Für die Zukunft der Freiheit: Warum Europa sich für die Ukraine starkmachen muss

Der aktuelle Krieg in der Ukraine stellt eine zentrale Herausforderung für die europäische Sicherheit und die weltweite Ordnung dar. Oberst Markus Reisner, ein Experte in militärischen und strategischen Studien, hebt hervor, dass der Westen der Ukraine zu wenig Waffen liefert, während Russland sich kontinuierlich an die sich wandelnden Kriegsbedingungen anpasst. Die Ukraine steht vor der Gefahr, diesen Abnutzungskrieg zu verlieren, falls sie nicht die erforderliche Unterstützung erhält, da der Krieg vorrangig über Ressourcen und nicht über Moral entschieden wird.

Europa muss erkennen, dass die aktuelle Rüstungsproduktion nicht ausreicht, um den Bedarf der Ukraine zu decken. Mehr Anstrengungen sind erforderlich, um eine tiefergehende Unterstützung zu gewährleisten. Dies beinhaltet möglicherweise den Einsatz von Kriegswirtschaftsmaßnahmen, obwohl dieser Begriff vermieden wird. Der Westen muss sich entscheiden, ob er bereit ist, die Ukraine stärker zu unterstützen. Ansonsten sollte er dies offen kommunizieren und möglicherweise Verhandlungen in Betracht ziehen.

Reisner kritisiert auch, dass trotz der Lieferung von Waffensystemen wie dem HIMARS, die Menge bei weitem nicht ausreicht, um einen wesentlichen Unterschied zu machen. Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem, was möglich ist, und dem, was aus Angst vor Eskalation tatsächlich unternommen wird. Darüber hinaus hat Russland trotz umfassender Sanktionen seine Kriegsindustrie angepasst und erhält weiterhin Unterstützung aus dem Globalen Süden.

Ein weiteres bedenkliches Element ist der Einsatz von Drohnen, der zu einem „gläsernen Gefechtsfeld“ führt, auf dem jede Bewegung sichtbar ist. Dies erfordert die Beherrschung des elektromagnetischen Feldes, in dem Russland eine Dominanz aufgebaut hat. Die Verwendung von Drohnen hat auch direkte Auswirkungen auf die Versorgung von Verwundeten, die oft nicht zeitnah evakuiert werden können, was an Bedingungen aus dem 19. Jahrhundert erinnert.

Insgesamt ist die Lage in der Ukraine prekärer als je zuvor. Der Westen, und insbesondere Europa, steht vor einer kritischen Entscheidung: Entweder sie erhöhen ihre Unterstützung für die Ukraine signifikant, oder sie riskieren, dass Russland seinen Plan der Vernichtung der Ukraine weiterverfolgt. Dies ist nicht nur eine militärische oder politische Frage, sondern auch eine ethische. Es geht um die Verteidigung der Freiheit und der demokratischen Werte, auf denen Europa aufgebaut ist.

Man muss allerdings konstatieren, das Verhandlungen mit Putin ins Leere gehen werden, weil er sein Wort in der Vergangenheit gebrochen hat und so wohl ebenfalls in der Zukunft brechen wird. Verträge mit Putin sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Letztlich wird Putin aufgrund der militärischen Stärke entscheiden, ob er sich an Verträge hält oder nicht. Und an diesem Punkt sind wir jetzt schon: Wenn die Ukraine den Krieg verlieren sollte, wird Putin das als Erfolg eines Angriffskrieges sehen. Dementsprechend wird er weitere Angriffskriege führen.

Und da viele Staaten der NATO die Ukraine bei ihrem Verteidigungskampf gegen den russischen Angriffskrieg unterstützen, wird Putin es sicherlich auch so interpretieren, dass es Risse in der NATO gibt, falls diese Länder es nicht schaffen, die Ukraine weiterhin zu unterstützen. Dementsprechend wäre auch die NATO geschwächt und hätte das wichtigste, was sie selbst schützt, verloren: ihre Glaubwürdigkeit.

Aus diesen Gründen ist verhandeln mit Putin zwar vielleicht eine Option, aber die wahrscheinlich denkbar schlechteste und gefährlichste.


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