Sehen Sie hier eine Andacht mit Dekan Walter Jungbauer aus der altkatholischen Kirche.
Ideal und Wirklichkeit liegen manchmal weit auseinander. Doch auch mit unseren Fehlern und Unzulänglichkeiten sind wir von Gott geliebt.
Davon erzählt uns das heutige Evangelium vor dem Hintergrund eines Gesprächs zwischen Jesus und Petrus.
Dazu ein paar Sonntagsgedanken.

Hier ist eine Zusammenfassung der Predigt fehlbar – zu Matthäus 16,13-20 (&21-23):
1. Lebenserfahrungen zwischen Gelingen und Scheitern
- Urlaubserfahrungen als Sinnbild: Dekan Walter Jungbauer schildert seinen Familienurlaub, der von schönen, harmonischen Momenten [00:09], aber auch von Regentagen, Reibereien und Missstimmungen geprägt war [00:47].
- Alltäglicher Wechsel: Das Leben gleicht oft einem Puzzle, bei dem sich an manchen Tagen alle Teile harmonisch zusammenfügen [01:29], während an anderen Tagen Missverständnisse und Fehler dominieren [01:49].
2. Die Begrenztheit des Menschen und die Taufe
- Keine magische Verwandlung: Bereits in der frühen Kirche zeigte sich, dass die Taufe den Menschen nicht fehlerfrei macht [02:18].
- Menschliche Fehlbarkeit: Das Sakrament der Taufe ist keine „magische Dusche“ [03:29]; Christinnen und Christen bleiben unvollkommen, fallen in alte Muster zurück und werden aneinander schuldig [03:52].
- Notwendigkeit der Umkehr: Aus dieser bleibenden Unvollkommenheit heraus erwuchs das Sakrament der Buße, das die lebenslange Notwendigkeit von Vergebung und Neuanfang verdeutlicht [04:14].
3. Petrus: Fels und Versager zugleich
- Die Ankündigung des Leidens: Nach dem Bekenntnis des Petrus kündigt Jesus sein bevorstehendes Leiden, sein Sterben und die Auferstehung an [05:00].
- Die Reaktion Jesu: Als Petrus dies verhindern will, weist Jesus ihn scharf mit den Worten „Weg mit dir, Satan“ zurück, weil Petrus menschliche statt göttlicher Maßstäbe anlegt [05:31].
- Zwei Seiten einer Person: Matthäus zeichnet Petrus einerseits als Fels der Kirche und andererseits als strauchelnden Jünger [05:51].
- Gerecht und Sünder zugleich: Petrus steht für den ganz normalen Menschen – stark, leidenschaftlich, aber auch fehlbar. Dies spiegelt Martin Luthers Begriff simul iustus et peccator wider [06:54].
4. Zuspruch und Ermutigung
- Gottes Wahl des Unvollkommenen: Gott sucht die Gemeinschaft mit fehlbaren Menschen und baut mit ihnen an seinem Reich [07:13]. Perfektionismus ist dabei keine Voraussetzung [08:01].
- Bedingungslose Annahme: Der Mensch ist mit all seinen Stärken und Schwächen von Gott bedingungslos geliebt [08:11].
- Mut zur Selbsterkenntnis: Aus dieser göttlichen Liebe wächst die Kraft, eigene Schattenseiten liebevoll anzunehmen und im Alltag immer wieder umzukehren [08:32].



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