Darf ein Christ eine Nichtchristin heiraten ?

Zufällig fand ich einen Artikel auf einer christlichen Seite, die nicht so sehr auf meiner Linie liegt. Ein Leser fragt, ob er denn mit einer Nichtchristin zusammen sein dürfe. Die Antwort des Autors lautet: gemäß der Bibel: wohl eher Nein. Die Antwort stammt von einem Physiker, der meint, sich in Glaubensdingen gut auszukennen. Deshalb antwortet er dem Leser

verbindlich. Kein sonderlich differenziertes Urteil, das nachfragt, wie die Lage genau ist, keine Dialektik, sondern ein klares Urteil in einer ach so unklaren Welt. Ein Urteil, das die Bildzeitung nicht viel klarer abgeben könnte. Schwarz ist schwarz und weiß ist weiß. Es gibt das Gute und das Böse – Zwischentöne aber sind nicht erlaubt.

Das Ganze wirkt irgendwo sehr dogmatisch und schulmeisterlich. Kein Arzt und kein Psychotherapeut würde sich trauen, solch eine Ferndiagnose zu erstellen (außer vielleicht „Doktor Sommer“ von der Bravoredaktion). Zumal diese Diagnose wohl tatsächliche Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Person haben wird.

Natürlich ist es sinnvoll und auch einfacher, wenn in einer Ehe oder Partnerschaft beide Partner mit dem Glauben etwas anfangen können. Man hat eine gemeinsame geistliche Welt und man fühlt sich etwas Höherem verpflichtet.

Aber ist es nicht fast schon fahrlässig, dies in dieser Art jemandem zu raten, nur aufgrund von Bibelzitaten ? Die Bibel fühlt sich in ihrer Gesamtheit natürlich insgesamt gesehen einer Sache verpflichtet: Gott. Und dieser zeigt sich letztendlich in Jesus.

Aber die Bibel ist zudem auch ein inhomogenes Buch, zusammengestellt wohl in der letztlichen Fassung erst aufgrund der nachösterlichen Geschehen, also erst, nachdem von der Auferstehung Jesu berichtet wurde. Die Bibel thematisiert also eine Geschichte des Glaubens und findet ihren Höhepunkt schließlich in dem Geschehen der Auferstehung Jesu. Aber innerhalb der verschiedenen Bücher des biblischen Kanons gibt es zudem auch viele unterschiedliche Denklinien. Was äußerlich als Einheit auftritt und dies vom großen Thema her auch ist, ist innerlich sehr differenziert.

Die Frage also: darf man einen solchen Rat jemandem erteilen ? Und vor allem: kann man diese Verantwortung übernehmen, dass man damit das Leben eines anderen vielleicht verändert ? Natürlich ist jeder frei in seiner Enscheidung – denkt man zumindest. Man glaubt, er könne das eine annehmen, das andere aber ablehnen.

So einfach ist es aber oft nicht. Wenn dieser Jemand nämlich eine gewisse Achtung vor Instanzen hat, dann wird er die Weisungen dieser Instanzen auch aufnehmen. Insofern übernehmen diese Instanzen also eine sehr verantwortungsvolle Rolle – auch eine solche Website.

Ist es also legitim, dass auf einen Leserbrief so geantwortet wird: „Wenn Du ein wahrer Christ bis, dann trennst Du Dich lieber von Deiner Liebe, die Du eben kennengelernt hast. Glaub uns einfach, wir wissen schon, was für Dich richtig ist, wir legen die Bibel richtig aus für Dich.“

Ich halte diese Art von Auslegung für eine ziemliche Anmaßung. Und sie hat Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, Auswirkungen, die kein Arzt per Ferndiagnose und kein Psychotherapeut so auf sich nehmen wollte und würde.

