
In beiden Bildern wird die Idee von Macht und Bequemlichkeit ad absurdum geführt. Auf der einen Seite thront ein prächtiger, barocker Thron auf einer unsicheren Holzplattform hoch oben an einem Berg, der fast so viel Eleganz wie Absturzgefahr bietet. Hier liegt die latente Kritik an dem Trugbild, dass Macht automatisch Stabilität und Sicherheit verleiht. Der Thron symbolisiert Autorität, aber seine Positionierung auf einer hölzernen, kaum befestigten Plattform zeigt, wie prekär diese Macht ist. So fest man sich auch in das Polster sinken lassen mag, das Gefühl der Unsicherheit wird man wohl kaum los. Die Höhen, in die man sich erhebt, bedeuten keineswegs, dass man gefestigt steht.
Auf der anderen Seite haben wir ein gewöhnliches Toilettenbecken, ebenso in schwindelerregender Höhe, jedoch nicht minder riskant platziert. Es zeigt, dass selbst die alltäglichsten Bedürfnisse in extremen Umgebungen zur Herausforderung werden können. Selbst die banalsten Momente werden hier zu einem Tanz auf der Rasierklinge, und wer sich hier setzen will, wird sich dreimal überlegen, wie sicher er wirklich sitzt.
Was also nützt der Prunk und das Gefühl der Überlegenheit, wenn es in der Schwebe steht? Könnte es sein, dass diejenigen, die am höchsten steigen, sich auch den banalsten menschlichen Nöten nicht entziehen können? Macht kann schnell zu einem schmalen Grat werden – und auf diesem Grat sitzt man selten wirklich bequem.




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