Zwischen den Zeiten

Morgenstund hat Gold im Mund,
doch wer leckt schon an der Dunkelheit?
Die Stadt liegt still
wie ein Versprechen, das keiner gehalten hat.

Uhren ticken nicht – sie flüstern.
Fenster glühen wie schwache Gedanken
von Menschen,
die noch nicht schlafen
und auch nicht träumen.

Kurz nach Mitternacht
beginnt ein neuer Tag,
aber niemand jubelt.

Ein Licht flackert im Flur –
vielleicht Hoffnung,
vielleicht nur die Kaffeemaschine
im falschen Rhythmus.

Die Welt hält den Atem an
für einen Moment,
den keiner sieht.


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