
Weselsky will die GDL Lokführer-Gewerkschaft am Dienstag wieder streiken lassen. Und das, obwohl die Bahn am Montag zum Gespräch geladen hat und der GDL maximal entgegengekommen ist. Die GDL will 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich, die Bahn hatte zähneknirschend 36 angeboten.
Dass Weselsky hierauf überhaupt nicht eingeht, zeugt von einem völlig falschen Verständnis von Verhandlungen. Denn in einer Demokratie bekommt man nicht das, was man will, so etwas gibt es nur in einer Diktatur. Sondern man bekommt das, was der Andere sich auch gerade noch so leisten kann. Man geht also aufeinander zu.
Nach Weselsky läuft die Sache aber so: Ich will haben haben haben. Und ich weiche keinen Schritt zurück.
Würden alle Tankstellen in Deutschland von heute auf morgen den Preis für einen Liter Benzin verdoppeln, würden sie damit die Autofahrer, die auf das Benzin angewiesen sind, gewissermassen zu Geiseln machen. Zu Geiseln ihrer Forderungen.
Es wäre verboten, weil das dann ein Kartell wäre.
Die GDL blockiert mit ihren Streiks nun schon seit Monaten die Bahn und nimmt damit Millionen von Menschen, die essentiell auf die Bahn angewiesen sind, gewissermassen als Geiseln. Eigentlich ist daher die GDL auch ein Kartell, nur rechtlich gesehen vermutlich nicht, weil eine Gewerkschaft scheinbar kein Kartell sein kann (?)
Aber hier läuft doch etwas völlig falsch. Man kann doch nicht über unzählige Monate hinweg ein ganzes Land immer wieder lahmlegen, nur weil man selber irgendetwas haben will, ohne den geringsten Kompromiss einzugehen oder Zugeständnisse zu machen.
Wie gesagt, ein solch kompromissloses Vorgehen gibt es sonst nur noch in einer Diktatur.
Aber gut, Herr Weselsky ist ja auch in einer aufgewachsen.



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