MVG-Leihräder: Schein oder Sein? | München

In München kann man sich über die Münchner Verkehrsgesellschaft, MVG, im ganzen Stadtgebiet Leihräder ausleihen. Prinzipiell eine schöne Sache.

Heute wollte ich mir eines ausleihen, tat dies auch über die App, musste aber nach längerer Zeit feststellen, dass das Fahrrad vor Ort überhaupt nicht existierte. Vielleicht hatte irgendjemand es in einer Parkgarage oder sonst wo abgestellt, es war auf jeden Fall nicht da.

Etwa 500 m in die Gegenrichtung fand ich dann eines, das auf seine Weise interessant war: Die ersten drei Gänge konnte man nur im Leerlauf fahren, man konnte also nach Herzenslust strampeln, bewegte sich aber keinen Zentimeter vorwärts. So fuhr ich also eine Zeit lang im vierten oder fünften Gang.

Dann tauschte ich dieses Rad gegen ein anderes aus. Bei diesem funktionierten glücklicherweise die ersten drei Gänge, allerdings konnte man den Sattel nicht weit genug nach oben stellen und ich saß wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein.

Auch dieses Fahrrad tauschte ich nach einer kürzeren Fahrt noch einmal aus und dieses vierte Fahrrad war dann eigentlich ganz gut, mit Ausnahme eines kleinen Mankos, dass nämlich die Klingel nur sehr sporadisch funktionierte. Dies war aber nicht weiter schlimm, weil das Schleifen der Vorderachse andere Verkehrsteilnehmer auf mein Kommen vorbereitete.

Insgesamt lernt man also eine Vielzahl an Fahrrädern kennen und kommt auch von A nach B, wenngleich man dafür eine gewisse Zeit veranschlagen sollte, denn Geschwindigkeit ist kein Substantiv, das ein MVG Leihfahrrad uneingeschränkt für sich beanspruchen könnte.

Die Minute kostet 9 Cent und der ganze Tag kostet höchstens 12 €. Das ist eigentlich ganz gut, wobei man die Zeit auch tatsächlich braucht, um mit einem solchen Leihrad von A nach B zu kommen.

Also alles in allem ist es ganz gut, dass es diesen Service gibt, aber ein bisschen Luft ist schon noch nach oben.


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