Wie die Geschichte auf Putin blicken wird

Das Denkmal des Schreckens: Wladimir Putins frostiges Vermächtnis

​Es gab eine Zeit, da saß der Herr des Kremls hinter Tischen, die so lang waren, dass man für ein Gespräch eigentlich ein Satellitentelefon gebraucht hätte. Während die Welt rätselte, ob er Angst vor einem Virus oder schlicht vor der Realität hatte, reifte in der Einsamkeit der Isolation ein Plan. Wenn man schon nicht in die Geschichte eingehen kann, weil man das eigene Land wirtschaftlich und gesellschaftlich nach vorne gebracht hat, dann muss eben die gute alte Methode des Schreckens herhalten. Bevor das Alter und die Senilität endgültig anklopfen, wollte Wladimir Putin offenbar noch einmal zeigen, was er am besten kann: Angriffskriege.

​Es ist schon eine beachtliche Leistung, die eigenen inneren Verfehlungen dadurch zu kaschieren, dass man ein Nachbarland in Schutt und Asche legt. Seit seinem Machtantritt scheint das Führen von Kriegen sein eigentliches Hobby zu sein, doch im Februar 2024 (als Eskalation eines bereits jahrelangen Konflikts) setzte er dem Ganzen die Krone auf. Er entfesselte den furchtbarsten Angriffskrieg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen gemacht, Familien zerrissen und Träume beerdigt.

​Besonders „heldenhaft“ zeigte sich der Kreml-Chef dabei in seiner Strategie gegen die Zivilbevölkerung. Während er selbst im immensen Luxus seiner Villen residiert und sich tief unten im sicheren Bunker vor der Welt versteckt, ließ er wehrlose Menschen in Kyjiw und anderen Städten bei arktischen Temperaturen bombardieren. Es hat schon eine ganz eigene, dunkle Qualität von Zynismus, wenn man zusieht, wie Kinder und Greise erfrieren, während man selbst auf hochauflösenden Monitoren die Zerstörung verfolgt.

​Man muss ihm eines lassen: Sein Wunsch, der Nachwelt im Gedächtnis zu bleiben, wird in Erfüllung gehen. Für all jene, die das Recht mit Füßen treten und Freude am Morden empfinden, wird er als leuchtendes Beispiel dienen – ein Patron der Gesetzlosen. Er hat sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern redlich verdient, wenn auch nicht in der Abteilung für Staatsmänner, sondern in der Galerie des Grauens.

​Ein Blick aus der Zukunft

​Es wird eine Zeit kommen, vielleicht in 50 Jahren, vielleicht erst in 300 Jahren, in der rechtschaffende Historiker die Trümmer seiner Herrschaft analysieren werden. Dann wird der Nebel der Propaganda verflogen sein und man wird diesen Mann als das benennen, was er ohne Zweifel ist: einer der größten Kriegsverbrecher unseres Jahrhunderts. Sein Vermächtnis besteht nicht aus Größe oder Ehre, sondern aus Kälte, Blut und der Schande, die er über sein eigenes Land und die Welt gebracht hat.


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