Kennedy Jr, Gesundheitsminister der besonderen Art

Ein Bock als Gärtner: Wie Gesundheitsminister Kennedy Jr. die Volksgesundheit zu Grabe trägt

In einer Zeit, in der die moderne Medizin Krankheiten wie die Masern eigentlich längst hätte ausrotten müssen, erleben die USA eine Rückkehr ins finsterste medizinische Mittelalter. Mitten in der schlimmsten Masernepidemie in den USA seit 30 Jahren steht ein Mann an der Spitze des Gesundheitsministeriums, dessen bisherige „Leistungen“ ihn eher als Totengräber denn als Hüter der öffentlichen Gesundheit qualifizieren: Robert F. Kennedy Jr.

Es ist ein Meisterstück der Ironie: Ein Mann, der jahrelang durch die Verbreitung von Falschbehauptungen über Impfungen von sich reden machte, wird zum obersten Gesundheitsaufseher einer ganzen Nation. Und siehe da, das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten. Während das Masernvirus fröhliche Urständ feiert und sich rasant ausbreitet, hat der Herr Minister offenbar eine späte Erleuchtung. Nach Hunderten Masernfällen und bereits drei Toten spricht er sich nun plötzlich doch für eine Impfung aus. Welch eine mutige und vor allem frühzeitige Kehrtwende! Man kann den Applaus der Ärzte und der besorgten Eltern förmlich hören – oder ist es das Zähneknirschen?

Aber Kennedys Wirken beschränkt sich nicht nur auf halbherzige und verspätete Empfehlungen. Nein, er greift auch aktiv und entschlossen in die wissenschaftlichen Strukturen ein. Als ihm die Expertise der Impfkommission der Gesundheitsbehörde CDC nicht mehr passte, hatte er kurzerhand alle 17 Mitglieder entlassen. Der Vorwurf: Interessenkonflikte. Kritiker würden es wohl eher so formulieren: Er hat das Gremium mit ihm genehmen Impfskeptikern neu besetzt. Wer braucht schon wissenschaftlichen Konsens, wenn man eine feste Ideologie hat?

Und als wäre das nicht genug, schafft er gleich neue Baustellen. Die offizielle Empfehlung für die Coronaimpfung für Kinder und Schwangere? Gestrichen. Eine „einseitige, unwissenschaftliche“ Richtlinie, wie die klagenden Ärztevereinigungen es nennen. Es sei „wirklich unverschämt“, Eltern die Wahl zu nehmen, ihre Kinder zu schützen. Doch solche Einwände der Fachleute perlen am Minister offenbar ab. Er scheint einem höheren Ziel zu folgen, das mit dem Schutz der Bevölkerung nur am Rande zu tun hat.

Während in Deutschland eine Impfpflicht eingeführt wurde, um die Bevölkerung vor genau solchen vermeidbaren Ausbrüchen zu schützen, zelebrieren die USA unter Kennedy Jr. die Freiheit – die Freiheit, an einer längst besiegt geglaubten Krankheit zu erkranken oder gar zu sterben. O tempora, o mores! Wenn ein Mann, dessen Karriere auf der Untergrabung des Vertrauens in die Wissenschaft basiert, zum Gesundheitsminister ernannt wird, dann ist die Krankheit der wahre Gewinner.

Quelle: Basierend auf einem Artikel von DIE ZEIT „USA erleben schlimmste Masernepidemie seit 30 Jahren


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