist Jesus Christus.

    > sagen die Christen. Seh ich im Prinzip auch so.
    Aber nur, weil das jemand sagt, heißt das nicht, dass alle Menschen denken, das sei richtig so. Moslems glauben, dass MOhammed den Willen Gottes verkündet hat.

    Ich bin mir sicher, dass Gott einen wunderbaren Plan für das Leben eines jeden einzelnen hat. Und in diesem Plan ist auch die Frau bzw. der Mann vorgesehen der ihn oder sie glücklich macht. Und Gott für jeden Christen, da bin ich mir ziemlich sicher, eine Christin vorgesehen und andersherum natürlich.

    > mag sein. Mag aber auch sein, dass Gott für manche Menschen niemanden vorgesehen hat, oder einen Atheisten, oder einen MOslem, oder einen Juden, vielleicht jemanden, der durch diesen Mensch Gott kennenlernt.

    (1.Korinther 11,Anfang+Epheser 5,22)
    Der Mann soll das Haupt der Familie sein und die Frau soll sich ihrem Mann unterordnen.

    > Autsch. Ist das nicht das, was wir am muslimischen Frauenbild so bekritteln…?

    Wie soll das gehen, wenn der Mann kein Christ ist und keine Beziehung zu Gott hat? So eine Ehe wird über kurz oder lang nicht funktionieren, es sei denn ich mache als Christ Kompromisse…

    > hey, nicht nur als Christ musst Du Kompromisse machen, sondern immer, wenn Du in Beziehung zu andern Menschen stehst, egal ob enge Beziehungen (zb Ehe), oder weniger enge (zb Freunde).

    Das keiner, auch kein Pastor oder sonstwer uns eine Entscheidung aufzwingen darf, da bin ich absolut deiner Meinung. Wir Menschen haben einen freien Willen und das ist von Gott gewollt. Er weill dass wir unsere eigenen Entscheidungen treffen. Er will keine Marionetten oder Roboter. Aber er will auch, dass wir unsere Entscheidungen mit ihm treffen.

    > denke auch, dass Gott uns Freiheit schenkt…

    @Margarita:Ich kann deine Situation sehr gut verstehen (falls du noch in dieser bist, ist schließlich schon über nen Monat her .
    Das Wichtigste, bevor du mit Menschen über das Problem sprichst, ist, dass du Gott um Rat fragst. Er ist der beste Ratgeber, er weiß, was am besten für deine Zukunft ist.
    Wenn du ihm ganz vertraust, dann wird er dir zeigen, wen du heiraten sollst und wen nicht.

    > ich glaube, es ist gut, nicht nur Gott zu fragen, sondern auch zb einen Psychologen und Freunde etc. Gott schickt einem nämlich manchmal auch Menschen als Hilfe…..

    Die Entscheidung liegt dann aber immer noch bei dir. Die wird dir Gott nicht abnehmen. Und die Konsequenzen musst du dann tragen, ob positiv oder negativ.

    > die KOnsequenzen muss man immer tragen, bei allen Dingen, nicht nur hier….jedes Handeln oder Nicht-Handeln hat Konsequenzen….man trägt sie ständig….

    Meine Meinung zu dem Thema ist, dass es nie gut ist, einen Nicht-Christen oder eben eine Nicht-Christin zu heiraten.

    > kann man so pauschal sicher nicht sagen. Aber es kann schwieriger sein, als wenn beide Partner den selben Glauben haben…

    Weil die Lebensziele andere sind, weil die Prioritäten woanders liegen. Das birgt so viel Konfliktpotenzial. Klar, es kann gut gehen, wie z.B. im Fall meiner Eltern. Mein Vater war ungläubig als er meine Mutter geheiratet hat und mittlerweile hat er sich nach 20 jahren Eher bekehrt. Aber das ist, glaube ich, seltener der Fall. Wahrscheinlicher ist, dass der Christ oder die Christin in solch einer Ehe immer weiter von Gott weggeht.

    Ich kenne deine Gemiende nicht, aber ich würde mit jemandem darüber reden, der Erfahrung hat und dem du vertraust.

