
Es war einmal, in einer nicht allzu fernen Vergangenheit, eine Zeit, in der Weihnachten noch Weihnachten war. Damals, als der Schnee weißer, der Glühwein heißer und die Weihnachtsbäume… nun ja, lamettabeladener waren. „Früher war einfach mehr Lametta“, seufzen die Nostalgiker unter uns, während sie traurig ihre minimalistisch geschmückten, ökologisch korrekten Bäume betrachten.
Aber was ist eigentlich aus dem guten alten Lametta geworden? Hat es sich in Luft aufgelöst wie der Glaube an den Weihnachtsmann? Oder ist es einfach Opfer des modernen Minimalismus geworden – verbannt in die dunklen Ecken von Dachböden, zusammen mit den neonfarbenen Leggings und den VHS-Kassetten?
Stellen Sie sich vor: Ein Weihnachtsbaum so schwer mit Lametta behängt, dass er Gefahr läuft, unter dem Gewicht seiner eigenen Festlichkeit zusammenzubrechen. Ein Baum, der nicht bloß leuchtet, sondern regelrecht in einem Meer aus glänzendem Metall schwimmt. Ein solcher Anblick würde heutzutage wahrscheinlich mehr Instagram-Likes für seine Absurdität als für seine Schönheit bekommen.
Vielleicht ist es aber auch eine versteckte Sehnsucht nach einer einfacheren Zeit – eine Zeit, in der wir noch nicht von Hashtags, Influencern und dem ständigen Druck, perfekt zu sein, geplagt wurden. Eine Zeit, in der Weihnachten noch eine simple Angelegenheit war: Familie, gutes Essen und ein Baum, der aussah, als hätte eine Lametta-Fabrik-Explosion dort stattgefunden.
So lachen wir also über die Überbleibsel vergangener Weihnachten und erinnern uns wehmütig an die Zeiten, als „mehr ist mehr“ das ungeschriebene Gesetz der Weihnachtsdeko war. Wer weiß, vielleicht wird Lametta eines Tages ein Comeback feiern – als Retro-Statement in einer Welt, die sich nach Einfachheit sehnt, während sie durch die Komplexität der Moderne navigiert.



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