Zwar mag die Antwort von der Sache her richtig sein: „Ja, es kann leichter sein, mit jemandem zusammenzuleben, der auch an Gott glaubt. Und in der Bibel gibt es auch Passagen, die man zu diesem Thema hinzuziehen und auslegen könnte. “

Aber die implizite Aufforderung – und das noch im Sinne einer Ferndiagnose – , von dieser Liebesbeziehung Abstand zu nehmen, erscheint mir verantwortungslos. Schon Luther fiel es nicht gerade leicht, die Bibel richtig auszulegen. Schließlich kam er zum Schluß, dass jeder sie selbst auslegen könne, wenn er die entsprechende Bildung mitbrächte. Er meinte aber auch, dass sie stets im Sinne der Liebe – also auch der Mitmenschlichkeit – ausgelegt werden solle, denn sonst verkenne man ihren Kern, die Grundaussage Jesu: Gott kam in diese Welt für jeden Einzelnen von uns, und zwar im Sinne der Liebe zu den Menschen.

Können wir uns also anmaßen, solche Ratschläge und Ferndiagnosen über das Leben eines Anderen zu geben, noch dazu auf Distanz ? Ich halte dies für sehr kritisch. Meine Antwort lautet: nein. Sonst geschieht hier nämlich das, was man im negativen Sinne als „Gemeindezucht“ versteht: dass Menschen sich über andere erheben und sie aburteilen, indem sie sich selbst auf die hohe Stufe stellen, von der herab sie dann sprechen können: „Ich weiß, wie es läuft. Ich wahrer Christ. Du aber musst noch viel lernen.“

Ist das noch im Sinne der Liebe und der Botschaft Christi ?

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Kommentare

63 Kommentare zu „Darf ein Christ eine Nichtchristin heiraten ?“

  1. Avatar von Henning
    Henning

    Hallo!
    Wenn ich mich nicht irre gibt es da auch eine „zweite“ Meinung zur Frage von Beziehungen mit Menschen anderen Glaubens oder auch ganz ohne feste Konfession.
    Da gab es mal einen Mann, der hieß Paulus und war wohl recht bekannt in christlichen Kreisen. Dessen Meinung zu der Frage liest sich ganz anders!
    1. Kor 7,12-16. Vor allem der Vers 16 sollte uns nachdenklich werden lassen bei solchen Problemen…
    Gruß,

    Henning

  2. Hallo alle Lesenden zusammen,

    ich zitiere in diesem Zusammenhang mal die Bibel: „Gott ist die Liebe“ (1 Johannes 4,8) und „Gott ist größer als unser Herz“ (1 Johannes 3,20).
    Ohne jetzt in eine fruchtlose Bible-Battle einsteigen zu wollen: Ich denke, dass genau hier Dreh- und Angelpunkt von Jesu Botschaft liegt. Jesus, und damit nach christlichem Glauben Gott selbst, wollte uns begreiflich machen, dass er selbst sich in der Liebe verwirklicht, und dass er uns unendlich liebt.
    Die Liebe, die sich zwischen zwei Menschen entzündet, ist inspiriert von diesem Hauch der Liebe Gottes zu den Menschen; in ihr verwirklicht sich eine Anmutung vom Reich Gottes.
    Wenn ein Mensch sich dazu aufschwingt, einem anderen Menschen im Namen Jesu dazu zu raten, eine Nichtchristin / einen Nichtchristen wegen dessen fehlendem christlichen Glauben zu verlassen, frage ich mich, ob dieser Mensch selber sehr viel vom christlichen Glauben verstanden hat.

    Herzlich

    Walter

  3. Hallo!
    Wie schön, dass ihr dann wenigstens die Bibel richtig auslegt und die Auslegungsgewalt habt. Ein Physiker sollte nun wirklich nicht die Bibel lesen – und sich schon gar nicht mit ihrer Auslegung beschäftigen… ts, ts, willkommen im Mittelalter, liebe Leute.
    Ob man bei euch die Liebe Christi mit solch einer Einstellung finden kann? Euer zynischer Beitrag über andere Christen lässt mich stark zweifeln. Ihr tut genau das, was ihr anklagt: euch über andere erheben.
    Grüße,
    Gabi

