
Manchmal gibt es Innovationen, bei denen man sich fragt: Warum? Und dann gibt es den Chicken Big Mac. Lange Zeit war er der Traum (oder Albtraum?) vieler Fast-Food-Aficionados, und McDonald’s hat ihn nun endlich auf die Menschheit losgelassen. Und was soll man sagen? Nun ja, man hat ihn gegessen. Und man lebt noch.
Jahrelang galt der Big Mac als Ikone – zwei Scheiben Rindfleisch, die spezielle Soße, Salat, Käse, Zwiebeln, Gurken und das Sesambrötchen. Eine bewährte Formel. Eine Formel, die über Jahrzehnte hinweg Milliarden von Mägen gefüllt hat. Doch in Zeiten, in denen alles neu, aufregend und anders sein muss, kam wohl jemand auf die Idee: „Was wäre, wenn wir einfach das Rindfleisch rausnehmen und Hähnchen reinpacken?“ Eine brillante Eingebung, dachten sie vielleicht. Oder eine, die einfach nur billiger in der Produktion ist. Man weiß es nicht genau.
Das Ergebnis ist… nun ja, es ist Hähnchen im Big Mac. Die spezielle Soße kämpft tapfer, um dem Ganzen noch einen bekannten Dreh zu geben, aber die Fleischkomponente spielt ihre eigene, eher unaufgeregte Melodie. Das Rindfleisch hatte seinen Grund. Es hatte Geschmack. Es hatte Textur. Es war der Star der Show. Das Hähnchen? Es ist eher der nette Nachbar, der sich nicht so recht traut, laut zu sein.
Vielleicht ist es der Versuch, diejenigen zu erreichen, die sich vor Rindfleisch fürchten oder einfach mal etwas „Neues“ probieren wollen, ohne dabei echte Risiken einzugehen. Eine Art kulinarisches Schlafwandeln. Man beißt rein, kaut, schluckt. Und dann fragt man sich: War das jetzt wirklich nötig? Es gibt Dinge, die sind einfach besser in ihrer Originalversion. Und der Big Mac mit Hähnchen ist ein eindringliches Beispiel dafür, dass nicht jede „Weiterentwicklung“ auch eine Verbesserung darstellt. Aber egal. Kann man machen. Muss man nicht machen.



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