Das Geheimnis von Lützerath – und die Hybris der Klimaaktivist*innen

Lützerath ist ein kleiner Ort am Rande eines Braunkohleabbaugebietes in Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Er besteht aus ein paar Gehöften, die schon seit längerem leergeräumt worden sind. Die Besitzer sind von dem Unternehmen, dass dort Braunkohle abbauen soll, von RWE, ausbezahlt worden und haben sich umgesiedelt. Der Ort soll verschwinden, damit dort Braunkohle abgebaut werden kann.

Braunkohle soll nämlich aufgrund der aktuellen politischen Situation in Europa noch etwas länger als geplant abgebaut werden, allerdings nicht mehr bis 2038, wie ursprünglich vorgesehen, sondern nur bis 2030, so erläuterte der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen gestern im Heute-Journal.

Das ist deswegen erforderlich, weil Russland seit Februar letzten Jahres einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine führt. Darum hat die Europäische Union Sanktionen gegen Russland erlassen, um dem Aggressor das Geld zu entziehen, also um ihm die finanziellen Mittel zur Finanzierung des Krieges möglichst auszutrocknen. Aus diesem Grund wird in Deutschland praktisch kein russisches Erdgas mehr gekauft und nur noch relativ wenig russisches Erdöl.

Aber irgendwo muss die in Deutschland benötigte Energie herkommen. Der Ausbau regenerativer Energien muss nun recht schnell gehen. Parallel dazu sollen aus ominösen Gründen die letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, obwohl sie CO2 neutral sind. Die Braunkohle ist es nicht.

Klimaaktivisten protestieren nun schon seit vielen Tagen in Lützerath gegen den temporären Weiterbetrieb der Kohlekraft. Kohle soll allerdings nicht dauerhaft Mittel der Energieerzeugung bleiben, sondern nur behelfsweise, eben wegen dem russischen Angriffskrieg und dem Energiebedarf Deutschlands.

Die Klimaaktivisten misstrauen offensichtlich der Regierung, dass diese es womöglich mit dem Ausstieg aus der Braunkohle nicht so ernst meinen könnte. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Energiekrise und einer temporären Verlängerung des Braunkohleabbaus doch eigentlich so offensichtlich, dass auch jemand, der für das Klima eintritt, diesen Zusammenhang erkennen müsste.

Deswegen ist schon fraglich, weshalb diese Demonstranten in Lützerath überhaupt tätig sind.

Und es ist ja auch so, dass das Weltklima nicht von Lützerath abhängt. Was für eine Hybris ist das denn ? Würde zwar jeder so denken, dass es nicht vom eigenen Land abhängt, würde natürlich überhaupt nichts für den Klimaschutz geschehen auf dieser Welt. Aber manchmal ist ein solcher Gedanke trotzdem hilfreich. Nein, das Weltklima hängt nicht von Lützerath ab, sondern von tausenden Lützerats weltweit

Vielleicht wäre es gut, wenn sich alle mal wieder ein bisschen beruhigen könnten und verstehen würden, dass ein Land wie Deutschland schlicht und einfach Energie braucht. Und dass man aber auch, einerseits aus Solidarität zur Ukraine, andererseits aber auch aus ureigensten Sicherheitsinteressen, in keinster Weise hinnehmen kann und darf, dass ein Aggressor wie Russland ein europäisches Land überfällt.

Wenn man also beide Argumente kognitiv zusammenführen kann, müsste man fast zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass die Proteste in Lützerath in anderen Zeiten sinnvoll wären, in diesen Zeiten aber irgendwie wie aus der Zeit gefallen wirken, anachronistisch eben. Man kann doch nicht immer gegen alles sein, ohne alternative Konzepte zu präsentieren.

Braunkohle nein, Atomkraft nein, aber woher soll denn aktuell die Energie kommen ? Protest nur um des Protestes wegen ist sonderbar schal und sinnentleert.

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