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„Russland hält an militärischen Zielen in der Ukraine fest“ – Ist das wirklich so ? | Ein Kommentar

Die ZEIT fasst zusammen, was in russischen Regierungskreisen derzeit verlautbart wird. Wollen wir das mal kommentieren.

Wladimir Putin hat bei einer Rede auf der Jahresabschlusstagung der russischen Militärchefs die Soldaten und Kommandeure Russlands als „Helden“ bezeichnet. Zudem bekräftigte der Präsident seinen Willen, alle militärischen Ziele in der Ukraine zu erreichen

Quelle ZEIT Online

In den zivilisierten westlichen Demokratien gelten landläufig Menschen als Helden, wenn sie sich im Sinne der Menschenrechte für andere Menschen einsetzen. Aber russische Soldaten, die von Putin, welcher selbst sicher in seinem Bunker sitzt, als Kanonenfutter in den russischen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine geschickt werden, wo sie haufenweise sterben, als Helden zu bezeichnen, ist schon ziemlich dreist und realitätsfremd.

Aber gut, derlei Aussagen sind sicher nicht primär für den Westen bestimmt, sondern russische Propaganda, um das bislang noch unterschwellige Rumoren im russischen Volk, das mit wachsender Anzahl von tot nach Hause kommenden Soldaten steigen dürfte, durch ein vermeintliches Heldentum zu übertönen und zu kaschieren. Dies dürfte nur noch eine Zeit lang funktionieren.

Eine Vielzahl von Russinnen und Russen in Russland haben zwar kaum Mitgefühl für die Ukrainerinnen und Ukrainer, aber sie haben Mitgefühl für sich selbst und spüren den Schmerz, wenn sie ihre Männer und Kinder verlieren.

Und den Genozid am ukrainischen Volk und den russischen Landraub in der Ukraine als „militärische Ziele“ positiv zu framen, ist natürlich auch eine Möglichkeit für die heimische russische Propaganda, aber ebenfalls ein Euphemismus, der die Infamie von Putins Untaten und denen des russischen Militärs in schöne Worte einkleiden soll. Markige Worte sollen die Taten ersetzen.

Er sagte den Streitkräften die volle Unterstützung bei den Kämpfen in der Ukraine zu. Es gebe dafür von der Regierung keine finanziellen Grenzen. Insbesondere müsse Russland die Bedeutung von Drohnen berücksichtigen, sagte Putin. Auch sei die neue russische Hyperschallrakete Sarmat in naher Zukunft einsatzbereit.

Quelle ZEIT Online

Nun ja, die finanziellen Grenzen dürfte Russland immer stärker spüren, je stärker die westlichen Sanktionen greifen, welche auch bewirkt haben, dass große Handelsströme, auf die Russland angewiesen ist, weitgehend eingebrochen sind. Vielleicht möchte Putin aus seinem Privatvermögen, welches er aus Russland, in dem so viele Menschen bitter arm sind, herausgepresst hatte, verwenden?

Und die Sache mit der Hyperschallrakete? Die Sache ist nach wie vor die: Sobald irgendeine russische Rakete in NATO-Gebiet einschlägt, hat Russland ein so großes Problem, dass Putin sich nicht mehr wird sammeln können. Denn ab diesem Zeitpunkt beginnt in der NATO die militärische Logik und die heißt, dass man unter keinen Umständen Schwäche zeigen darf, sondern mit massiver Stärke reagieren muss, um den Frieden innerhalb der NATO-Gebiete zu erhalten.

Die Nato setze ihre gesamten Fähigkeiten gegen Russland ein, sagte der Präsident. Er forderte die versammelten Militärs auf, ihre Erfahrungen aus den Kämpfen in Syrien und während der zehnmonatigen „speziellen Militäroperation“ – wie er den Angriffskrieg gegen die Ukraine nennt – zu nutzen.

Quelle ZEIT Online

Nein, auch das ist russische Propaganda. Viele Länder, die der NATO angehören, unterstützen seit dem völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der am 24. Februar 2022 begann, die Ukraine mit Waffen, die allerdings nicht über das ukrainische Staatsgebiet hinaus feuern können. Bislang nicht. Würde jedoch die NATO ihre gesamten militärischen Fähigkeiten gegen Russland einsetzen, würde also die NATO erwachen, weil sie von Russland angegriffen worden wäre, dann würden von russischen Zielen nur noch Staubkörner übrig bleiben. Auch dies weiß der sich in seinem Bunker versteckende Putin sicherlich. Deshalb ist wohl auch diese Ansage primär zur Stärkung der vermeintlich noch vorhandenen Moral innerhalb der russischen Truppen und Bevölkerung gedacht.

Und selbst in Russland dürfte es kaum noch jemanden geben, der der Mär von der sogenannten „speziellen Militäroperation“ Glauben schenkt. Mittlerweile dürfte dort auch der Letzte verstanden haben, dass es sich um einen schrecklichen Krieg handelt.

Und die russischen Erfahrungen aus Syrien? Ja, die versucht das Putin-Regime in der Ukraine umzusetzen. Die Erfahrungen lauten: Alles zerstören und dadurch gigantische Fluchtbewegungen in die Europäische Union auslösen, um diese von innen heraus zu destabilisieren. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen gewissermaßen. Aber selbst dies gelingt dem faschistischen System Putin nicht so richtig, denn die Ukrainerinnen und Ukrainer wollen nicht fliehen, sondern sie kämpfen für ihre Freiheit, ihre Demokratie, ihre Nation, ihre Menschenwürde. Und diese Gründe zur Verteidigung mobilisieren seit 10 Monaten schon immens große Kräfte, diese Gründe zur Verteidigung besitzen eine nicht zu unterschätzende, sie besitzen eine gewaltige Stärke.

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