  4. Hallo Gabi, da hast Du natürlich teilweise recht. Es ging überhaupt nicht darum, dass er Physiker ist. Allerdings wurde dies thematisiert, weil er als solcher auf der Homepage vorgestellt ist.
    In einer Mail, die wir ihm geschrieben haben, haben wir das auch nochmal ausgedrückt, indem wir betont haben, dass die Absichten sicherlich gute sind. Da besteht von unserer Seite überhaupt kein Zweifel.
    Aber die Ausschließlichkeit, mit der er anderen Menschen rät, ohne genaueres über sie zu wissen, widerspricht im Grunde dem, als das man Jesu Botschaft sieht: als Ende der Gesetzesreligion.
    Der Autor aber beginnt eine neue Gesetzesreligion, indem er seine eigene – etwas pietistische Meinung (das ist nicht abwertend gemeint) – so darstellt, als sei die die Meinung der Bibel.
    Das ist sie aber nicht.
    Die Stellen, die er zitiert, sind zb in einem anderen Zusammenhang genannt worden, zb. eben an das Volk Israel. Mit Christus beginnt aber etwas Neues.
    Auf jeden Fall erscheint das, was er macht, absolut nicht am Mitmenschen orientiert, wenn er nämlich implizit dazu auffordert, einen anderen Menschen zu verlassen (!). Das ist ein Wahnsinn und hat nichts mehr mit Nächstenliebe zu tun, in keinster Weise.
    Da hilft auch sein lapidar nachgeschobener Satz nichts, in dem er das Ganze relativieren will, indem er sagt, wenn man „nur so“ Kirchengänger sei, dann wäre einem das wohl egal.
    Das ist ja gerade das Problem: dem Kirchengänger, der da nicht so tief in diesem Glauben drin ist, ist es tatsächlich egal, was er da schreibt.

    Derjenige aber, dem es nicht egal ist, ist der, der sich wirklich was vom Glauben erwartet. Und hier bekommt er die Moralkeule ab von dem Autoren. Und zwar eine, die sich so nicht durch die Bibel legitimieren lässt. Vgl. zb: die Bibelstelle des vorgenannten Kommentars 1. Kor 7,12-16.

    Der Autor hat sicher die besten Absichen, das stellen wir nicht in Frage. Aber das, was er hier rät, ist sehr gefährlich. Er kann damit Leben zerstören, ohne sich dessen wahrscheinlich nur im entferntesten bewußt zu sein. Und das, was er rät, ist seine persönliche Sicht, steht so aber nicht in der Bibel – zumindest nicht in der Weise, dass man es eins zu eins auf heute übertragen kann. Zudem widerspricht es der Botschaft Jesu, weil es nichts mehr mit Nächstenliebe zu tun hat.

  5. …apropos Mittelalter: die damaligen Ansichten führten übrigens zur Kirchenspaltung bei Luther.
    Und wenn Du meinst, wir hätten die Bibelauslegegewalt….die maßen wir uns so “aus der Hand geschüttelt” ebenfalls nicht an.
    Vielmehr müsste man dazu mehrere Kommentare zum Thema wälzen und ggf. noch gewisse textkritische Stellen überdenken.
    Aber bei einer Sache sind wir uns doch recht sicher: dass Jesu Botschaft ganz zentral enthält: Gott lieben – und den Nächsten, wie sich selbst.
    Was Mitmenschlichkeit impliziert.
    Alles, was also gegen Mitmenschlichkeit steht, ist a priori schonmal sehr zu hinterfragen. Und in ganz besonderer Weise eben dieser Artikel.
    Der Artikel gibt sich “milde”, ist es aber in keinster Weise. Er zwingt Mitmenschen zu etwas. Wenn wir Jesus richtig verstanden haben, dann widerspricht dies zutiefst dem, was er immer gelehrt hat. Ihm ging es um Liebe und Vergebung. Er prangerte an, wenn Menschen anderen Menschen schadeten, nur um moralische Prinzipien durchzusetzen. Vergleiche zb. seine Aussagen zum Sabbat: nach Jesus ist der Sabbat für den Menschen da – und nicht umgekehrt (!)
    Der Autor aber stellt Zwänge über die Nächstenliebe. Das ist keinesfalls im Sinne Jesu Verkündigung.

  6. Hallo theolounge,
    danke für deine Antwort. Aber wird hier nicht etwas verwechselt? Was hat 1 Kor 7, 12-16 damit zu tun, ob man einen Christen heiratet oder nicht? Es geht doch um Verheiratete (V. 10). Damit haben diese Verse nur sehr indirekt mit der Frage zu tun, was ein Christ machen soll, wenn er überlegt, einen Nicht-Christen zu heiraten (also VOR der Hochzeit). Der von dir kritisierte Artikel geht nicht, wie von dir geschrieben, um die Frage, ob man zusammen sein darf. Es geht vielmehr darum, ob es sinnvoll ist, dann auch zu heiraten.
    Grüße,
    Gabi

  7. Hallo Gabi,
    da hast Du recht und das war auch nur eine Stelle, um zu erläutern, dass es verschiedene Ansichten gibt.
    Aber wenn Du fragst, ob ein Christ “darf” : ja, er darf.

