
Der ZEIT-Artikel „Muss die Ukraine 18-Jährige rekrutieren?“ von Alexander Eydlin behandelt die Forderung der USA, die Ukraine solle das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre senken, um den Mangel an Soldaten im Krieg gegen Russland zu beheben. Wesentliche Punkte sind:
- Hohe Verluste der Ukraine: Präsident Selenskyj nannte erstmals konkrete Zahlen: 43.000 Tote und 370.000 Verwundete, von denen viele nicht mehr einsatzfähig sind. Unabhängige Schätzungen gehen von bis zu 80.000 Toten aus, die NATO spricht von 400.000 Gesamtverlusten.
- Forderung nach Senkung des Rekrutierungsalters: Die USA drängen die Ukraine, auch 18-Jährige einzuziehen, da die derzeitigen Rekrutierungen die Verluste nicht ausgleichen können. Außenminister Blinken und NATO-Generalsekretär Rutte unterstützten diese Forderung öffentlich.
- Selenskyjs Ablehnung: Selenskyj verweigert die Mobilisierung Jugendlicher und betont, dass der Mangel an Ausrüstung und Ausbildung nicht mit der Mobilisierung von jungen Männern kompensiert werden solle. Er priorisiert die Reduzierung des russischen Potentials und das Sparen von Menschenleben.
- Demografische Probleme: Die Ukraine hat eine begrenzte Zahl an jungen Männern (ca. 434.000 zwischen 18 und 25), von denen viele Studenten sind oder Mobilmachungsausnahmen genießen. Die Mobilisierung dieser Gruppe würde die Gesamttruppenstärke nur marginal erhöhen.
- Widersprüchliche US-Hilfen: Die USA bieten an, zusätzliche Truppen auszurüsten und auszubilden, wenn die Ukraine jüngere Rekruten bereitstellt. Selenskyjs Vorschlag, bestehende Brigaden im Westen auszubilden, wurde jedoch weitgehend ignoriert, die einzige Ausnahme ist Frankreich.
- Kritik an der Strategie: Experten und Militärs wie der ehemalige Militärchef Walerij Saluschnyj warnen, dass die Mobilisierung junger Männer soziale und demografische Risiken birgt. Sie plädieren für eine Schonung dieser Generation, die die Zukunft der Ukraine sichern soll.
Der Artikel kritisiert die Forderungen der USA und die westliche Unterstützungspolitik als widersprüchlich und verweist auf die langfristigen sozialen und demografischen Konsequenzen einer solchen Entscheidung.
Quelle und mehr Infos ZEIT ONLINE



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