
Manchmal frage ich mich,
ob all die Gesichter in den Feeds
wirklich lachen.
Oder ob es nur ein Echo ist,
ein Muskelzucken für den Algorithmus.
.
Wir wischen durch fremde Leben,
sekundenschnell,
ein Daumenwisch zwischen Katastrophe und Katzenvideo.
Ein Herzchen hier, ein wütender Smiley dort.
Fertig.
Nächster Impuls.
.
Die Stadt atmet Beton und Glas,
und in den Zügen leuchten die Gesichter
bläulich auf,
angestrahlt von Welten, die in eine Hand passen.
Niemand schaut mehr hoch.
.
Wo ist das Echte geblieben?
Frage ich mich manchmal.
Zwischen all den perfekten Momenten,
den optimierten Existenzen.
Dieser unaufhörliche Strom aus Nichts und Allem.
.
Und dann, ganz leise,
ein Vogel auf dem Fensterbrett.
Er singt.
Ohne Filter, ohne Likes.
Einfach so.
Und für einen kurzen Augenblick
ist die Welt wieder ganz einfach.
Und ich frage mich nichts mehr.



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