    Es kann aus verschiedenen Gründen besser sein, wenn er eine Partnerin hat, die auch glaubt. Aber er darf und es lässt sich so nicht aus der Bibel ableiten, dass er nicht “darf”, schon gar nicht aus Jesu Botschaft. Es sei denn, man möchte moralisieren.

    Das Augenmerk lag bei unserem Artikel zudem besonders darauf, dass es recht gefährlich ist, anderen Menschen – noch dazu welchen, die sehr auf der Suche sind – solche Moralvorstellungen als verpflichtend aufzudrücken.

    Das ist ein “kann”, aber ganz sicher kein “muss”. Wenn es ein “muss” wird, dann ist sehr zu fragen, in wieweit das mit der neutestamentlichen Botschaft so abgedeckt werden kann.
    Im Grunde lässt es sich keineswegs durchs Neue Testament so abdecken. Und es enspricht – wie schon mehrfach erwähnt – keinesfalls der Nächstenliebe und letztlich auch nicht Jesu Aussage in Bezug auf die Liebe zum Nächsten.

  8. Hallo Gabi nochmal,

    wie gesagt, es gibt viele unterschiedliche Linien in der Bibel und sogar auch im NT.
    Ohne jetzt eine Bibelstellenschacht anfangen zu wollen, hier noch eine Stelle: Römer 13,8-10. Hier wird das Liebesgebot nochmals betont.

    Das Ganze zu beurteilen ist eher Aufgabe der Systematischen Theologie, in der einzelne Bibelstellen in einen Gesamtzusammenhang gebracht werden.

    Aber soviel kann man sagen: diese Eindeutigkeit des Artikels und die sich daraus ableitenden moralischen Zwänge lassen sich so nicht aufgrund der Schrift legitimieren. Es gibt hier viele Ansichten innerhalb der Schrift und wie schon gesagt: es widerspricht der Botschaft Jesu.
    Es ist ein „Kann“ (ein vielleicht ganz sinnvolles), aber keinesfalls ein „Muss“.
    Und dies als „Muss“ zu verkaufen – und damit in gewisserweise andere Menschen durch Moralzwänge zu „versklaven“ – ist keinesfalls legitim.

  9. Hallo theolounge,
    es ist doch gar nicht die Frage, ob man darf. Alles ist erlaubt, schreibt ja Paulus. Aber eben nicht alles dient zum Guten. Deshalb würde ich deinem Vorwurf des Moralzwangs entgegenhalten (und da du ja so sehr die Liebe betonst): vl. ist es liebevoller, jemandem eindeutig zur Beendigung einer Beziehung zu raten, die auf den falschen Fundamenten steht, als nur „vielleicht“ und „man könnte“ zu sagen. Denn dann kommt vielleicht eine lebenslang glückliche Ehe bei raus und kein lebenslanger Krampf. Oder ist das „lebenslang“ einer Ehe bei dir auch nur ein „man könnte“ (das ist ein anderes Thema, auf das du nicht antworten musst :-)? Anders gefragt: ab wann würdest du denn eindeutig werden?
    Grüße,
    Gabi

  10. Hallo Gabi,

    ja, „vielleicht“ ist es das. Aber eben nur „vielleicht“. Aber man sollte dies keinesfalls so generell als DIE Antwort der Bibel darstellen, denn das ist sie nicht. Und man übernimmt damit Verantwortung über Menschen, die sich dies zu Herzen nehmen – und wahrscheinlich die Diskrepanz zu spüren bekommen zwischen dem, was sie leben wollen und dem, was ihnen aufgezwungen wird. Möglicherweise fügen sie sich diesem Zwang, aber leiden sehr darunter. Erinnern wir uns dran: es ging hier um jemanden, der ohnehin schon gebeutelt war von all den „guten“ – und unterschiedlichen – Ratschlägen von Gemeindemitgliedern.