    > ja, aber wohl nicht in der Gemeinde….denn diese hatte sie doch schon völlig verwirrt mit ihren Erwartungen und Ratschlägen…

  10. Ich finde es toll, dass du auf dieser Seite eine Alternative Perspektive aufzeigst zu den klassischen Schuld- und Schamattacken die auf einigen anderen Seiten angeboten werden.
    Ich persönlich bin engagierter Christ und habe eine Freundin die Nichtchristin ist.

    Anfangs war dies ein großer Kampf in mir, ich fühlte mich sehr schuldig und habe sonstwas projektziert. Gerade durch Hilfe von einem Gruppenprozess – ja, Gott schickt Hilfe auch durch Leute die scheinbar gar nicht Christen sind – wurde mir klar, wie tabuisiert und kontrolliert wird durch Scham. Beinahe gefesselt davon habe ich Menschen gefunden, die mir aufgezeigt haben, dass es zuerst um mich und Gott geht. Akzeptanz ist leider nicht oft die erste Disziplin auf den Evangelisationslisten. Sie ist ziemlich schwer zu erlernen und doch sehr brauchbar im menschlichen Miteinander. So muss ich nicht immer mein Maul aufreißen und es besser wissen – ich kann das Gegenüber erst mal lieben und auf die Fragen warten, wenn es welche zu meinem Aktivitäten gibt.

    Also noch mal: vielen Dank! God bless!

  11. Avatar von Fischer Friedrich
    Fischer Friedrich

    Eine großen Teil der Kommentare habe ich gelesen und kann nur mit Paulus in Römer 1 reagieren:Als sieh dachten weise zu sein,sind Sie zu Narren geworden.Wo bitte bleibt das Herz,denn Gottes Geist weht wo er will,wenn wir Menschen Ihn nur lassen,denn Gott ist die Liebe

  12. Avatar von BolleHB
    BolleHB

    Wenn ich die ganzen Kommentare und Stellungnahmen hier lese wird mir immer mehr bewusst, warum ich Atheist bin und sich dies auch niemals ändern wird!
    Ich bin aufgeschlossen für alles und hege keine Vorurteile sondern mache mir IMMER erst selber ein Bild bevor ich Urteile.
    Es soll doch jeder heiraten wen er will, ist es nicht traurig, wenn ein Buch oder irgendein immaginärer „Gott“ oder jemand der meint, dass er im Sinne (oder in seinem eigenen Sinne?) dieses Buches/Gottes redet/handelt in eine freie Entscheidung hineinredet? Glaube grenzt immer den Andersgläubigen aus oder versucht ihn zu bekehren und wenn das nicht klappt, dann zeigt die Geschicht der Weltreligionen immer das gleiche Schema „Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel eine“. Dies gilt genauso für politische Ersatzreligionen wie Faschismus oder Kommunismus. Ich als Atheist würde eine Christin genauso heiraten wie eine Jüdin, Muslimen oder Anhängerin einer Naturreligion, sie darf nur eines nicht, sie darf nicht versuchen mich zu bekehren. Genauso würde ich aber auch nicht versuchen, sie von ihrem Glauben abzubringen. Des Weiteren habe ich Angst vor Menschen die nur „gut“ sind weil sie nicht in die Hölle wollen oder weil „Gott“ es ihnen angeblich sagt. Was ist, wenn diese Menschen eines Tages für sich feststellen, dass es keinen Gott gibt und keine Hölle? Ich versuche zu anderen Menschen gut zu sein, weil ich möchte, dass diese auch gut zu mir und anderen sind. Wenn all die 6 Milliarden Menschen auf unserer Erde hiernach leben würden, wäre dies eine bessere Welt!
    Zum Schluss habe ich noch eine Frage: Ist der christliche Glaube monotheistisch? Wenn ja, dürfte man da nicht nur zu einer „Person“ beten? Was ist mit der heiligen Dreifaltigkeit? Oder bedeutet monotheistisch, dass es nur einen Obersten gibt? War Odin nicht auch der oberste Gott? Da konnte man auch alle unter ihm anbeten oder Ihn selbst!
    Ich freue mich auf die Antworten (wenn denn welche kommen). Aber bitte keine Bibelzitate, die ich womöglich auch noch selber nachschlagen soll! Antwortet als Menschen mit „eigenen“ Worten.
    Gruß
    BolleHB
    (eigentlich heiße ich Henning, aber der Name ist hier schon vertreten und ich möchte nicht, dass es zu Verwechslungen kommt)

  13. @Bollehb

    Was Du meinst, ist von Atheismus und Religion eigentlich völlig abgelöst und nennt sich: Toleranz.

