
Laut ukrainischen Angaben belegen Radardaten einwandfrei, dass heute russische Raketen einerseits über Moldau, zudem aber auch über Nato-Gebiet, nämlich Rumänien, geflogen sind, um Ziele in der Ukraine zu erreichen.
Rumänien bestreitet dies zwar, aber auch Polen hatte vor einigen Monaten bestritten, dass es sich um russische Raketen gehandelt habe, die in der Grenzregion zwischen Polen und Ukraine auf polnischem Gebiet eingeschlagen waren. Damals hatte sich ungewohnt schnell innerhalb nur weniger Stunden US-Präsident Joe Biden zu Wort gemeldet und in der Kürze der Zeit, in der eigentlich noch überhaupt nicht klar sein konnte, um wessen Raketen es sich handelt, klargestellt, dass es keine russischen Raketen gewesen seien, sondern angeblich ukrainische Flugabwehrraketen.
Ein solches Szenario könnte sich nun gerade wiederholen.
Sollte es so sein, dass vor ein paar Monaten aber tatsächlich russische Raketen auf polnischen Boden eingeschlagen sind und heute russische Raketen über NATO-Gebiet geflogen sind und sollte die NATO dies achselzuckend und ignorierend übergehen, weil sie andernfalls in irgendeiner Weise reagieren müsste, wäre das zwar einerseits der Versuch der NATO-Länder, nicht in den Krieg hineingezogen zu werden.
Dieser Versuch dürfte aber andererseits von russischer Seite aus so interpretiert werden, dass die NATO ein zahnloser Tiger ist und Russland sich nach und nach immer mehr erlauben kann gegenüber dem NATO Verteidigungsbündnis.
Es kann zwar sinnvoll sein, wenn die NATO in bestimmten Fällen nicht reagiert, aber wenn sich herausstellen sollte, dass heute allen Ernstes russische Raketen über NATO Luftraum geflogen sind, müsste wohl doch eine Reaktion in irgendeiner Weise erfolgen, es sei denn, man möchte die Russen ermutigen, in dieser Art weiterzumachen, weil ja ohnehin keine Reaktion erfolgt.
Die NATO würde auf diese Weise an Glaubwürdigkeit verlieren.
Doch die NATO-Länder besitzen ihren Schutz nur, solange die potentielle Abschreckung der NATO absolut und zweifelsfrei glaubwürdig ist. Insofern könnte ein solches Verhalten der NATO ein Eigentor sein und die Sicherheit der NATO insgesamt gefährden.
+++ 15.00 Uhr: Kiew beharrt weiterhin darauf, dass eine russische Rakete nicht nur den moldauischen Luftraum, sondern auch den Rumäniens – und damit den Luftraum der Nato – verletzt hat. Dies hätte die Radaraufklärung gezeigt, sagte Yurri Ihnat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, laut einem Bericht der Ukrainska Pravda.
„Wir haben Radardaten und objektive Überwachungsinstrumente. Natürlich haben auch die Nato-Mitgliedsstaaten diese Situation beobachtet. Ich bin besorgt, dass es Beweise geben wird, die dies bestätigen“, wird Ihnat zitiert. Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte ebenso wie Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj, dass russische Raketen durch den Luftraum Rumäniens geflogen seien.
Quelle fr_de



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