    Wenn man jemanden gut kennt, dann kann man ihm dazu raten, eine Beziehung zu überdenken. Aber auch hier ist man schnell in der Rolle, dass man dann nicht mehr locker lässt. Dass man dem Anderen dann die eigene Meinung aufzwingt.
    Man lässt es meist nicht damit bewenden: „Du kennst nun meine Meinung, aber ich respektiere Deine Eigenständigkeit, entscheiden musst Du selbst. Oder die Beziehung soweit weiterleben, bis Du entscheiden kannst“.

    Sondern oft läuft es so: „Ich habs Dir schon so oft gesagt, Die / Der ist nicht gut genug. Jetzt trenn Dich endlich !“
    Diese zweite Variante ist aber sehr zerstörerisch. Denn damit leben muss derjenige, der die Partnerschaft hat / bzw. dann nicht mehr hat.
    Derjenige, der drängt / „gut“ zurät, muss die direkten Konsequenzen nicht tragen.

    Es ist aber vermessen, jemandem abzuraten von einer Beziehung oder Ehe und zu glauben, damit würde man einen lebenslangen Krampf verhindern.

    Sicher gibt es Beziehungen, von denen man abraten kann. Enscheiden muss aber derjenige dann selbst. Man darf die Menschen nicht entmündigen. Wenn man es dennoch tut, dann übernimmt man eine Verantwortung, die man nicht tragen kann.
    Derjenige, den man dadurch entmündigt hat, wird sich ziemlich sicher irgendwann sehr darüber beschweren und große Vorwürfe vortragen.

    Wann würde ich eindeutig werden ?
    Wenn ICH selbst so eine Entscheidung treffe, zb eine Ehe eingehe. Oder eine Beziehung.

    Oder auch, wenn ich jemandem etwas rate, den ich gut kenne. Aber eindeutig nur in diesem Sinne und ganz explizit unter der Prämisse: „Du erfährts hier meine persönliche Meinung zu dem Thema. Die Meinung von Anderen kann eine andere sein. Und ob sie für Deine spezielle Situation zutrifft, kannst nur Du beurteilen. “

    Speziell eben mit solch biblischen Begründungen muss man sehr vorsichtig sein. Man kann hiermit andere Menschen wirklich „knechten“ und „unter das Gesetz versklaven“, obwohl das gar nicht die Absicht war.

    Das tut man dann, wenn man auf Menschen trifft, die sich dann konkret an solche Weisungen halten, weil sie meinen, sie seien die biblische Wahrheit.
    Aber es gibt auch in der Bibel viele „Wahrheiten“, jeweils Teilaspekte eben. Und mitunter sind viele Denklinien sogar dialektisch, können sich teils sogar ausschließen gegenseitig.

    Gerade also, wenn man biblisch etwas nachzuweisen versucht, ist es nicht damit getan, drauf hinzuweisen, dass es nur eine Meinung von vielen ist.
    Das ist sicher ein Ansatzpunkt, aber man muss sehr vorsichtig sein, was man schreibt.

    Denn den Gewohheitskirchengänger stört das kein bischen.
    Dem, der sich an soetwas konkret ausrichten will, kann man aber sein Leben sehr beschweren oder vielleicht sogar in Teilen zerstören.

    (zum Antworen komme ich evtl erst morgen wieder)

  11. Hallo Gabi nochmal schnell,

    zum „lebenslang“ einer Ehe:

    davon sollte man ausgehen, sonst braucht man gar keine Ehe einzugehen.
    Aber dass es leider auch anders laufen kann, zeigt uns die Erfahrung. Selbst die von wohl doch recht gläubigen Menschen wie zb Frau Käßmann.

    Damit eine Ehe gelingt ist viele nötig. Zb eine gewisse Ähnlichkeit. Auch der Vorsatz, es gemeinsam immer wieder zu versuchen und in Liebe auf den anderen zuzugehen.
    Auch der gemeinsame Glaube kann helfen. (Aber eben bitte nicht aufgezwungen…). Denn wenn man sich nun wem zuwendet, der vielleicht mehr „Christ“ ist, heißt das nicht, dass automatisch die anderen Begebenheiten stimmen.
    Die Liebe und der Wille, sich zu verständigen, sind sicher ziemlich wesentlich dafür, dass eine Ehe hält.

