Moldau nach der Wahl: Russlands nächster Angriffskrieg?

Die Stichwahl in der Republik Moldau brachte einen klaren Sieger hervor: Präsidentin Maia Sandu, eine entschiedene Verfechterin der europäischen Integration, konnte sich mit 54,64 Prozent der Stimmen durchsetzen. Dieser Sieg ist mehr als ein innenpolitisches Signal; er sendet eine deutliche Botschaft an den Kreml und die gesamte geopolitische Landschaft Europas. Für Moskau, das die Region historisch als Einflusszone betrachtet, könnte diese Wahl einen weiteren Dorn im Auge darstellen – ein Szenario, das Erinnerungen an die Ukraine 2014 wachruft.

Damals hatte der Kreml nach dem Verlust der Kontrolle über die ukrainische Regierung durch den Maidan-Aufstand schnell und aggressiv reagiert. Erst folgte die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim, dann der verdeckte russische Angriffskrieg im ukrainischen Donbass. Eine vergleichbare Entwicklung in Moldau, insbesondere angesichts der Präsenz russischer Truppen in der abtrünnigen Region Transnistrien, ist für viele keine abstrakte Gefahr mehr. Die abermaligen Vorwürfe Sandus und ihrer Regierung über russische Wahlmanipulationen und orchestrierte Provokationen untermauern diese Befürchtungen.

Moldau steht an einem Scheideweg: Das Land ringt um Reformen und eine Annäherung an die EU, während Russland darauf bedacht ist, seinen Einfluss zu sichern. Mit der Parlamentswahl im kommenden Sommer und einer brisanten geopolitischen Gemengelage bleibt die Frage bestehen: Wie weit ist der Kreml bereit zu gehen, um ein weiteres politisches Abrutschen in Richtung Westen zu verhindern? Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der seit über zwei Jahren und 10 Monaten tobt, muss man sagen, dass das Putin Regime sich an keinerlei internationale Regeln hält. Demnach sind dann wohl auch die Aussichten für Moldau eher düster.


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Kommentare

3 Kommentare zu „Moldau nach der Wahl: Russlands nächster Angriffskrieg?“

  1. Perhaps a little history is in order here. The territory belonged to the Romanian principality of Moldova for much more than 1,000 years.
    In 1812, at the end of a Russian-Turkish war (Russia aimed to reach the Bosphorus and has not yet forgotten this dream), Turkey „ceded“ this territory to Russia, although the principality of Moldavia did not belong to it. A half of the principality. The first phase of Russification followed – Russians brought here, deportations, what Russia knows best.
    In 1918, through a referendum, the population decided to return to Romania. In 1925, Stalin established an autonomous Region, then a Moldavian Soviet Republic on the left of the Dniester, „with its capital in the temporarily occupied city of Chisinau“ – today’s Transnistria.
    Through the Ribbentrop-Molotov pact, the USSR reoccupied the territory east of the Prut, including the north of the Bukovina region, by ultimatum. The territory was divided – the current Republic of Moldova representing approximately half, the rest (the southern area and northern Bucovina) were incorporated into Ukraine. A new series of deportations, executions, property confiscations, colonization with Russians followed. After about a year, Romania entered the war alongside Germany and reoccupied the territory. In 1944, the USSR returned with another series of deportations, …
    I think I’ve explained the rather close result of the vote a little. Russification during 175 years. Besides Russia, this territory is very small. However, the Russian Empire does not want to give it back.

  2. Thanks for the info, very interesting!

  3. Thanks for the info, very interesting!

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