Sehen Sie hier eine Andacht von Dekan Walter Jungbauer aus der altkatholischen Kirche.
Etwas geschenkt bekommen. Unbezahlbar.
Der Prophet Jesaja erzählt uns davon, dass es uns immer wieder so gehen kann. Denn Gott selbst will uns beschenken.
Mit seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit.
Und auch wir dürfen einander damit beschenken.
Und das ist mehr wert, als alles Geld, alle Macht und aller Reichtum dieser Welt.
Darüber meine Sonntagsgedanken an diesem Wochenende.

Hier zentrale Gedanken dieser Andacht:
Historischer Hintergrund und Geldkritik
- Entstehung des Münzgeldes: Der biblische Lesungstext aus dem Buch Jesaja (Jes 55,1–3) geht vermutlich auf das 6. Jahrhundert vor Christus zurück, als geprägtes Münzgeld den direkten Tauschhandel abzulösen begann [00:10].
- Skepsis gegenüber dem neuen Zahlungssystem: Das Jesajabuch übt eine kritische Haltung gegenüber dem Geldverkehr, da dieser schon damals die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößerte und menschliche Beziehungen unpersönlicher und abstrakter werden ließ [00:55].
Hunger, Durst und die Tora
- Sinnbild für das Wesentliche: Das Prophetenwort nutzt die menschliche Erfahrung von körperlichem Hunger und Durst, um auf die Sehnsuche nach einem gelingenden Leben aufmerksam zu machen [01:44].
- Geistliche Sättigung: Wahre Stillung dieses Durstes bietet laut Jesaja nur das Hören auf Gottes Wort und die Tora (die fünf Bücher Mose), deren Kern die Liebe zu Gott und dem Nächsten ist [02:27].
Verbindung zum Neuen Testament
- Die Frau am Jakobsbrunnen: Ein ähnliches Motiv begegnet im Johannesevangelium bei der Geschichte der samaritanischen Frau am Brunnen [03:04].
- Das Wasser des Lebens: Jesus bietet dort nicht materielles Trinkwasser an, sondern das Wasser des Lebens, welches als Symbol für die bedingungslose Liebe und Zuwendung Gottes steht [03:48].
Was wirklich im Leben zählt
- Grenzen des Konsums: Materieller Besitz, Reichtum oder Statussymbole stellen Menschen niemals dauerhaft zufrieden [04:09].
- Unbezahlbarer Wert: Dinge, die ein Leben wirklich tragen – wie echte Freundschaft, wahre Liebe und das Bewusstsein, von Gott begleitet zu sein –, lassen sich mit keinem Geld der Welt kaufen [04:52].
- Das Geschenk: Die wichtigsten Grundlagen des Lebens bekommt der Mensch ohne Gegenleistung geschenkt [06:05].
Kernbotschaft zum Nachdenken
Äußerer Wohlstand kann zwar alltägliche Sorgen mindern, bringt aber keine dauerhafte innere Erfüllung. Die wertvollsten Güter des menschlichen Daseins – Liebe, menschlicher Halt und die Beziehung zu Gott – sind unbezahlbar und werden allen Menschen frei Haus geschenkt.



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