Liebling, ich habe die Wirtschaft geschrumpft!

Eine Bestandsaufnahme nach 100 Tagen Trump II

100 Tage sind eine kurze Zeit. Man kann in ihnen ein neues Hobby anfangen, ein Buch schreiben – oder eben gleich eine Weltmacht in eine wirtschaftliche Mini-Rezession manövrieren. Donald Trump entschied sich offenbar für Letzteres.

In nur drei Monaten ist die US-Wirtschaft um 0,3 % geschrumpft. Kein Erdbeben, aber ein deutliches Kräuseln im Wirtschaftsozean – eines, das nicht wie gewohnt vom Markt selbst, sondern durch den Präsidenten höchstselbst ausgelöst wurde. Die Regierung erklärte natürlich: „Hat nix mit uns zu tun!“ Trump beschwört währenddessen auf Truth Social den beispiellosen Boom, der bald komme – man müsse nur „HABT GEDULD!!!“ haben. Richtig. Geduld, wie sie auch Titanic-Passagiere nach dem Eisberg aufbringen mussten.

Zollpolitik im Zickzack – das ist das neue Trump-Branding. Experten sprechen von Verunsicherung, Rückhaltung bei Investitionen und sichtbaren Belastungen durch Trumps Wirtschaftsexperimente. Besonders poetisch: Der Internationale Währungsfonds sieht die wirtschaftliche Zukunft der USA deutlich düsterer als noch zu Jahresbeginn.

Von den groß angekündigten „goldenen Zeiten“ bleibt aktuell wenig – außer einer glänzend polierten Schuldverschiebung. Denn selbstverständlich trägt nicht der Mann im Weißen Haus die Verantwortung, sondern… tja… irgendwer halt. China? Die Vorgängerregierung? Die Medien? Vielleicht auch einfach das Wetter.

Wachstum war gestern, Unsicherheit ist heute, und die Sommerflaute winkt schon aus der Ferne. Währenddessen hält die US-Notenbank brav Kurs und hofft, nicht als nächstes zum Sündenbock gemacht zu werden.

Trump-Fans mögen einwenden: „Aber 0,3 % sind doch gar nicht so viel!“ Richtig – sofern man nicht gerade das wirtschaftliche Flaggschiff der westlichen Welt lenkt.

Herzlichen Glückwunsch, Mr. President.
Mission accomplished.


„[Somit…] dürfte die US-Wirtschaft 2025 zwar noch um 1,8 Prozent und 2026 um 1,7 Prozent zulegen, allerdings liegt die geschätzte Wachstumsrate damit 0,9 beziehungsweise 0,4 Prozentpunkte unter der IWF-Prognose vom Januar, als Donald Trump erneut ins Weiße Haus einzog.“

Quelle: ZEIT ONLINE, „US-Wirtschaft schrumpft überraschend um 0,3 Prozent“, 30. April 2025


Quelle: ZEIT ONLINE


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