
Für uns ist das der Urlaub Nummer eins in diesem Sommer. Später werden wir, so Gott will, noch einen weiteren Urlaub machen können.
Dieser Urlaub hier ist am Gardasee und zu Gast sind die Schwiegereltern aus der Ukraine. Sie leben ganz im Westen. Und sie konnten nun für etwa zwei Wochen dem Krieg entfliehen.
Später, wenn sie zurück fahren werden, wird es Tränen geben. Wir können nicht in die Ukraine fahren bzw. wir machen es lieber nicht. Sie aber können wiederkommen. Es ist gewissermassen eine win-win-situation: Sie sind dann bei uns in Sicherheit, und auch wir sind im Sicherheit.
Aber es könnte dauern, bis sie wiederkommen. Und weil sie schon recht alt sind, ist die Fahrt für sie sehr anstrengend. Als sie zu uns nach München kamen, waren sie in Lemberg morgens losgefahren und kamen früh morgens gegen 5 Uhr nach einer Nachtfahrt im Sitzen endlich bei uns an. Sie waren also fast 20 Stunden in einem Kleinbus unterwegs.
Früher, als das russische Terrorregime den Krieg noch nicht begonnen hatte, konnte man in 80 Minuten nach Lemberg fliegen und zurück. Heute ist der Luftraum wegen des russischen Angriffskrieges gesperrt.
Wenn sie zurückfahren, können sie also wiederkommen, aber es wird dauern, bis sie wieder die Zeit haben, zu kommen. Denn obwohl sie alt sind, arbeiten sie noch. Sie wollen in ihrer Heimat bleiben, weil es ihre Heimat ist, weil sie dort ihre Wurzeln haben, ihre Verwandten, ihre Freunde. Und sie wollen auch noch arbeiten, um der Gesellschaft etwas zu geben und ihrem eigenen Leben einen Sinn.
Wer weiß, wann sie wiederkommen werden. Vielleicht zu Weihnachten, vielleicht auch erst nächsten Sommer. Und wer weiß, was dann alles sein wird.
Momentan haben wir noch Sonne. Doch die Zukunft liegt im Nebel.




Kommentar verfassen