
Der Artikel „Geburt und Tod sind in Russland die sichersten Einnahmequellen“ aus der ZEIT beleuchtet die tief verankerten Gewaltstrukturen in der russischen Gesellschaft und ihre Verbindung zum Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Journalist Julian Hans zeigt, wie historische Traumata, systematische Unterdrückung und die Schwächung zivilgesellschaftlicher Strukturen das Regime Wladimir Putins stützen. Anhand von Kriminalfällen und gesellschaftlichen Reaktionen analysiert er die fehlende Solidarität und die ökonomische Instrumentalisierung von Geburt und Tod. Die Spirale aus Gewalt, Propaganda und Repression wird dabei als zentrales Herrschaftsinstrument des Kremls dargestellt.
Folgende wesentlichen Punkte werden behandelt:
Gewalt und Gesellschaft in Russland:
- Gewalt als historisches und gesellschaftliches Prinzip in Russland.
- Mangelnde Zivilisierung und Solidarität in der Gesellschaft als Voraussetzung für Gewalt und Krieg.
- Kontinuität kollektiver Gewalterfahrungen in der russischen Geschichte (Revolution, Bürgerkrieg, Stalin-Terror, Zweiter Weltkrieg).
Bezug zur Ukraine und dem Krieg:
- Der russische Überfall auf die Ukraine wird von der Gesellschaft getragen, nicht nur von Putin.
- Systematische Gewaltanwendung zur Einschüchterung und Unterdrückung der Ukraine (Mord, Folter, Verschleppung).
- Propaganda nutzt Angst und Entmenschlichung, unterstützt durch Kirche und Kultur, um den Krieg zu legitimieren.
Kriminalfälle als Spiegel der Gesellschaft:
- Verbindung von spektakulären Kriminalfällen mit gesellschaftlicher Gewaltstruktur.
- Beispiel: Fall der drei Schwestern, die ihren tyrannischen Vater töteten – Debatten über patriarchale Macht und Notwehr.
- Mafia-Strukturen, Korruption und politische Morde zeigen die Durchsetzung von Gewalt in der Gesellschaft.
Zivilgesellschaft und Widerstand:
- Schwache zivilgesellschaftliche Strukturen und fehlende Netzwerke für gewaltfreien Widerstand.
- Zunehmende Repression gegen Bürgerinitiativen und Opposition seit 2012.
- Systematische Entkriminalisierung von Gewalt und ökonomische Instrumente wie „Müttergeld“ und Kriegsprämien fördern Gewaltbereitschaft.
Gesellschaftlicher Wandel und Perspektiven:
- Veränderung gesellschaftlicher Einstellungen (z. B. Obdachlosenhilfe als Beispiel für zivilgesellschaftliche Fortschritte).
- Keine Aussicht auf baldige grundlegende gesellschaftliche Veränderungen in Russland.
- Möglicher Regimewandel durch interne Konflikte und Gewalt im Machtapparat statt durch zivilen Widerstand.
Ökonomische Aspekte des Krieges:
- Geburt und Tod als zentrale Einnahmequellen vieler Familien (Müttergeld, Soldatenprämien).
- Krieg und Opferung werden ökonomisch und ideologisch rationalisiert.
- Rekrutierungskampagnen, auch mit Unterstützung nordkoreanischer Soldaten, zeigen die Ressourcenerschöpfung.
Alles in allem:
- Gewalt ist in Russland tief verwurzelt und systemisch verankert.
- Putins Regime nutzt Gewalt und Propaganda gezielt zur Machterhaltung.
- Gesellschaftliche Entwicklung und Widerstand werden durch systematische Repression erschwert.
Quelle und mehr Infos ZEIT ONLINE



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