
Worte sind billig. Gedenken allein schützt niemanden. Jahr für Jahr hören wir dieselben wohlfeilen Reden, dieselben Betroffenheitsfloskeln, dieselben Appelle an eine „Erinnerungskultur“, die immer öfter zur hohlen Phrase verkommt.
Währenddessen erleben Jüdinnen und Juden in Deutschland bedrohliche Realität: Sie werden auf der Straße bespuckt, in Schulen ausgegrenzt, in Universitäten mundtot gemacht. Synagogen müssen unter Polizeischutz stehen. Judenverfolgung beginnt nicht mit Lagern, sie beginnt mit Hass, Gleichgültigkeit und Schweigen.
Schweigen ist Mittäterschaft. Wer Antisemitismus duldet, wer schweigt, wenn „Jude“ als Schimpfwort fällt, wer sich wegdreht, wenn israelische Fahnen verbrannt werden, macht sich mitschuldig. Wer den neuen Judenhass mit vermeintlichem „Antizionismus“ kaschiert, täuscht sich selbst oder lügt bewusst. Antizionismus ist Antisemitismus.
Es ist Zeit für Handeln statt Gedenken. Es ist Zeit, dass wir uns erheben – auf der Straße, im Klassenzimmer, in der Kneipe, am Arbeitsplatz. Es ist Zeit, dass wir dem Hass widersprechen, laut und unmissverständlich. Es ist Zeit, dass wir den Juden in Deutschland endlich Sicherheit garantieren – nicht nur mit Worten, sondern mit Taten.
Denn „Nie wieder“ ist keine Floskel. „Nie wieder“ ist eine Verpflichtung. Und „Nie wieder“ ist jetzt!



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