„Lidl lohnt sich“ – unsere armen Nerven

Wer hätte gedacht, dass Stille das einzig Angenehme an einem Werbespot sein könnte? Der nun leider schon seit einer geraumen Zeit aktuelle „Lidl lohnt sich“-Spot beweist es eindrucksvoll. Ohne jegliche musikalische Untermalung, nur begleitet von einer Stimme, die klingt, als wäre Micky Maus auf einen bösen Trip geschickt worden, hallt der Slogan durch die Radiowellen. Was in der Theorie vielleicht wie eine clevere Reduktion auf das Wesentliche wirken sollte, entpuppt sich als nervenzerreißender Angriff auf unsere Ohren.

Eine Stimme, die – ohne irgendeinen beruhigenden, melodischen Hintergrund – direkt in den Gehörgang sticht. Jeder Ton, jede Silbe kommt schärfer und eindringlicher an, als es einem lieb ist. Hier fehlt jede Ablenkung, kein Soundtrack, der das Unheil etwas abmildern könnte. Stattdessen trifft uns das schrille Organ mit voller Wucht, als wolle es uns daran erinnern: „Du entkommst mir nicht.“

Die Frage, die man sich unweigerlich stellt, lautet: Was hat sich die Werbeabteilung dabei gedacht? Dachten sie, wenn sie eine bis ins Mark gehende Stimme verwenden, würden wir uns auf das Wesentliche – sprich, die Botschaft – konzentrieren? Es scheint eher, als wollten sie uns mit purer, aggressiver Penetranz dazu bringen, den Laden aufzusuchen, nur um endlich Ruhe vor dieser grausigen Stimme zu haben.

Es gibt ja Stimmen, die man mit positiven Assoziationen verbindet: warm, einladend, vielleicht sogar inspirierend. Diese Stimme allerdings fällt eher in die Kategorie „akustische Verletzung der Menschenrechte“. Jedes Mal, wenn der Spot läuft, fragt man sich, ob man nicht einfach das Radio ausschalten oder sicherheitshalber lieber gleich zum Fenster hinauswerfen sollte, um sich selbst zu schützen. Man muss schon eine hohe Leidensfähigkeit haben, um das bis zum Ende durchzuhalten.

Und so bleibt nur die bittere Erkenntnis: Lidl nervt. Der Slogan sagt „Lidl lohnt sich“, aber für wen? Für diejenigen, die es schaffen, die Nervenprobe dieser Werbepause zu überstehen, vielleicht. Für den Rest von uns: Kopfschütteln und der leise Gedanke, ob das wirklich der beste Weg ist, Kundschaft zu gewinnen. Spoiler: nein!


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