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Der Ausstieg vor dem Einstieg

Hurra, jubeln einige, am Samstag schaltet Deutschland endlich seine letzten drei Atomkraftwerke aus.

In der Tat ist Energie aus Atomkraft einerseits gefährlich, zum anderen sogar teurer als die Energie aus erneuerbaren Kraftwerken.

Andererseits wird man aber wohl in Zukunft viel Strom aus dem Ausland dazu kaufen, auch Strom aus ausländischen Atomkraftwerken.

Zumindest in Deutschland stehen also keine Atomkraftwerke mehr. Da kann man sich dann stolz auf seine Schulter klopfen und mit moralischen Zeigefinger auf die anderen Länder deuten, welche ja immer noch Atomkraftwerke haben. Aber den Strom von dort nimmt man natürlich schon.

Und in Deutschland selber verwendet man dann eben Erdgas, welches man von weit her importiert, seit man, was natürlich sinnvoll und vernünftig ist, die russische aggressive Diktatur durch Devisen aus dem Rohstoffhandel nicht mehr unterstützen will. Aber unabhängig davon ist Erdgas nicht klimaneutral, die Atomkraft wäre es schon. Nun gut, schauen wir mal, vielleicht sprießen in Deutschland ja demnächst Windräder aus dem Boden wie Pilze. Dazu müsste aber die Bürokratie ein kleines bisschen schneller werden.

Okay, Bürokratie und Schnelligkeit ist natürlich eine Antithese. Aber ach, egal.

Wozu brauchen wir eigentlich gleich noch einmal Energie? Ach ja, Verkehrswende beispielsweise. Elektromobilität. Und weswegen die noch mal? Ach ja, Klimaerwärmung. Wir wollen ja auch, dass unsere Kinder und deren Kinder morgen und übermorgen auf unserer Erde noch ohne allzu große Hurricanes und Stürme leben können.

Atomkraft liefert klimaneutrale Energie, ist aber gefährlich und der Atomstrom ist teurer als die erneuerbaren Energien. Dann also mal los mit den erneuerbaren Energien. Da sollte doch was gehen dieses Jahr. Vielleicht kommt Deutschland bei den erneuerbaren Energien ja schneller in die Gänge, als bei der Erneuerung der Bundeswehr oder dem Ausbau von Breitband-Internet. Zwar nicht sonderlich wahrscheinlich, aber es wäre schön.

2 Kommentare

  1. Rainer Kirmse , Altenburg

    Vielleicht sollte man mal die Aliens
    auf dem Mars kontaktieren, die haben
    sicher ein paar Tipps zur effektiven und
    umweltfreundlichen Energiegewinnung.
    In Deutschland jedenfalls werden ab
    Samstag keine Kerne mehr gespalten.
    Zu teuer, riskant und nicht geheuer;
    wir beenden dieses Abenteuer.😉

    Jahrzehnte nur Nutzbarkeit –
    Jahrtausende Strahlungszeit.
    Unwägbarkeiten beim Betrieb,
    für Endlager die Aussicht trüb.

    AKW adé ☢️ AUSGESTRAHLT

    Gegen den GAU ist kein Land gefeit,
    der Atomausstieg verhindert Leid.
    Deutschland hat die Weichen gestellt,
    beispielgebend für die ganze Welt.

    Kernenergie war mal der Renner,
    auserkoren als Dauerbrenner.
    Atomstrom wurde huldvoll kreiert,
    die Gefahren hat man ignoriert.

    Das Energieproblem schien gelöst,
    bis Tschernobyl den Traum zerstößt.
    Fukushima brachte die Wende,
    deutschen Reaktoren das Ende.

    Wohin das strahlende Material?
    Die Suche entwickelt sich zur Qual.
    Atommüll ist nicht Stoff der Träume,
    da öffnet man ungern die Räume.

    Tonnen von radioaktivem Kies,
    Aus für jedes Urlaubsparadies.
    Lager gesucht für die Ewigkeit,
    Grab für Relikte der Atomzeit.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

    • god.fish

      Danke für das gute Gedicht! Es ist jetzt online auf god.fish.
      Tja, gute Frage, wohin mit den alten Brennstäben? Vielleicht sollte jeder der 83 Millionen Bundesbürger ein paar Gramm zu Hause im Keller lagern, bis man irgendwo ein Endlager gefunden hat…
      Herzliche Grüße aus München!

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