Gründonnerstag. Letztes Abendmahl

Der Gründonnerstag ist ein wichtiger Tag in der christlichen Tradition und leitet das sogenannte Triduum Sacrum ein – die drei heiligen Tage, die mit dem Ostersonntag enden. Doch warum heißt er eigentlich „Gründonnerstag“, und welche theologische Bedeutung verbirgt sich dahinter?

Ursprung des Namens „Gründonnerstag“

Es gibt verschiedene Theorien zur Herkunft des Namens Gründonnerstag:

  1. Farbe Grün: Die populärste Erklärung verweist auf das mittelhochdeutsche Wort „grînen“, was so viel bedeutet wie „weinen“ oder „klagen“. Gründonnerstag wäre somit ursprünglich der Tag der Reue und Buße gewesen.
  2. Grüne Speisen: Eine weitere Erklärung bezieht sich auf den alten Brauch, an diesem Tag grüne Kräuter oder Gemüse zu essen – symbolisch für Frühling, Erneuerung und Leben.
  3. Kirchliche Liturgie: Manche Quellen führen den Namen auf die liturgische Farbe Grün zurück, obwohl dies weniger wahrscheinlich ist, da am Gründonnerstag die liturgische Farbe traditionell Weiß ist.

Am überzeugendsten erscheint jedoch die Erklärung über das Wort „grînen“ (klagen), da der Gründonnerstag die Passionszeit Jesu Christi unmittelbar einleitet.

Theologische Bedeutung des Gründonnerstags

Theologisch erinnert der Gründonnerstag an zwei zentrale Ereignisse:

1. Das letzte Abendmahl

Am Gründonnerstag feierte Jesus Christus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl. Dieses Ereignis bildet die Grundlage für die christliche Eucharistie oder das Abendmahl. Hierbei stiftete Jesus das Sakrament des Brotbrechens („Dies ist mein Leib…“) und des Weintrinkens („Dies ist mein Blut…“) als Zeichen des Neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen.

2. Die Fußwaschung

Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Fußwaschung, bei der Jesus seinen Jüngern die Füße wusch. Diese Handlung symbolisiert Demut, Dienstbereitschaft und Nächstenliebe. Jesus gibt hiermit den Gläubigen ein Beispiel dafür, einander in Liebe und Demut zu dienen (vgl. Johannes 13,1–15).

Liturgische Feier heute

Heute feiern Christen am Gründonnerstag einen besonderen Gottesdienst mit Eucharistiefeier und oft einer symbolischen Fußwaschung. Nach der Messe schweigen die Glocken bis zur Osternacht – Zeichen der Trauer und Erwartung auf die Auferstehung Christi.

Was der Gründonnerstag heute bedeutet

Gründonnerstag lädt Christen dazu ein, über die Themen Liebe, Gemeinschaft, Hingabe und Demut nachzudenken und sich auf das Osterfest vorzubereiten. Es ist ein Tag des bewussten Erinnerns an Jesu Leiden und seinen Auftrag, füreinander da zu sein.


In Kürze:

  • „Gründonnerstag“ kommt wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort für „klagen“.
  • Theologisch erinnert er an das letzte Abendmahl und die Fußwaschung Jesu.
  • Symbolisiert Gemeinschaft, Demut und Hingabe.

Hier die Szenen aus dem Musical Jesus Christ Superstar:


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