Trump knickt ein

US-Präsident Donald Trump hat einen Teil seiner angekündigten Protektionismus-Maßnahmen überraschend wieder zurückgenommen. Statt der ursprünglich geplanten harten Zölle auf Autobauer, Elektronik und EU-Waren gibt es nun Ausnahmen und Rabatte für bestimmte Branchen – ein deutliches Zeichen der Deeskalation im Zollstreit.

Zölle auf Autoteile gesenkt
Kurz vor seiner Kundgebung in Michigan unterzeichnete Trump zwei Dekrete, die die 25-prozentigen Zölle auf Autoteile für in den USA hergestellte Fahrzeuge absenken. Damit verschont er die Hersteller von einigen der höchsten Abgaben und gewährt Rabatte, wenn die Teile im Inland produziert werden. „Ich gönne ihnen eine kleine Pause“, sagte Trump.

Elektronik-Ausnahme bleibt bestehen
Bereits vor zwei Wochen hatte das Weiße Haus Smartphones, Computer und andere Elektronikprodukte von den schweren 145-Prozent-Zöllen auf chinesische Importe ausgenommen. Dieser Schritt galt zunächst als rein technisch, doch nun wird deutlich, dass Trump bewusst Ausnahmen gewährt, um den Unmut der Verbraucher und der Wirtschaft zu dämpfen.

Handelskrieg auf Pause
Auch die angekündigten Vergeltungszölle von 20 Prozent auf EU-Waren und 31 Prozent auf Schweizer Produkte sind vorerst pausiert. Ob sie je wieder in Kraft treten, ist ungewiss. Beobachter sehen in den stetigen Ausnahmen eine Schwächung von Trumps wichtigstem Argument: Er berief sich auf einen Notstand, um die Zölle ohne Kongresszustimmung zu verhängen. Mehrere Bundesstaaten haben bereits Klagen gegen die Zölle eingereicht.

Konsumklima stürzt ab
Die Folgen seiner Handelspolitik zeigen sich im stark gesunkenen Verbrauchervertrauen: Der University-of-Michigan-Index fiel im April auf 52,2 Punkte, so niedrig wie seit Monaten nicht mehr. Die Erwartungen der Haushalte sanken dramatisch – ein klares Signal wachsender Rezessionsängste.

Lobbydruck und Panik bei Händlern
Einzelhändler wie Walmart, Target und Home Depot warnten Trump eindringlich vor lieferkettenbedingten Störungen und Preiserhöhungen. Amazon plante gar, die zusätzlichen Zollkosten extra auszuweisen – woraufhin das Weiße Haus dies als „feindlichen politischen Akt“ brandmarkte und Trump persönlich bei Jeff Bezos anrief, um sich zu beschweren.

Chinas Strategie zahlt sich aus
Pekings Zurückhaltung im Handelsstreit hat Wirkung gezeigt. Während Trump drohte, senkten seine Berater den Ton: Die 145-Prozent-Zölle auf China sollen „erheblich gesenkt“ werden, aber nicht auf null. Peking betonte, man wolle nicht kämpfen, habe aber keine Angst davor.

Ausblick
Angesichts der lockeren Ausnahmen und der wachsenden Wirtschaftssorgen in den USA stellt sich die Frage, ob Trump seine Handelspolitik durchhalten kann. Im Sommer könnte die Kombination aus sinkender Nachfrage, leeren Regalen und Arbeitsplatzabbau in eine Rezession münden – und Trumps Kurs möglicherweise erneut ins Wanken bringen.


Quellen:


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