    Die Religionen als generell intolerant darzustellen verfehlt das Wesentliche. Auch Atheismus kann radikal und vereinnahmend sein.

    Zur Frage nach der Trinität oder Monotheismus:
    http://theolounge.wordpress.com/2007/05/06/gott-ist-gleich-gott-oder-etwa-nicht/

  14. Avatar von BolleHB
    BolleHB

    Eine Antwort 🙂
    Die pure Existenz dieser hier geführten Diskussion zeigt die Intolleranz von Religion. Allein die pure Existenz der Frage ob ein Christ eine Nichtchristin heiraten darf zeigt, dass Menschen aufgrund dessen, dass sie etwas „glauben“ was nicht bewiesen werden kann, ausgeschlossen werden. Es lässt sich auf andere Religionen übertragen
    Darf ein Moslem, Jude, Hindu, Buddhist etc einen aus einer anderen Glaubensgemeinschaft heiraten? Ich habe beruflich mit evangelischen und auch katholischen Einrichtungen in der Kindertagespflege zu tun und habe die Ausgrenzung selber erfahren. Eine Stelle in der katholischen Verwaltung wurde frei, diese war das Pendant zu der von mir bekleideten Stelle. Ich hätte ohne Probleme einen Wechsel zu den Katholiken durchgeführt, es ging aber von der anderen Seite aus nicht und nun rate mal warum nicht! Auch die Aufnahme von Pflegepersonal bzw Betreuern in christlichen Einrichtungen ist davon abhängig welcher Konfession man angehört. Achja, bei Kindern ist es den christlichen Einrichtungen scheinbar egal welcher Konfession ein Kind angehört oder ob es überhaupt einer angehört. Da könnte man auch schnell ketzerische Vermutungen über die Gründe anstellen. Die Einrichtungen der Lebenshilfe und der Arbeiterwohlfahrt sind da wesentlich toleranter, denen ist es nämlich egal. Das nenne ich Toleranz! Die Beispiele für religiöse Intoleranz füllen Bibliotheken und „vor allem“ Friedhöfe! Zeige mir vergleichbare Beispiele für Atheisten oder auch Humanisten.
    Ich glaube nicht an einen Gott, in keinerlei Gestalt. Daher muss ich eine andere Erklärung für die Entstehung der Welt und der sie bevölkernden Arten haben. Diese finde ich im Darwinismus und der ist garantiert nicht radikal oder vereinnahmend. Er beruht ganz klar auf wissenschaftlichen Beweisen. Sollten eines Tages tatsächlich „nachweisbare“ Beweise für die Existenz irgendeines auf dieser Welt angebeteten Gottes vorliegen werde ich sagen müssen: „Sorry, da habe ich mich wohl getäuscht“. Das ist der Unterschied zwischen den Naturwissenschaften und der Religion und ist weder vereinnahmend noch radikal!
    Den Link zu meiner Frage habe ich gelesen und war mir dessen so nicht bewusst, aber nun weiß ich mehr 😉 Allerdings scheinen dies Ergebnisse der Bibelforschung zu sein und nicht klar aus der Bibel (die ja gerne als Beweis angesehen wird) hervorzugehen! Daher als Beweis für Monotheismus nur schwach haltbar!
    Dann aber las ich den Kommentar von Peter Semenczuk und war schockiert. Allein der Einstieg ist schon der Hammer „Gott ist gleich Gott- (Zweifeln kenne ich nicht!“ = „Es ist so wie es ist, Friss es und Frage nicht“ und auch viele der folgenden Punkte können einem Angst machen. Aber das Schlimmste zum Schluss „Alles Gute allen aufrichtigen Christen und Gottesmenschen!“ Und was ist mit allen anderen Menschen? Oder wird denen pauschal abgesprochen, dass sie aufrichtige Menschen sein können?
    Als Atheist und Darwinist aber vor allem als Humanist und selbstdenkender Mensch wünsche ich allen aufrichtigen Menschen auf dieser Welt alles erdenklich Gute.

  15. Ich gebe Dir recht, dass zb manche Christen sich anzicken, was sie eigentlich nicht sollten, wo sie doch eingentlich Nächstenliebe leben sollten. Das ist peinlich.

