
Wir dachten, wir säßen im Dunkeln,
sahen die Schatten tanzen an der Höhlenwand
und nannten es Wirklichkeit.
Draußen, so glaubten wir, die Welt der Ideen,
die feste, kalte Materie,
und darin unsere Seele, ein gefangener Vogel.
.
Doch dann hoben wir den Schleier.
Und die Materie zitterte,
wurde zu einem Vielleicht,
einer Welle aus Möglichkeit,
eine Katze, tot und lebendig zugleich,
ein ganzes Universum, das den Atem anhielt,
bis unser Blick es zwang, zu sein.
.
Wir fanden Fäden,
unsichtbar,
die zwischen Sternen spannen.
Eine Berührung hier, ein Echo dort, am Rande der Zeit.
Keine Teile mehr,
nur die ungeteilte Ganzheit,
die leise summt.
.
Es gibt keine zwei Welten.
Es gab sie nie.
Nur noch die eine Substanz,
die sich selbst benennt: Gott.
Der Gedanke und der Stein
sind die Vorder- und Rückseite derselben Münze,
geprägt im Feuer des Urknalls.
.
Ein unendlicher Ozean,
der sich in Wellen formt,
die wir Materie nennen,
und in Wellen, die sich ihrer selbst bewusst werden,
die wir Geist nennen.
.
Wir sind also nicht die Beobachter.
Wir sind nicht die Gefangenen in der Höhle.
Wir sind der Stoff,
der sich erinnert.
Das Universum,
das durch unsere Augen lernt,
sich selbst zu sehen.



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