  12. […] 22nd, 2007 by theolounge Nachdem wir einen Artikel einer christlichen Homepage ziemlich kritisch hinterfragt hatten, wollen wir es nicht dabei bewenden lassen, sondern auch auf […]

  13. zum thema: gelingende ehe – meine frau und ich haben recht jung geheiratet (kaum vorstellungen von den möglichen schwierigkeiten, keine bücher darüber konsumiert…) und sicher manche (viele?) fehler im lauf der jahre gemacht. aber eines war uns immer wichtig: wir wussten, dass wir es aus eigener kraft niemals schaffen würden, gemeinsamkeiten hin oder her. und deshalb haben wir immer wieder um hilfe von oben gebetet. wie gesagt, es gibt jede menge verbesserungspotential, aber nach 32 jahren kann ich sagen: ich würde diese frau jederzeit wieder heiraten…
    liebe grüsse für alle, die im beziehungsstress stehen oder ihn vor sich haben 🙂
    andy

  14. Jaja, willkommen in der Welt des theologischen Geschwurbels.

    Wenn Gott die Liebe ist und die Liebe sowieso alles und alles ist Gott usw., wieso darf ein Christ nicht einen Christen heiraten, oder eine Christin eine Christin?

  15. Es könnte helfen die Bibel zwischendurch beiseite zu legen. Plötzlich sieht man den Wald wieder…

  16. Avatar von Bloggerhedge
    Bloggerhedge

    und nun zu meinem eigentlichen Thema: meiner versauten „Misch“-Ehe…torpediert von Suuuuuperchristen von der ersten Stunde an! Ich war nämlich „nicht richtig“! Und eigentlich stets eine „Ungläubige“.

    Aber mein richtiger Mann (damals noch Heiratskandidat) hatte unter den „richtigen“ weiblichen Betschwestern keine Passende gefunden :-)…die, welche die Eltern für ihn ausgewählt hatten, wollte er nicht…

    Mein Schwiegervater konnte mir nicht in die Augen sehen , wenn er mich begrüßte (er war Laienprediger und verschlang die schlimmen US-Endzeit-Hetz-Bücher) Ich war als Nur-Kirchenchristin stets mit Vorsicht zu „geniessen“! Mißtrauen und Projektionen (Introjektionen). DAS waren u.a. die Folgen!

    Ich hatte damals um einen geeigneten Partner gebetet. Aber ich war ja überhaupt „keine Christin“. Das erfuhr ich erst später bei den Darbysten. Also waren meine Gebet wohl ebenfalls nicht gültig. Es gab Alternativen. Aber er war für mich ganz unzweideutig DER RICHTIGE MANN! Für mich war es eine Gebetserhörung.
    Nicht so für ihn! Obwohl sich auch für ihn seine weiteren damaligen „Alternativen“ als unbrauchbar erwiesen. Er war dann drei Jahre lang verunsichert, ob ich nun die richtige Frau für ihn sei, weil er von seinem Gott kein Einschreiben mit dieser Gewissheit empfangen hatte und seine Herkunft ihm ziemlich zusetze…(die Familie, die Eltern, die Gemeinde, der Prediger…sie alle hatten mitzureden!)

    Alles, was ich in die Ehe mitbrachte, war dann „vom Teufel“ . Und folglich mußte ich es drausen lassen. So ist nach und nach meine Identität völlig ausgelöscht worden.
    In einer Ehe geht es meines Wissens auch darum, dass man sich auf einer neuen dritten Ebene trifft, und nicht nur den Kult des Einen pflegt.

    Nun, diese Geschichte habe ich nie so richtig aufgearbeitet, weil es in dieser Frage KEINE REHABILITATION gab. Aber ich kann sie als Komplex mittlerweile schrumpfen lassen! Nicht mehr so wichtig! Ehe versaut. Familie zerstört…ein Kind war suizidgefährdet, hat drei Jahre die Schule verweigert…ein weiteres hat diverse chronische Erkrankungen und bedaurfte stationäre psychotherapeutische Hilfe. Es sind die Töchter, die den PROUZESS der Mutter übernehmen! Was solls? Schön gelassen bleiben! Even a bad day is a good day…?

