
Es klingt wie aus dem Handbuch für erfolgreiche Satire: Donald Trump will das US-Bildungsministerium abschaffen. Offenbar hat der Präsident erkannt, dass Bildung ohnehin überschätzt ist – vor allem in einer Welt, in der Wrestling-Kompetenz offenbar mehr zählt als pädagogische Erfahrung. Deshalb schickt Trump nun die ehemalige Wrestling-Funktionärin Linda McMahon in die Manege, um den Laden dichtzumachen. Was könnte da schon schiefgehen?
Sein Plan, Bildung in die Hände der Bundesstaaten zu legen, ist eine charmante Umschreibung dafür, Verantwortung elegant abzuschieben. Aber hey, wer braucht schon einheitliche Bildung, wenn es das Internet gibt? Zukünftige Generationen lernen sowieso alles Wichtige aus TikTok-Videos und evangelikalen Privatschulen, die noch wissen, dass Dinosaurier und Menschen einst friedlich nebeneinander lebten.
Doch die Amerikaner dürfen sich freuen: Weniger Bildung bedeutet schließlich weniger kritische Fragen und mehr Raum für „alternative Fakten“. Man könnte fast glauben, es steckt Methode dahinter. Die konservative Vision, Steuergelder an christliche Privatschulen umzuleiten, garantiert nicht nur biblisch fundierte Mathematikstunden („Jesus hatte fünf Brote, zwei Fische und 5000 hungrige Zuhörer, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Wunders?“), sondern endlich auch Schulen ohne lästige Bürgerrechtsfragen und Diversity-Unsinn.
Trump nennt es eine „finale Mission“. Andere nennen es schlicht einen Rückschritt ins Mittelalter. Aber vielleicht unterschätzen wir ihn ja – vielleicht will Trump nur, dass zukünftige US-Präsidenten genauso qualifiziert sind wie er selbst.



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