    Gibt es aber bei allen Menschen. Daraus zu schließen, Religion wäre schlecht, geht am Thema vorbei.

    Darwinismus und Atheismus können sich wie gesagt auch recht schnell zu einer Ideologie auswachsen.
    Ob der Darwinismus die Antwort auf die Frage nach dem Woher und Warum des Menschen ist, bezweifle ich. M.E. gehen derartige Fragen ins Transzendente hinein. Der Darwinismus ist m.E. keine befriedigende Antwort darauf.

  16. Avatar von der durchschnittliche christ
    der durchschnittliche christ

    Lange über das Thema recherchiert und bin noch zu keiner abschliessenden Meinung gekommen. Ein paar Gedanken hier:

    -1)
    laut statistik enden ca. 50% der Ehen in Scheidung.
    JE STRENGER conservative\pietistisch der Hintergrund, desto eher wahrscheinlich ist sogar eine Trennung. Nicht signifikant größer als 50%. Was wir aber daraus lernen ist, dass die WAHRSCHEINLICHKEIT die gleiche bleibt und vermutlich andere Faktoren weit auschlagebender sind.

    2)
    Gemeinsamkeiten (z.b. im glauben bzw kultur) erleichtern definitiv die Ehe. ERLEICHTERN, aber das ist einer von vielen punkten und eben – das hören viele nicht gerne – wohl genauso wichtig wie Einigung in anderen Lebensbreichen (welcher lebensstandard, welches auto, welches xy xy ).

    3)
    Man kann sich nicht überall einig sein, sprich, im ganzen kommt es eben darauf an WIE man miteinander umgeht.
    Ok, nichts neues unterm Sonnenlicht.

    Schlussfolgerung:

    Gemeinsamer Glaube ist definitiv eine Baustelle, die man sich in einer Ehe nicht eröffnen möchte. Ist sie einmal da, gilt es sie genauso wie andere Baustellen mit Liebe usw zu behandeln.

    (Mein Hintergrund, für die, die es interessiert)

    Bin in einer ähnlichen Situation. Eltern der Frau sind enorm streng religiös. Ich komme aus ähnlichem (nicht soo strengem, aber doch „biblischer“ 😉 als der schnitt)
    Hintergrund, weiss also wie die Eltern denken etc…
    Ich selbst sehen meinen glauben elementar anders als den der Eltern (sie ist 22 Jahre alt und ist nicht so wie ihre eltern; ich bin 27).
    Nun zur Problematik: In den Augen ihrer Eltern bin ich kein Christ, und ich würde übereinstimmen, dass unsere Ansichten soweit auseinandergehen wie die einer muslimischen Familie und dem „modernen“ Westeuropäer.

  17. Avatar von Sükrü
    Sükrü

    Es gibt eine Stelle im Lukasevangelium, die zeigt, das es sogar von Jesus gewünscht ist, die Heirat mit Nicht-ChristInnen in Betracht zu ziehen: Lukas 5,37 „Verdammt nicht,…“ Verdammen kommt ja aus dem Lateinischen, was soviel ungefähr bedeutet“Verwerfen,Ausschliessen,Verurteilen“ Und genau das tut man, wenn man direkt oder insgeheim einen Partner aufgrund seines derzeitigen Status hinsichtlich seiner Religionszugegörigkeit ausschliesst.
    Ich selber bin Christ, war aber vorher Moslem und habe erlebt wie mich Frauen wegen meiner Herkunft ausgeschlossen haben. Ich war wie vom Kopf gestoßen und ich kann euch eines sagen: Das war kein Akt der Nächstenliebe wie sie Jesus sagt auch wenn dies aus Sorge um die Zukunft geschehen mag. Dann ist man ja der Sklave der Angst bzw. der Sorge und Jesus sagt uns, das wir uns nicht sorgen sollen?!

  18. @Sükrü Danke für den Kommentar. Ich sehe es auch so – und so wird es auch an der Schule im Religionsunterricht vermittelt in den Büchern – , dass man die dunkleren Stellen der Bibel von der „Mitte der Schrift“ her, also von der Botschaft Jesu her, auslegen muss.

    Und er predigte ja neben der Gottesliebe auch die Nächstenliebe und sogar die Feindesliebe.

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