Waldbrände auf Rhodos: Wenn Medien nur die halbe Geschichte erzählen

Es ist Sommer, die Sonne scheint, die Temperaturen steigen – und auf Rhodos brennen die Wälder. Aber keine Sorge, liebe Medien, Sie haben alles im Griff. Sie berichten laufend von Touristen, die in Sicherheit gebracht werden müssen, die irgendwo am Flughafen festsitzen oder in Notlagern nicht genug zu essen bekommen. Ein echtes Drama, das sich perfekt für die Titelseiten eignet.

Die Bilder von verzweifelten Urlaubern, die ihre wohlverdienten zwei Wochen in der Sonne unterbrochen sehen, sind natürlich Gold wert. Wer kann schon widerstehen, wenn man die Chance hat, die Tragödie eines ruinierten Urlaubs zu dokumentieren?

Und dann gibt es da noch die Waldbrände selbst. Was für ein Spektakel! Feuer und Rauch, die den Himmel in einzigartige Farben tauchen. Ein echter Hingucker, der die Zuschauer vor den Bildschirmen fesselt.

Aber warten Sie, es gibt noch mehr! Haben Sie schon einmal daran gedacht, wie es für die Einheimischen ist? Ja, diese Menschen, die tatsächlich auf Rhodos leben und nicht nur für zwei Wochen im Jahr hier sind. Überraschenderweise scheinen sie die Waldbrände nicht so sehr zu zelebrieren wie die Medien. Seltsam, nicht wahr?

Aber keine Sorge, liebe Medien, das muss Sie nicht weiter stören. Ein kurzer Seitenblick, ein flüchtiger Kommentar über die „schwierige Situation für die Einheimischen“ und schon haben Sie Ihre Pflicht erfüllt. Schließlich sind es die Touristen, die die Schlagzeilen machen, nicht die Menschen, die ihr Zuhause verlieren.

Also, liebe Medien, machen Sie weiter so. Berichten Sie über die verzweifelten Urlauber, die spektakulären Feuer und die dramatischen Rettungsaktionen. Und wenn Sie ein wenig Zeit haben, werfen Sie vielleicht einen kurzen Blick auf die Einheimischen. Aber nur, wenn es Ihnen gerade mal reinpasst. Schließlich sind sie nur die Nebendarsteller in diesem Sommerdrama.


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