Tag der Befreiung – und doch kein Ende des Grauens

8. Mai – ein Datum, das für viele in Europa als Tag der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in die Geschichte eingegangen ist. 1945 kapitulierte das Deutsche Reich, der Zweite Weltkrieg fand in Europa sein Ende, Millionen Menschen atmeten auf.

Doch heute, am 8. Mai 2025, liegt ein bitterer Zynismus über diesem Gedenktag. Denn Russland, das einst zusammen mit den Alliierten zur Befreiung Europas beitrug, ist längst selbst zum Aggressor geworden. Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine – einen Krieg, der nicht nur Städte zerstört und Menschen tötet, sondern der auch an die dunkelsten Kapitel des 20. Jahrhunderts erinnert.

Während Europa sich an den Sieg über die Nazis erinnert, marschieren heute erneut Soldaten über Grenzen, werden Zivilisten verschleppt, bombardiert, gefoltert. Es sind Kriegsverbrechen, wie man sie eigentlich nur aus den Geschichtsbüchern kennt – und doch geschehen sie heute, in einem freien Land, mitten in Europa.

Russland rechtfertigt seinen Krieg mit Propaganda, die an die Lügen des Dritten Reiches erinnert: angebliche Entnazifizierung, Schutz russischsprachiger Menschen – und all das unter einem zunehmend totalitären Regime. Putin instrumentalisiert den Gedenktag, inszeniert sich als Erbe der Befreier von 1945, während er selbst Unterdrückung, Angst und Tod bringt.

Dass dieses Datum nun mit erneuter Gewalt und imperialem Machtstreben verbunden ist, entlarvt die Perversion des russischen Gedenkens. Russland ist längst nicht mehr der Befreier, sondern in weiten Teilen selbst zum Erben jener Ideologie geworden, gegen die es einst kämpfte.

Wir dürfen nicht schweigen. Wer heute die Freiheit feiert, muss auch die Freiheit der Ukraine verteidigen.

Denn: Wer sich nicht gegen das Böse stellt, macht sich mitschuldig.


Quellen:

  • Bundeszentrale für politische Bildung: „8. Mai – Tag der Befreiung“
  • Tagesschau.de: „Chronik des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine“
  • Amnesty International: „Menschenrechtsverletzungen im Ukraine-Krieg“

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