
Die Weltwirtschaft taumelt – und Donald Trump steht einmal mehr im Zentrum eines globalen Bebens, das er selbst ausgelöst hat. Mit einer radikalen Zollpolitik, die an ökonomische Selbstzerstörung grenzt, hat der US-Präsident einen Börsenkollaps in Asien provoziert, die Ölpreise zum Sinken gebracht und eine globale Rezession greifbar gemacht. Und das alles mit einem selbstgefälligen Grinsen und dem Satz, Zölle seien „eine sehr schöne Sache“. Während Anleger fliehen und Märkte implodieren, bleibt nur eine Frage offen: Weiß Trump eigentlich, was er da tut?
Ein Präsident mit der Lizenz zum Irrtum
Donald Trump agiert, als hätte man einem alten Mann ein Maschinengewehr in die Hand gedrückt, ohne ihm zu erklären, wo der Sicherheitshebel ist. Seine neue Zollpolitik – Zölle auf Importe aus nahezu allen Ländern außer Russland (!) – hat innerhalb weniger Stunden das ausgelöst, was Analysten nur als wirtschaftlichen Super-GAU beschreiben können.
Die Börsen in Tokio, Hongkong und Peking brechen ein, Milliarden an Marktwerten lösen sich auf wie Trumps Frisur im Orkan. Doch anstatt zu reflektieren, feiert sich Trump selbst auf Truth Social: Zölle seien der einzige Weg, das Handelsdefizit zu bekämpfen. Dass er dabei die eigene Wirtschaft schreddert? Kollateralschaden.
Zufällig genial – oder einfach nur ahnungslos?
Es gibt einen einzigen positiven Nebeneffekt – vermutlich unbeabsichtigt: Die sinkenden Ölpreise bringen Russland in Bedrängnis. Für den Kreml, dessen Angriffsfinanzierung auf fossile Exporte angewiesen ist, wird es enger. Doch wer glaubt, Trump hätte diesen geopolitischen Effekt bewusst kalkuliert, glaubt vermutlich auch an die Mär vom selbstlosen Milliardär. So weit reicht sein Denken nicht.
Trumps intellektueller Zustand – sei es durch Überforderung, Altersstarrsinn oder Hybris – scheint jedenfalls nicht mehr in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Wirtschaft ist für ihn ein Tweet mit Dollarzeichen, keine globale Maschine mit fein justierten Zahnrädern.
Das Ende der Vernunft in Echtzeit
In einem Klima der Unsicherheit und Unprofessionalität verlieren selbst Trump-nahe Wirtschaftsbosse wie Bill Ackman die Geduld. Von einem „wirtschaftlichen Nuklearwinter“ ist die Rede. Mehr als 50 Staaten flehen inzwischen um Gespräche, doch Washington sendet nur kalte Zollandrohungen.
Trump will keine Lösungen. Er will Deals – oder besser: den Applaus. Selbst wenn dabei der Vorhang auf eine Weltwirtschaft fällt, die gerade unter seinen Füßen zusammenbricht.
Und jetzt?
Die Weltwirtschaft brennt – und der Feuerwehrmann gießt Öl ins Feuer, solange es nicht aus Russland kommt. Vielleicht wäre es wirklich an der Zeit, über Verantwortungsfähigkeit im Amt zu sprechen. Oder wenigstens über eine Altersgrenze für Präsidenten mit Tendenz zur Selbstzerstörung. Als Donald Trump noch als angeblich genialer Geschäftsmann tätig war, war er für sechs Bankotte verantwortlich.
Quelle: ZEIT ONLINE, 7. April 2025: US-Zollpolitik: Börsen in Asien brechen ein



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