
In der jüngsten Episode des politischen Kabaretts hat sich Wladimir Putin, der unangefochtene Star der geopolitischen Bühne, erneut in Szene gesetzt. In einem exklusiven Interview mit dem rechten US-Moderator Tucker Carlson, bekannt für seine kritischen und oft kontroversen Ansichten, versicherte Putin, dass Russland keinerlei Interesse an einem Angriff auf die NATO-Staaten Polen oder Lettland habe. Ein Satz, so beruhigend wie eine Gute-Nacht-Geschichte, die jedoch an Glaubwürdigkeit einbüßt, wenn man sich an Putins ähnliche Versprechungen erinnert – kurz bevor die Ukraine überfallen wurde.
„Warum würden wir das tun? Wir haben ganz einfach kein Interesse daran,“ beteuerte Putin, und man könnte fast meinen, der Kreml sei über Nacht zu einem Friedenstempel geworden. Eine bemerkenswerte Wandlung, bedenkt man die jüngste Vergangenheit und den anhaltenden russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Doch der russische Präsident bleibt seiner Linie treu und malt ein Bild von Russland, das nur im Verteidigungsfall handelt. Eine Darstellung, die im krassen Gegensatz zu den tatsächlichen Geschehnissen steht.
In einem bemerkenswerten Versuch der Realitätsverzerrung erklärte Putin weiter, eine russische Niederlage im Ukraine-Krieg sei „unmöglich“. Ein optimistischer Ausblick, der die westliche Unterstützung für die Ukraine und internationale Sanktionen scheinbar ignoriert. Aber wer braucht schon die Realität, wenn die Propaganda so viel tröstlicher ist?
Putin berührte auch das Thema des in Russland inhaftierten US-Journalisten Evan Gershkovich, dessen mögliche Freilassung er nicht ausschloß. Im Gegenzug sei es schön, wenn jemand anderes frei komme (gemeint ist offensichtlich Herr Krassikow, also derjenige, von dem ein deutsches Gericht annimmt, dass er im Auftrag der russischen Regierung in Berlin den Tiergartenmord begangen hat.)
Doch der geheime Höhepunkt des Interviews war eben Putins Versprechen, Polen und Lettland nicht anzugreifen – ein Versprechen, das in den Ohren derjenigen, die seine früheren Zusicherungen bezüglich der Ukraine noch im Gedächtnis haben, hohl klingen muss. Denn genau wie damals, als Putin beteuerte, Russland werde die Ukraine nicht angreifen, stehen wir nun vor der Frage: Wie viel ist das Wort eines Mannes wert, dessen Versprechen sich allzu oft in Rauch aufgelöst haben?
So endet unser heutiger Ausflug in die Welt der politischen Ironie und des Zynismus mit einer bitteren Erkenntnis: Wenn es um Versprechungen von Wladimir Putin geht, ist Skepsis wohl der beste Ratgeber. Denn wie das Sprichwort sagt: Fool me once, shame on you; fool me twice, shame on me.



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