
Im Gleichklang mit dem Grau
Es gibt diese Tage, da drückt der Körper auf Pause. Man ist gesundheitlich angeschlagen, liegt im Bett, und die Augenlider sind bleischwer. Selbst der stärkste Wille kann sie kaum offen halten. Man döst im Halbschlaf, die Welt da draußen rückt in weite Ferne und wird unwichtig.
Normalerweise würde man sich vielleicht ärgern, etwas zu verpassen. Einen klaren, strahlenden Tag vielleicht? Doch ein kurzer, müder Blick aus dem Fenster zeigt: Das ist heute nicht der Fall. München liegt unter einer dichten Nebeldecke. Ein stiller, grauer Schleier hüllt die Straßen, die Häuser und die Geräusche ein.
Das Kuriose an dieser Situation: Man weiß genau, nur wenige Kilometer weiter, im Umland, scheint die Sonne von einem klaren Himmel. Dort ist die Welt hell. Aber hier, in der Stadt, hält sich hartnäckig das Grau.
Und seltsamerweise ist genau das ein Trost. Wenn man schon gezwungen ist, die Welt wie durch Watte wahrzunehmen, dann passt dieser Nebel perfekt zur eigenen Stimmung. Man verpasst nichts. Die Stadt hält solidarisch mit einem mit. Das Grau draußen ist ein Spiegelbild des inneren Zustands, und das macht die Müdigkeit für den Moment fast ein wenig erträglicher.



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