
Sagen wir es mal so: Die Geopolitik ist ein sich ständig wiederholendes Theaterstück, bei dem die Darsteller nur die Kostüme wechseln. Und der aktuelle Akt? Ein herrlich vorhersehbares Spektakel der Drohungen und Warnungen.
Immer Ärger mit den Russen
Ach, Donald Trump. Der Mann, der immer für eine Überraschung gut ist, überrascht uns diesmal mit… nun ja, mit der Aussage, dass Putin „mit dem Feuer spielt“. Eine tiefgründige Erkenntnis, die uns alle vom Hocker haut. Man könnte fast meinen, er hätte die letzten Jahre unter einem Stein verbracht, wenn nicht gerade er es wäre, der die Steine gerne mal selbst ins Rollen bringt. Und die Drohung, dass Russland ohne ihn „wirklich schlimme Dinge“ passiert wären? Ein Schelm, wer da an die eigene Rolle in der Weltpolitik denkt, die er gerne als die des einzigen Retters inszeniert.
Und dann kommt er, der russische Botschafter des guten Geschmacks, Dmitri Medwedew. Seine Reaktion? Ein Meisterwerk der Subtilität. „Ich kenne nur eine wirklich schlimme Sache – den Dritten Weltkrieg.“ Man muss ihm lassen, er weiß, wie man die Spannung hochhält. Es ist fast so, als hätten die beiden ein geheimes Skript, das sie abwechselnd abarbeiten. Immer dieselbe Leier, immer dieselben leeren Drohungen, immer dieselbe erschreckende Langeweile.
Im Endeffekt ist es wie eine Endlosschleife einer schlechten Reality-Show. Die einen drohen mit Apokalypse, die anderen behaupten, sie hätten die Welt gerettet, und wir Zuschauer sitzen hier und fragen uns, wann endlich die nächste Staffel kommt. Oder besser noch: Wann das Theaterstück endlich mal ein neues Drehbuch bekommt. Aber bis dahin gilt wohl: Im Osten nichts Neues. Und das ist, seien wir ehrlich, erschreckend unaufregend.
Quelle ZEIT ONLINE



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