Signal Chatgruppen muss man auch bedienen können

„Einmal mit Profis arbeiten!“ – dachten sich wohl viele, als sie von einem der größten Sicherheitsdesaster in der jüngeren Geschichte der USA erfuhren. Schließlich kann jeder mal aus Versehen eine geheime Kriegsstrategie in eine Chatgruppe posten – und wenn dabei zufällig ein Journalist mitliest, tja, Pech gehabt!

Aber wer hätte auch ahnen können, dass es sich bei „Jeffrey Goldberg“ um den Chefredakteur von The Atlantic handelt und nicht um einen besonders neugierigen Praktikanten?

Digitale Meisterleistung: Die Trump-Administration schreibt Geschichte

Die US-Regierung unter Donald Trump wollte sich von der Bürokratie verabschieden – und was wäre da effizienter als eine Signal-Chatgruppe für Kriegsentscheidungen? Kein umständliches Briefing, keine lästigen Berichte – einfach eine Nachricht mit Standortdaten, Waffenlisten und Angriffszielen, und schon läuft der Laden. Nur blöd, wenn man die falsche Person hinzufügt.

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht souverän reagiert hätte:

  • Verteidigungsminister Pete Hegseth? Der hat nie Kriegspläne verschickt!
  • CIA-Chef John Ratcliffe? Hat gar keinen CIA-Agenten enttarnt!
  • Jeffrey Goldberg? Ein „betrügerischer und diskreditierter sogenannter Journalist“!

Problem gelöst. Oder?

„Ich hasse es einfach, Europa wieder aus der Patsche zu helfen“

Während sich Europa fragt, ob es noch auf die USA als Verbündeten zählen kann, ist im Weißen Haus längst klar: Schmarotzerstaaten wie Deutschland und Frankreich sollen gefälligst selbst für ihre Sicherheit sorgen. Schließlich haben Trumps Männer Wichtigeres zu tun – zum Beispiel herausfinden, wer eigentlich alles in ihrer Chatgruppe ist.

Folgen? Keine. Konsequenzen? Ebenfalls keine.

Während unter Hillary Clinton schon ein privater E-Mail-Server für einen nationalen Skandal reichte, sieht es nun ganz anders aus:

  • Minister posten geheime Kriegspläne in Gruppenchats – kein Problem.
  • Vizepräsident J.D. Vance widerspricht Trump offen – alles gut.
  • Republikaner im Kongress? Sehen das wohl genauso.

Denn was ist schon ein potenziell kriegsentscheidendes Leak, wenn man stattdessen einfach den Journalisten beschuldigen kann?

Trump hat die besten Leute – wirklich!

Als Trump sein Team zusammenstellte, wollte er keine Bürokraten, sondern Macher. Und genau diese Macher haben nun gezeigt, dass man staatliche Sicherheitsgeheimnisse auf dieselbe Art diskutieren kann wie den nächsten Bowling-Abend.

Aber seien wir ehrlich: Wer braucht noch Diplomatie oder Geheimdienstarbeit, wenn man einfach in der Signal-Gruppe die Marschroute festlegen kann?

Quellen:


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