    Das Christentum ist ein Willkürhaufen, in dem die eine Strömung das um 180° Widersprüchliche der anderen sagt.

    Mir wollten auch schon mal „wiedergeborene“ Christen weismachen, der „ungläubige“ Partner sei durch den gläubigen mitgesegnet! AHA! Diese Variante ist also AUCH möglich? Warum hat sie mir als ich sie nötig gehabt hätte, niemand angetragen? 🙂

    Von Ökumene war das alles weit entfernt.

    Manchmal hatte ich den Eindruck, wir seien vom Kollektiv(kollektiven Unbewußten) dazu aufgeträumt worden, einen solchen Stellvertreterkonflikt auszutragen zwischen den verschiedenen Denominationen. Das dient nach der Prozessorientierten Psychologie dazu, für mehr Toleranz zwischen den Systemen zu sorgen. Das einzelne Familienmitgleid ist dabei völlig unwichtig.

    Genug Spannkraft für ungewöhnliche Belastungen haben wir ja durch andere große Schicksalsschläge bewiesen („Opferung“ des Erstgeborenen, mehrfachschwerbehindertes G-Kind….)

    Aber so kanns gehen! Inzwischen bin ich gerne Nichtchristin. Denn mit diesem ganzen Zirkus will ich nun ÜBERHAUPT NICHTS MEHR ZU TUN HABEN!
    Auch wie sich Christen im Nachhinein, damit konfrontiert, verhalten haben! SCHÄBIG! (Da wird dann der Spieß umgedreht, und das Kollektiv tut beleidigt für Gimmecks…aber die eigentliche Ursache wird weiterhin verdrängt)

    Brigitte Elisabeth

  17. Avatar von Bloggerhedge
    Bloggerhedge

    Es hatte ein Gutes 🙂
    Ich habe ihn aus diesem engen System herausgeholt. Denn scheinbar wollte er ja „das Andere“…

    Wie ich schon sagte: dafür hats mich selbst in die gefangensetzenden Strukturen seiner Rollenmusterherkunft hinein geschraubt…
    Und das ist auch bei klarem Bewußtsein, bei bester Analyse nicht so einfach, sich als Frau wieder zu befreien.

  18. Ja, üble Sache, die Du da miterlebt hast.
    Ehe und Partnerschaft funktioniert nur, wenn beide auf das Beziehungskonto gleichermaßen einzahlen.
    Und wenn andere mehr zu sagen haben, als das Paar sich selbst, wenn also das Paar nicht an die erste Stelle rückt, sondern sich von anderen gängeln lässt (die das auch sehr moralisch begründen können bisweilen, oder auch mit Liebe etc etc), dann geht das Paar kaputt. Dann setzen sich die stillen oder auch nicht so stillen Mitreder durch – und schauen blöd, wenn die Ehe futsch ist. Man habe es doch nur gut gemeint.
    Aber das ist nicht nur „christentypisch“, sondern wohl allgemein menschlich: wenn zb sich die Schwiegereltern zu sehr einmischen und das junge (oder auch nicht junge) Paar nicht Paar sein lassen,
    sondern immer mitmischen wollen: dann kann das Paar kläglich scheitern.
    Und: man sollte wohl auch denen mißtrauen, die es immer ganz genau wissen: sowohl Christen, als auch allen Menschen. Man kann dann versuchen, zu enttarnen, was eigentlich die Motive derjenigen sind, wenn man sich fragt: was bringt es demjenigen, der einem derartiges rät ? Vielleicht Einfluß ? Ansehen bei anderen ? Das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben ?

    Mitreder meinen es durchaus nicht immer schlecht, und bisweilen sollte man auch auf sie hören. Aber man sollte immer mit am Steuer bleiben und sich nicht vom Steuer vertreiben lassen und andere Steuern lassen.
    In manchen familiären – menschlichen – gemeindlichen etc. Strukturen ist dies aber schwer bis manchmal vielleicht sogar unmöglich.

  19. Avatar von Bloggerhedge
    Bloggerhedge

    Das „überlegene System“ ?
    WER bringt denn Zwietracht in die Welt?

    http://neun.scm-digital.net/show.sxp/286.html?showsingle=128&

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