Weshalb ich die Bahn meiden werde – für sehr lange Zeit

In den Osterferien wollten wir tatsächlich mal mit der Bahn verreisen. Vielleicht nach Paris, vielleicht nach Rom, irgendwo eine Stadt in der Ferne ansehen.

Seit den anhaltenden und sich immer wiederholenden Bahnstreiks in Deutschland sind wir von diesem Vorhaben abgekommen. Die Bahn ist nicht mehr zuverlässig. Okay, sie war noch nie zu 100 % zuverlässig, sie ist es jetzt aber überhaupt nicht mehr.

Und in der Tat, Herr Weselsky und seine GDL Gewerkschaft schaffen es, wie er es selbst sagte, die Bahn zu einem unzuverlässigen Verkehrsmittel zu machen.

Damit macht Herr Weselsky die Bahn kaputt. Zumindest für uns. Denn so etwas bleibt bei uns im Gedächtnis. Ich werde die nächsten Jahre und wahrscheinlich auch Jahrzehnte nicht mehr erwägen, auf die Bahn zurückzugreifen. Denn diese anhaltenden Streiks in dieser Intensität gehen meiner Meinung nach über das vernünftige Maß bei weitem hinaus. Jegliches Maß und jegliche Mitte sind der GDL und ganz besonders Herrn Weselsky verloren gegangen. Man kann doch nicht immer wieder Millionen von Menschen, die auf die Bahn dringend angewiesen sind, zu Geiseln der eigenen Wünsche und Forderungen machen, nur weil man vielleicht 35 Stunden die Woche arbeiten möchte. Und wer weiss, was der GDL morgen einfällt: 30 Stunden, 20 Stunden? Bei dreifachem Lohnausgleich?

Wenn man Lokführer wird, weiss man doch, auf welchen Beruf man sich einlässt.  Dann aber im Nachhinein zu kommen und zu klagen, ist doch in gewisser Weise etwas unehrlich.

Zwar streiken gerade auch zwei Flughäfen und das Bodenpersonal der Lufthansa, aber die Erfahrung mit den Flügen ist die, dass die Fluglinien und die Gewerkschaft sich doch zeitnah einigen und die Streiks konstruktiv beendet werden können.

Ganz anders als bei der Bahn also, bzw. Genauer gesagt: der Lokführergewerkschaft GDL. Hier ist der Streik zu einer nervenden und kräftezehrenden Begleiterscheinungen schon seit unzähligen Monaten geworden. Wenn man es auf eine kurze Formel bringen möchte, könnte sie so lauten: Bahn = Streik.

Wenn alle Tankstellen in Deutschland sich zusammenschliessen und plötzlich den doppelten Benzinpreis verlangen würden, würde das mit einem Schlag alle Autofahrer betreffen.

Es wäre aber verboten, denn es wäre ein Kartell.

Und wenn die GDL spezielle Forderungen hat, betrifft das mit einem Schlag alle Bahnfahrenden.

Doch die GDL kann schalten und walten wie sie will, denn rechtlich gilt sie nicht als Kartell.

Ich selber bin von den Bahnstreiks überhaupt nicht betroffen, weil ich die Bahn nicht brauche, um in die Arbeit zu kommen.

Aber mit ansehen zu müssen, mit welcher Rücksichtslosigkeit und Maßlosigkeit Weselsky und die GDL Millionen von Menschen, die ganz essentiell auf die Bahn angewiesen sind, immer wieder als Geiseln für ihre eigenen Wünsche und Begehrlichkeiten nehmen, lässt mich zu dem Thema einfach nicht schweigen und macht mich fassungslos.

Wie auch immer. Die Bahn ist für mich kaputt, Weselsky hat sie kaputt gemacht.

Eine solche Bahn braucht man nicht. Und eine solche GDL schon gar nicht.

Und ich werde, so lange ich es irgendwie vermeiden kann, nicht mehr auf die Bahn zurückgreifen. Nach Möglichkeit nie wieder.

Glücklicherweise haben wir ein Auto.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Weshalb ich die Bahn meiden werde – für sehr lange Zeit“

  1. Es ist auch wirklich kein Wunder, daß die Menschen mit einem eigenen PKW auch weiterhin damit fahren, wenn man sich die Alternativen ansieht: Züge kommen entweder chronisch zu spät oder fahren gar nicht. Und das was da kommt ist meist rappelvoll, egal zu welcher Uhrzeit. Ich lebe in Berlin, und hier gilt dasselbe für die Busse. 20 – 30 Min. Verspätung ist schon normal geworden, und bei denjenigen die noch mehrmals umsteigen müssen summieren sich die Zeiten, da man den jeweiligen Anschluss verpasst und auf den nächsten warten muß.

    Dieses Jahr möchte ich wieder öfter mein Fahrrad nutzen, da habe ich nur einen Platten zu fürchten, mehr nicht.

  2. Ja, ich fahre fast alle Wege in München mit dem Fahrrad, einfach, weil es auch angenehmer ist, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat.

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