Auf ein Wort, Herr Scholz

Herr Scholz, Ihre Entscheidung, der Ukraine zu ihrer Verteidigung gegen Russland immer noch keine Taurus Marschflugkörper zu liefern, ist fraglich.

Durch die Lieferung von Waffen an ein überfallenes Land wird man nicht zur Kriegspartei. Das wissen Sie sicher auch, selbst wenn Sie das anders darstellen.

Und wie mittlerweile genug Medien seriös festgestellt haben, benötigt man für Taurus auch keine deutsche Bundeswehr in der Ukraine. Südkorea besitzt Taurus Marschflugkörper und kann damit auch wunderbar ohne deutsche Bundeswehr umgehen.

Von daher ist das, was Sie gesagt hatten, bestenfalls eine Verschleierung der Tatsachen, schlechtestenfalls eine bewusste Täuschung.

Durch die Waffenlieferungen an ein überfallenes Land werden Sie als lieferndes Land nicht zur Kriegspartei.

Ob Sie Kriegspartei werden, entscheidet der Aggressor. Wenn der Aggressor Sie angreifen möchte, dann macht er Sie zu Kriegspartei. Sie wählen das nicht selbst.

Ihre Strategie, Putin möglichst nicht reizen zu wollen und so zu tun, als sei Deutschland eine Art braves Hündchen, dem man doch kein Leid antun dürfe, mag den ein oder anderen sicher rühren. Putin lässt sowas aber sicherlich völlig kalt.

Wenn er es sich militärisch leisten kann, dann dürfte er durchaus Deutschland überfallen. Hündchen hin oder her.

Wenn man also Hündchen spielt, indem man zuerst nur einmal 5000 Helmchen an die Ukraine liefert, damit die russischen Bomben auf den ukrainischen Köpfen nicht ganz so blutig zerplatzen, muss man sich schon einmal fragen, ob man diese Sache ernst gemeint hatte und ob man sich mal überlegt hatte, dass man damit zur internationalen Lachnummer werden konnte.

Nun hat Deutschland immerhin in den letzten beiden Jahren eine Kehrtwende hingelegt und liefert relativ viel Unterstützung für die Ukraine. In Bezug auf die Wirtschaftsleistung ist Deutschland aber keineswegs so vorne mit dabei, wie von Ihnen gerne immer wieder suggeriert, sondern steht nur gerade mal an der 10. Stelle der Unterstützerstaaten der Ukraine. Positives framing eben, wenn man das anders darstellt.

Wenn man nun aber Hündchen spielt und Putin durch möglichst moderate und zögerlich verschleppte Waffenlieferungen besänftigen möchte, sollte man wissen, dass man so etwas Appeasement nennt.

Blicken wir in die Geschichte zurück, ja, in unsere deutsche verheerende Geschichte des letzten Jahrhunderts, in die deutsche Diktatur unter Hitler, dann sehen wir, dass Appeasement-Politik mit einem imperialistischen und faschistischen Regime nichts Positives ausrichten kann. Ganz im Gegenteil, Appeasement-Politik lädt ein solches Regime förmlich dazu ein, weitere Grenzen zu überschreiten.

Wenn Sie Taurus nicht an die Ukraine liefern und in der Folge die russische Truppenversorgung auf der von Russland besetzten ukrainischen Krim weiter gewährleistet ist, kann Russland auch weiterhin von dort die Ukraine bombardieren.

Putin wird ein solches Hündchen sicher wohlwollend mit den Füssen treten, er selber ist aber äusserst bissig – zumindest solange er sich unter braven Hündchen wähnt.

Hitler stoppte man nicht mit Appeasement, sondern mit Waffen. Dasselbe gilt für Putins faschistisches imperialistisches Russland. Es ist nicht mehr nur Putin alleine, der dort kämpft, es sind sehr viele, die ideologisch aufgeheizt sind in Russland.

Stoppt der russische Angriffskrieg nicht in oder vor der Ukraine, dann dürfte er schon sehr bald von Russland in die EU-Staaten getragen werden.

Dann schaut das Hündchen ganz ungläubig und ängstlich.


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Kommentare

5 Kommentare zu „Auf ein Wort, Herr Scholz“

  1. „Krieg ist eine Wissenschaft der Zerstörung“, sagte John SC Abbott, „die nur zum Verlust von Menschenleben und Eigentum/Land führt. Beide Parteien, die den Krieg verfolgen, enden mit massiven wirtschaftlichen und sozialen Verlusten“.

    Die Akteure sehen im Krieg bzw. in der Vorbereitung auf einen solchen, die einzige Alternative auf dem Weg zum allumfassenden Weltfrieden. Aus der linken „Give Peace a Chance“ Community, wurde nach nur 11 Monaten Ukraine Debakel, eine zähnefletschende Meute wild gewordener Politiker und Journalisten, die nichts anderes mehr im Sinn haben, als noch mehr Waffen zu fordern und zu liefern, weiter zu eskalieren, unsinnige Begründungen zu liefern und die Völker mit Fake News zu versorgen. Je mehr Tote auf russischer Seite, umso besser.

    Frieden kann man nur vorbereiten, wenn man sich den Ursachen des Kriegs stellt. Solange man von der Vorstellung ausgeht, dass Russlands Politik die alleinige Ursache des Kriegs in der Ukraine ist, ist Frieden unmöglich.

    Wäre die Mauer nicht gefallen, hätten wir keine Nahost-Erweiterung, keinen Ukraine- Krieg und auch keine Massenzuwanderung.

    1. Sie meinen aber sicher russische Politiker, oder?
      Denn deutsche und europäische und auch us-amerikanische Politiker tun genau das Gegenteil, sie versuchen, den Krieg im Zaum zu halten und nicht eskalieren zu lassen.

      Eskalieren tut einzig allein Putin und sein Regime, indem es ein anderes Land überfallen hat und ganze Städte ausgelöscht und Fluchtbewegungen im millionenbereich ausgelöst hat. 13 Millionen Flüchtlinge, davon 8 Millionen Binnenflüchtlinge innerhalb der Ukraine.

  2. Ich weiß zur Genüge, dass Sie meine Sprache nicht verstehen. Ich meine russische Politiker, deutsche und ukrainische, sowie europäische und US-amerikanische Politiker. Die gerade eben von mir genannten, setzen alles daran, diesen Krieg zu gewinnen. Krieg ist aber etwas anderes als ein Spiel. Er passiert tatsächlich und es wird gestorben, auf allen Seiten.

    Natürlich wird uns erzählt, dass man versucht, den Krieg zu beenden; nur mit den Methoden (Finanzieller Support, Waffenlieferungen, Sanktionen, Propaganda, Hass und Hetze), funktioniert das nicht. Nach zwei Jahren müsste man das begriffen haben.

    Ich sage Ihnen, was hilft: Die Wahrheit, und davon hat sich der Westen abgewendet. Die Wahrheit zeigt deutlich nach Westen: dort wohnen sie, die Schuldigen. Die Wahrheit wird gerade wieder einmal vom Westen zerbombt.

    Aber das verstehen Sie nie.

    1. Also die Hintergründe in der Ukraine kenne ich eigentlich ziemlich gut.
      Von daher habe ich da wirklich eine andere Meinung, als Sie.
      Aber gut, wie könnte denn Ihrer Meinung nach der russische Angriffskrieg auf die Ukraine beendet werden?

  3. Hi Linda,
    versuch doch mal, in einer Waffenschmiede
    nur die wenigen Zeilen Lk 6,27-36 vorzulesen.

    Gruß

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