Brauchen Kaffeemaschinen mehr Pflege als Kinder?

In unserer deutschen wohlstandsverwöhnten Zeit, die zumindest manche der Deutschen betrifft, ist nicht mehr die Frage und der Horror, den man in den 70er Jahren in der Fernsehwerbung noch implementiert bekam, dass vielleicht die Kommunion zwar schön sei, aber Erna, dein Kaffee! Was ist mit deinem Kaffee los?

Früher reichte es dann schon, Jakobs Gold oder die Krönung oder Prodomo mit dem Verwöhnaroma zu kaufen, schon konnte man entspannt eine Kommunion, Weihnachten und ein sonstiges Familientreffen feiern, ohne Gefahr laufen zu müssen, schief angeschaut zu werden. Der Kaffee schmeckte laut Werbung dann immer.

Heute ist es leider nicht mehr ganz so einfach.

Denn Menschen, die etwas auf sich halten, definieren sich nicht mehr so sehr nur und ausschließlich über ihre SUVs, okay, das natürlich auch, aber auch über die Anschaffung und den fachmännischen Betrieb einer möglichst kompliziert zu bedienenden und zu wartenden Kaffeemaschine.

Eine solche muss dann schon einmal eine halbe Stunde im Vorfeld aufgeheizt werden, was man einerseits durch frühes Aufstehen bewerkstelligen kann, andererseits aber dadurch, dass man eine solche Maschine dann mit einer automatischen Steckdose koppelt, so dass am Frühstückstisch zumindest die basalen Grundvoraussetzungen geschaffen sind, um dann in mehreren Schritten einen Kaffee brühen zu können. Kaffeebohnen mahlen in einem separaten Maschinchen, aber bitte nur die guten aus Südamerika, gemahlenen Kaffee in die Apparatur, dann die richtigen Knöpfe in der richtigen Reihenfolge drücken und ein paar Rädchen zeitgenau drehen, danach die Apparatur reinigen und möglichst den Kaffee noch genießen, bevor er schon wieder abgekühlt ist.

Ja, früher kümmerte man sich um seine Kinder, heute fehlt einem wegen der Kaffeemaschine und dem damit vermuteten und erhofften sozialen Status leider die Zeit dazu.

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