Eine kurze Analyse

Der edle Diktator und russische Friedensfürst Putin hat gestern also den edlen nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un getroffen.

Das hat eine Aussage.

Nicht Kim Jong Un kommt zum großen Putin, sondern Putin zum großen Kim Jong Un.

Also Putin will was von Kim.

Putin braucht was von Kim.

Putin kommt selbst, weil er was will und was braucht.

Er braucht Waffen, er braucht Munition, um seinen völlig aus der Zeit gefallenen, aber trotzdem brutalen und schrecklichen Angriffskrieg gegen die Ukraine weiterführen zu können.

Dabei geht es Putin einerseits und irgendetwas Ideologisches, was in seinem Geiste herumspukt. Die UdSSR wiederherstellen und so. Auch, wenn das völlig irrational und unrealistisch ist und nie zu erreichen.

Rational aus Putins Sicht ist aber folgendes: der eigene Machterhalt. Solange Putin an der Macht bleibt, wähnt er sich sicher. Und Krieg ist ein für ihn probates Mittel, um die eigene Macht zu erhalten. Würde er nämlich die Macht abgeben, würde er in dem Russland, das er geschaffen hat, wahrscheinlich nicht mehr allzu lange am Leben bleiben. Denn dort herrscht mittlerweile offensichtlich das Recht der Brutalität und des Stärkeren, zumindest in den oberen Etagen. Vielleicht auch in den unteren.

Und nun ist der kriegerische selbsternannte Friedensfürst und edle Diktator Putin weiter nach Vietnam gereist.

Ein bisschen wirtschaftliche Zusammenarbeit wird Putin sich mit Vietnam erhoffen. Die Reise hat aber wohl auch noch ein anderes Ziel. Das Ziel dürfte auch sein, die amerikanische Öffentlichkeit an den Vietnamkrieg zu erinnern und somit die Friedensreflexe vielleicht wieder erwecken zu können, so dass in den USA der ein oder andere Bürger vielleicht glaubt, man solle sich mit Putin nicht anlegen, denn in Vietnam sind ja nicht nur viele Vietnamesen zur Zeit des Vietnamkriegs ums Leben gekommen, sondern auch viele amerikanische GIs.

Der Besuch in Nordkorea ist also militärischer Natur, der Besuch in Vietnam aber wohl zu einem grossen Teil auch Propaganda, die versuchen soll, die us-amerikanische Öffentlichkeit dazu zu bewegen, sich doch bitte nicht für Putins Krieg zu interessieren.

Dürfte allerdings wohl kaum aufgehen, diese allzu einfach gestrickte Rechnung. Rechnen kann Putin zwar womöglich, aber es kommt nicht immer das Richtige raus. Also insofern muss man sagen, er rechnet hier wohl falsch.

Denn die USA sind immer noch der grösste Waffenlieferant an die Ukraine. Die USA haben verstanden, was gerade auf dem Spiel steht: der weltweite Frieden, die weltweit regelbasierte Ordnung.

Die USA können rechnen.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Eine kurze Analyse“

  1. Aber ob Kim Jong un ihm 100.000 Soldaten ausleiht? Von denen kommen ja kaum welche zurück. Also da müsste er strategisch schon ziemlich blind sein. Kann ich mir kaum vorstellen. Heißt natürlich nicht, dass es nicht so kommt.
    Aber generell würde ich da mehr an Waffenlieferungen bzw. Munition denken.

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